Stefan Stiener

1981

Ein gewaltiger Satz beim Weitsprung, mit Bruchlandung bei 6,70 Meter, beendete meine Ambitionen als Kader-Leichtathlet unsanft und folgenreich. Denn nach zwei Wochen Gips wegen des lädierten Kniegelenks, wurde das im Keller fast vergessene Sporttourenfahrrad meines Vaters zur »Krücke«, sprich, zur einzigen Möglichkeit der Fortbewegung und sportlichen Betätigung.

Die »Krücke« Fahrrad sollte dann innerhalb von wenigen Jahren mein Lebensgefühl bestimmen. Denn im Fahrrad fand ich ein Vehikel, das mich irgendwie »ganz« machte. Die Geschwindigkeit der Fortbewegung, die veränderte Wahrnehmung auf dem Rad, die Selbstbestimmtheit, das Schwimmen gegen die motorisierte Springflut, ein gewisses Außenseiterdasein, aber auch Understatement und Protesthaltung, der gewaltige Aktionsradius, Naturnähe und -erlebnis, die Lust am dahintreibenden und selbstbewegten Unterwegssein.

Und natürlich die überschaubare, faszinierende Mechanik des Fahrrads. Schon bald schraubte ich im heimischen Keller die ersten Räder für mich und meine Freunde zusammen.

Als dann 1985 der damals ebenso fahrradverrückte Jugendfreund Andreas Engmann vorschlug ein Gewerbe anzumelden, kam der Stein auch auf dieser neuen, geschäftlichen Ebene ins Rollen und nahm immer mehr Schwung auf.

2008

Bei der Beschäftigung mit der Velotraum-Geschichte fasziniert mich am meisten, dass alles, was Velotraum heute ausmacht, in den frühen Anfängen schon vorhanden oder angelegt war. Und immer dann, wenn wir diese alte Basis, die aus dem jung-dynamischen Bauch heraus geschaffen worden war, ein wenig aus den Augen verloren, drohte Velotraum an Schwung und Erfolg einzubüßen.

Inzwischen habe ich erfahren können und »akzeptiert«, dass es tatsächlich geht, Träume zu leben und Visionen zu konkretisieren. Und dass es immer mehr Menschen gibt, die Qualitäten wie Authentizität, Entschleunigung, Gesundheit, Nachhaltigkeit oder Beständigkeit schätzen. Wir werden weiter daran arbeiten, dass Sie möglichst viel von solchen Qualitäten und Werten in unseren Produkten finden. – Über diesen spannenden und immer nur im Rückblick klar gezeichneten Weg, werde ich in loser Folge immer wieder mal berichten.

Ihr Stefan Stiener


Wenn Sie Lust haben an dieser Stelle vom Persönlichen wieder zum Allgemeinen zu wechseln, empfehle ich Ihnen, ein wenig über den LOHAS-Trend zu recherchieren. Das Akronym steht für Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS), was in etwa bedeutet: Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit.