Velotraum Speedster
Mehrkämpfer und Schubladensprenger.
Speedster, der Name steht für hochkarätige Sportgeräte, die mit rassigem Rennrad-Feeling aufwarten, allerdings ohne die beschränkten Einsatzmöglichkeiten der Spezialisten. Das Velotraum Speedster verbindet scheinbar Unvereinbares: Nutzungsvielfalt, Speed, Eleganz und Ganzjahrestauglichkeit.
Speedster
Mit der Idee für eine neuartige Vielzweck-Rennmaschine gingen wir schon lange schwanger. Denn immer schon wollten wir auch die Räder anbieten und bauen, die wir seit Jahren mit Begeisterung fahren (ja, wir fahren die Dinger selber!). Sauseschnelle Highend-Flitzer, die ’was aushalten und, wenn gewünscht, alltags- oder tourentauglich sind. Denn, so unser Credo, wer einmal der Faszination von Tempo und Beschleunigung erlegen ist, will sie auch im Alltag und auf Reisen nicht missen.
Zwei leidvolle Wochen Teneriffa mit dem falschen Rad (breiter Freeride-Lenker, schwere Reifen, nicht blockierbare Federung) brachten den entscheidenden Impuls zum Bau des Speedster-Prototypen. Denn die erste heimische Ausfahrt nach dem Urlaub mit der geliebten, auf leicht und flott getrimmten, eierlegenden Wollmilchsau wurde zur Offenbarung. Fast unglaublich, wie umfassend gut solche Räder funktionieren.
Ein kompaktes Info zum Road-Speedster können sie sich hier herunterladen.
»Was immer du kannst oder dir vorstellst, dass du es kannst, beginne es!« (Goethe)
Laufräder.
Beim Stichwort Rennmaschine denkt natürlich jeder an ein, wie auch immer geartetes, 28-Zoll-Fahrrad. Wir nicht mehr, denn in den letzten Jahren haben wir und andere Querdenker erfolgreich an verschiedenen Ismen und Tabus der Fahrradwelt gerüttelt. Dennoch, um ein dem Rennrad verwandtes Fahrradkonzept nicht auf 28-Zoll, sondern auf 26-Zoll-Laufräder zu stellen, muss man schon verdammt überzeugende Argumente haben. – Und genau die haben wir:
- Gewicht. Die kleineren Laufräder bestehen einfach aus weniger Material, sind somit leichter und lassen sich besser beschleunigen, sind dabei ohne Nachteile für Stabilität und Haltbarkeit.
- Stabilität. Der günstigere Speichenwinkel zum Nabenflansch und die dichtere Speichenanordnung bringen einen Stabilitätsgewinn von 30 Prozent. Selbst ein Laufradsatz mit nur 1.550 Gramm Gewicht verkraftet problemlos einen 100-Kilo-Athleten.
- Vielfalt. Wählen Sie doch einfach den Reifen, der zu ihrem, wahrscheinlich wechselnden, Einsatzzweck am besten passt. Während beim klassischen Rennrad lediglich 25 Millimeter breite Reifen Platz finden, gibt’s bei 26-Zoll, trotz kompakten Rahmendesigns, keine Limits. – Die Auswahl ist riesig.
- Leichtlauf. Hier herrscht Gleichstand, da der Rollwiderstand in erster Linie von der Karkassenqualität, Wulstbildung, der Gummimischung und -dicke und der Oberflächenspannung (Luftdruck) abhängig ist. Lediglich beim Rollen über kleinere Unebenheiten tut sich 26-Zoll, bei gleicher Reifenbreite, etwas schwerer.
- Komfort I. Ein etwas breiterer Reifen lässt sich komfortsteigernd mit geringerem Luftdruck fahren, ohne die Gefahr von Durchschlägen. Dadurch steigt zwar etwas der Rollwiderstand, aber man weiß heute, dass vor allem bei langen Etappenfahrten die Radler mit einem etwas geringeren Luftdruck (6 bis 7 bar je nach Reifendicke und Fahrergewicht) auf Dauer frischer bleiben, da sie weniger intensiv durchgeschüttelt werden. Unser Lieblingsreifen, der Schwalbe »Marathon Racer«, bietet bei 4 bar Luftdruck eine bewährte Kombination aus Komfort und Leichtlauf.
- Komfort II. Darf’s ein bisschen mehr sein? – Mit einer Federgabel und leistungsfähiger Federsattelstütze ebnet ein »Speedster« souverän mittelprächtige Wald- und Nebenwege ein.
Summa summarum haben die 26-Zoll-Laufräder ideale Eigenschaften und taugen perfekt für unser Konzept.
Rahmen SP100
Natürlich ist Basis für solche Fahrräder, der Rahmen, kein 08/15-Zukauf-Produkt. Nur eine komplette und sorfältige Eigenentwicklung konnte das gewünschte Ergebnis garantieren. Den »SP100«-Rahmen lassen wir aus großvolumigen, 7005-Aluminiumrohren fertigen, mit sehr variablen (merfach konifizierten) Wandstärken von 0,9 bis 2,3 Millimeter. Mit dieser Rohrspezifikation wird der Rahmen zwar noch nicht zum Fliegengewicht, ist aber eine vergleichsweise robuste Basis für leichte Räder (8,6 bis 10,5 Kilogramm bei Größe M). Dank der speziellen Velotraum-Geometrie sind die Räder angenehm wendig und dabei ausgewogen zu fahren. Untypisch für die Highend-Klasse sind die dezent ins Ausfallende (ebenfalls eine Velotraum-Eigenentwicklung) integrierten Gewinde für Schutzbleche und Gepäckträger. Nicht cool, aber saupraktisch.
Cooler sind da schon die Scheibenbremsaufnahmen. Die Kettenstreben sind so geformt (S-bended), dass auch große »Blätter« – Rennrad-Kompaktkurbelgarnituren (50/34 + 52/42/32 Zähne) – gefahren werden können. Der Hinterbau ist kurz genug für knackige Antritte und lang genug für den Einsatz von federleichten Gepäckträgern und kleinen Packtaschen. Ein Klick bringt Sie zu weiterführenden Informationen zum SP100-Rahmen.
Gabel.
Passend zur ambitionierten Idee lassen wir eine passende, leichte Aluminium-Starrgabel beim renommierten Hersteller »Kinesis« bauen. Die 405 Millimeter Einbaulänge und die Vorbiegung (50 Millimeter) ergänzen sich perfekt mit dem Rahmen zu selten stimmigen Fahreigenschaften.
Dass die von uns entwickelten Geometrien top sind, bestätigen seit Jahren diverse Fachzeitschriften in schöner Regelmäßigkeit.
Komponenten.
Der Grundsatz lautet: leicht, sicher und haltbar und ein sinnvolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Und da fällt dann schon mal das Meiste durch den Rost, obwohl es einen geradezu überbordenden Markt an Leichtbaukomponenten gibt. Leichtbauteile werden heute überwiegend aus Carbon gefertigt und in der Tat gibt es hier außergewöhnlich leichte Komponenten. Allerdings verlangt die materialgerechte Verarbeitung der schwarzen Fasern viel Wissen, was in der Praxis wiederum bedeutet, dass man sich zwischen sicheren Produkten zu exorbitanten Preisen, oder »günstigen« mit zweifelhafter Herkunft und Sicherheit entscheiden muss. Beides gute Gründe bei Aluminium-Komponenten zu bleiben, wenn es nicht um die letzten 200 bis 400 Gramm Gewichtsreduktion geht.
In einem Markt, der sein Heil in einer immer stärkeren Spezialisierung und Zuspitzung sucht ist es nicht immer einfach fahrradgattungsübergreifende Schlüssel-Komponenten wie zum Beispiel leichte und haltbare Felgen, eine 2-fach Kurbelgarnitur mit kleinem 110er Lochkreis, vernünftige Systemlaufräder für Felgenbremsen sowie V-Brakes für Rennbremshebel in der gewünschten Qualität zu bekommen. Seit Jahren sind wir permanent auf der Suche nach solchen »Petitessen«. Aber noch gibt es sie, leichte, aber der Vernunft und Verhältnismäßigkeit verpflichtete Komponenten. Eine genaue Beschreibung und Übersicht finden Sie in den Speedster Preis- und Ausstattungslisten.
Preise.
Leichtbau ist eine kostspielige Angelegenheit. Je weniger Nutzungseinschränkungen damit verbunden sind, desto kostspieliger. Doch den höheren Preisen der Velotraum Speedster steht ein angemessener Gegenwert gegenüber: ein riesengroßes Nutzungspotential. Und genau dieses umfassende Potential macht nicht nur einen Fehlkauf äußerst unwahrscheinlich, sondern relativiert auch den Preis, denn schließlich bekommt man ja mindestens drei Räder fürs Geld.
Abstimmung.
Jedes Speedster-Rad wird individuell aufgebaut und angepasst! Die Ausstattungsvorschläge »Speedster 1« bis »Speedster 3« sowie die Wahlmöglichkeiten sind als wohlüberlegte Anregungen zu verstehen. Bei der Beratung werden alle Aspekte des künftigen Rades angesprochen. Das Für und Wider verschiedener Optionen wird erörtert und Ihre eigenen Überlegungen werden aufgenommen und umgesetzt. Kurzum, jedes Speedster ist ein Fahrrad nach Maß, das perfekt zum Fahrer und zum Anwendungsbereich passt.
Damit, bei aller Sportlichkeit, die Sitzpostion nicht zum Martyrium wird, ermitteln wir die für Sie richtige Sitzposition mit Hilfe unserer Messmaschine. Das Ergebnis ist ein auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse hin maßgeschneidertes Rad.
Carbon. Und was ist mit Carbon?
Dazu zitieren wir kurzerhand den Leichtbau- und Sicherheitsexperten Jo Klieber. Er wurde in der Trekkingbike 4/2006 zum schwarzen Trend befragt:
Trekkingbike: Auch an Trekkingrädern tauchen zunehmend Komponenten aus Kohlefaser-Laminat auf. Ein technisch sinnvoller Trend?
Klieber: Die Verarbeitung von Carbon zur Gewichtsersparnis ist noch komplizierter als bei Aluminium. Im Wettbewerb der Flugzeugbauer Airbus und Boeing sagt Airbus, die Konkurrenz verwende Carbon nur wie »schwarzes Aluminium«. Heißt: Wenn man nicht materialgerecht konstruiert, verplempert man bloß kostbare Rohstoffe.
Trekkingbike: Woran kann man das als Kunde erkennen?
Klieber: Bestenfalls durch die Negativauswahl: Ein technisch gutes Carbonteil muss aufgrund des Entwicklungs- und Fertigungsaufwands zwei- bis dreimal so teuer sein wie eines aus Alu. Selbstverständlich ist umgekehrt nicht jedes teure Teil gut.

























