Elektro-Velotraum

15. März 2010  |

Seien Sie gewarnt, liebe Leser – es kann durchaus sein, dass Sie nach dem Lesen dieses Artikels weniger schlau sind als zuvor ;-)

Zumindest wir haben das Vorhaben, für das E-Rad eine eindeutige Position und klare Produktentscheidung zu finden, grandios unterschätzt. Ein Grund, warum auch dieser Artikel mit Verspätung erscheint und mit ziemlicher Sicherheit genauso viele Fragen aufwirft wie beantwortet.

Annäherung und Aneignung durch (Er)fahren

Auch die Idee (oder Hybris?!) etwas Allgemeingültiges über die neue Fahrzeuggattung herausfinden zu wollen, haben wir schnell ad acta gelegt. Wir hatten schon genug damit zu tun, für uns und unsere in der Tendenz ähnlich gestrickten Kunden zu einer Art von Resümee zu kommen. Zumindest sind wir im Moment sicher, dass die simple und umfassende Genialität des klassischen Drahtesels einzigartig bleibt. Allerdings verhilft der Rückenwind aus der Steckdose dem guten alten Fahrrad zu faszinierenden Erweiterungen, die aber auch völlig neue Fragen aufwerfen. Die Kunst wird es dabei sein, die Vor- und Nachteile der neuen Technik für die persönlichen Bedürfnisse richtig einzuschätzen, nur so werden die Vorteile schlussendlich überwiegen können.

Wir haben eine Art Selbstversuch durchgeführt, denn in einer Beziehung sind wir ein wenig stur: Technik, die grundlegend Neues vorführen will, wollen wir selbst erfahren haben. Insbesondere dann, wenn die Versprechen und Erwartungen an eine neue Technik so ins Kraut schießen wie beim E-Rad. Einfach nachmachen oder auf gut geschmierte Trends aufspringen ist nicht unser Ding. Dass wir, nach einem halben Jahr Erfahrungen sammeln, schließlich bei einer Lösung landen, die Andere schon seit langem als Standard anbieten, gehört zum »Risiko« dieser Velotraum-Schrulle. Zeigt aber immerhin, dass wir die Welt nicht partout neu erfinden müssen, also quasi lernfähig sind ;-)

Das e-Velotraum

Die Schreibweise gibt einen ersten und für unser Selbstverständnis entscheidenden Hinweis: Ein kleines »e« steht für den unterstützenden Elektromotor, der Schwerpunkt bleibt jedoch auf Velotraum und Fahrrad. Schließlich soll auch ein Velotraum mit Motorunterstützung hinsichtlich Anpassung, Wahlmöglichkeiten, Fahreigenschaften und Vielseitigkeit keine oder nur wenig Wünsche offen lassen. Hier gibt es ein zweiseitiges zusammenfassendes Info mit Ausstattung und Preis zum e-Velotraum (Pdf 300 KB).

Das Motorenkonzept

Vergleichsweise einfach war die grundlegende Entscheidung für das Motorenkonzept. Denn nur mit einem Motor, der in der Nabe steckt, können bestehende Velotraum-Rahmen verwendet werden, deren hohe Rahmensteifigkeit und Belastbarkeit gute Voraussetzungen für ein Rad mit Motorunterstützung bieten. Ebenfalls eindeutig war, dass der Motor in der Hinterradnabe stecken musste, denn nur so ist genügend Traktion auf rutschigen Wegen gewährleistet und die Lenkung frei von Antriebseinflüssen. Auch wenn damit der Verzicht auf die Nabenschaltung einhergeht.

Über Markus Storck sind wir im Sommer mit einem Alternativ-Antrieb in Kontakt gekommen, der uns als hochwertige und viel versprechende Alternative zum Bionx-System erschien. Ein Testmuster des Velomoto gab es dann leider erst Ende November – rechtzeitig zum Wintereinbruch – doch gerade elektronische Bauteile kann man schließlich nicht hart und praxisnah genug testen. Parallel dazu hatten wir das stärkste Bionx-Modell, den HP250-HT, im Einsatz. Beide Motoren regeln bei 25 Km/h ab, gelten also als so genannte Pedelecs.

Bionx schlägt Velomoto (noch)

Nach über dreimonatigem Wintereinsatz, mit Fahrern zwischen 70 und 100-plus-X Kilogramm Körpergewicht, Tagesstrecken zwischen 15 und 50 Kilometern und 100 bis 800 Höhenmetern am Tag, können wir ein eindeutiges Fazit fällen. Der von uns zunächst präferierte Velomoto hat sicherlich gute Anlagen und ein großes Potential für die Zukunft, braucht aber noch ein wenig Reifezeit.

Das Bionx-System ist zwar nicht perfekt, hat aber im Moment eindeutig die Nase vorn und zwar in allen Belangen. Egal ob Steuerung, Bedienung, Zuverlässigkeit, Display, Akku und gefühlte Unterstützung. Einziger Schwachpunkt im direkten Vergleich, die 9-fach Schraubkassette, die auch für den nur durchschnittlichen Schaltkomfort verantwortlich zeichnet.

Kritikwürdig am Bionx-Antrieb als »Ausstattungsoption« ist sicherlich die mangelnde Systemintegration. Akku und Verkabelungen sind nicht ins Fahrrad integriert, sondern sichtbar angebracht. Wir nehmen dieses leicht provisorische Erscheinungsbild aber doch in Kauf, die Flexibilität scheint uns im Moment wichtiger. Ein e-Velotraum ist einfach auf andere Systeme und Akkus umrüstbar, ein wichtiger Aspekt bei den kurzen Innovationszyklen von Elektro-Komponenten.

Auch der Rückbau auf reine Muskelkraft ist schwuppdiwupp erledigt. Eine prima Sache, wenn man das e-Velotraum zum Beispiel im Alltag mit Motor benutzt, bei einer Radreise aber lieber auf den Antrieb verzichten möchte. Und natürlich geht es auch darum, den Preis nicht noch höher zu treiben. Denn allein kosmetische Aspekte rechtfertigen – zumindest im Moment – noch keinen speziellen und kostentreibenden E-Bike-Rahmen.

Hoher Preis

Je nach Betrachtungsweise sind die 3.990 Euro angemessen oder hoch. Angemessen ist der Preis sicherlich dann, wenn man das e-Velotraum sowohl mit, als auch ohne Motor benutzt. Zwei qualitativ vergleichbare Räder würden über 5.000 Euro kosten.

Hoch ist der Preis als reine E-Lösung. Wobei der hohe Preis in erster Linie der üblichen Geschäftspolitik geschuldet ist, dass kleine Abnehmer wie wir die Rabatte der Großen bezahlen. – Unsere Einkaufskonditionen sind einfach miserabel, und gleichzeitig wollen wir das e-Velotraum nicht über die normalen Fahrräder quer subventionieren…

Eigentlich sind wir ungeeignete e-Testfahrer

Für Leute wie uns, die das Fahrrad wegen seiner Einfachheit, Unabhängigkeit, Leichtigkeit, Eleganz und Effizienz seit Jahrzehnten lieben, für die Anstrengung und Schwitzen eher positiv besetzt sind, ist das E-Fahrrad erst mal eine Zumutung. Schließlich stellt es eine ganze Lebensphilosophie in Frage. Jetzt, nach zirka 1.000 Kilometern e-Velotraum, sehen wir die neue Fahrradgattung viel entspannter und positiver und auch ein Stück klarer.

Ach ja, andere, weniger fahrradaffine Testfahrer haben wir in unserem Umfeld leider nicht aktivieren können, denen war es einfach zu kalt, zu glatt, zu dunkel… zum Radfahren im Winter ;-)

Unsere Erfahrungen mit dem e-Velotraum

Für Radreisen ist das E-Fahrrad sicherlich im Moment nur unter bestimmten Voraussetzungen geeignet. Also auf kurzen Etappen mit gut organisierten Ladestationen und einem Materialwagen. Für die klassische mehrwöchige Radreise, die auch mal in strukturschwache und dünn besiedelte Regionen führt, sind E-Räder völlig ungeeignet. Es sei denn, man zieht einen Anhänger mit Akkus und Solar-Paneelen hinter sich her. Das gleiche gilt für die Verwendung als Sportgerät – was ja schon ein gewisser Widerspruch in sich ist. Schließlich geht es beim Sport um das Sich-selbst-spüren, Anstrengung und Verausgaben. Bei Erkrankungen oder in der Rehabilitation kann das E-Rad wiederum ein sinnvolles Sportgerät sein.

Als alternatives Fortbewegungsmittel zu Auto, Bus und Bahn ist das E-Fahrrad aber eine wirklich feine Sache. Und zwar nicht nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Bereich und in der Agglomeration, dem suburbanen Umland der großen Städte. Zumal sich hier eine umwelt- und menschenfreundlichere Mobilität und eine individuell dosierbare Aktivität und Anstrengung hervorragend miteinander verbinden lassen.

Aber auch für ambitionierte Radfahrer bietet der Zusatzantrieb vielversprechende Perspektiven. Zum Beispiel wenn die Strecke zum Arbeitsplatz mal über 20 Kilometer beträgt und mit bis zu 800 Höhenmeter Anstiegen gespickt ist, wie bei Markus Mehigan. Trotz der Abregelung ab 25 Km/h verkürzte sich Markus’ Fahrzeit um 15 Minuten, bei deutlich weniger Anstrengung. Insbesondere im Winter, wenn Spikereifen, Dunkelheit und Kälte den Fahrwiderstand um gefühlte 50% steigern, kann sich Markus vorstellen, in Zukunft regelmäßig – aber nicht ausschließlich – mit einem e-Velotraum zu fahren. Allerdings wünscht sich Markus ein »offenes« System, also keine Abregelung bei 25 Km/h. Zudem empfiehlt der durchtrainierte Vielfahrer niemals mit leerem Akku zu fahren: extreme Quälerei. Für die gelegentliche Nutzung empfindet er die Anschaffungs- und Unterhaltskosten als problematisch. Als leichter und durchtrainierter Fahrer kam er, wenn auch knapp, mit einer Akkuladung hin- und zurück.

Die Abregelung ist auch für Pit Heynhold die Spaß- und Überzeugungsbremse. Obwohl auch er seinen 25 Kilometer langen Arbeitsweg 15 Minuten schneller zurücklegte, würde er (noch) auf eine Motorunterstützung verzichten wollen. Denn auf flacheren Strecken macht sich die unangenehme Eigenschaft von Nabenmotoren – spürbar zu bremsen – besonders bemerkbar. Das leichtfüßige Gleiten ist nicht die Stärke von E-Fahrrädern, sprich – Fahren völlig ohne Unterstützung geht, ist aber kein Vergnügen! Als alter Haudegen würde Pit daher im Moment auf den Zusatzantrieb verzichten.

Für Jörg Hallmeyer als Kurzstreckenpendler kommt ein E-Bike auf keinen Fall in Frage. Seiner Meinung nach klaffen die Schenkel der Kosten-Nutzen-Schere zu weit auseinander. Auch die Entsorgung und die relativ geringe Lebensdauer der Akkus sind für ihn wichtige Gründe, auf den ansonsten als sehr angenehm empfundenen Komfort zu verzichten.

Das Gleiche könnte ich eigentlich auch für mich – Stefan Stiener – gelten lassen. Allerdings habe ich einfach mal ein paar andere Anwendungssituationen gesucht und ausprobiert. Ich werde zum Beispiel im Winter, wenn der Radweg wieder mal monatelang vereist ist, auf das e-Velotraum umsteigen. Denn damit ist für mich die autoarme Alternativstrecke auch mit Spikereifen und 15%-Rampen keine Quälerei mehr. Auch für Fahrten zum S-Bahnhof mit anschließender Bahnfahrt und Geschäftsterminen würde ich mich in Zukunft jederzeit auf ein e-Velotraum setzen. Und müsste ich täglich einen Kinderanhänger die Rampen der hiesigen Topographie hochziehen, wäre für mich die Wahl auch klar: pro E-Antrieb.

Positiv überrascht war ich, wie sehr die Unterstützung auch bei einem 100-plus-X-Kilo-Fahrer zu spüren ist und wie vergleichsweise wenig der Motor meinen Fahrstil beeinflusst. Es geht einem zwar etwas das Gefühl für das »was leiste ich, was der Motor« verloren, aber weder bei der Trittfrequenz noch beim Fahren im Wiegetritt hatte ich das Gefühl, mich dem Motor zu sehr anpassen zu müssen. Aber wie die Kollegen stört mich, je häufiger ich fahre, der Widerstand oberhalb von 25 Km/h, sobald der Motor abregelt.

Reichweite – »alles auf einmal geht nicht« (1)

Ernüchternd, aber im Alltag handhabbar, ist die Akkureichweite. Bei extremen Anforderungen (tiefe Temperaturen, schwerer Fahrer, hohe Unterstützung, steile und längere Rampen) ist nach 15 bis 18 Kilometer Wegstrecke Schicht im Schacht, und Ebbe im Akku!

Als nicht praxistauglich empfanden wir die Energierückgewinnung beim Bergabfahren, die so genannte Rekuperation. Damit wird der Motor zum Dynamo und erzeugt elektrische Energie. Wir konnten dabei nur einen marginalen »Gewinn« feststellen aber der Spaßfaktor bergab geht völlig flöten, da selbst bei einem Gefälle von über fünf Prozent das Rad fast stehen bleibt! Und wie sich 250 Watt Widerstand statt Unterstützung anfühlen erfährt man, wenn man vergisst, rechtzeitig vor Ende des Gefälles umzuschalten (mit Handschuhen und nachts sehr schwierig).

Natürlich erwartet den E-Rad-Fahrer ein erhöhter Wartungsaufwand. Speziell der Akku will gehegt und gepflegt werden, wenn er möglichst lange halten soll. Wie wenig die Hersteller da der Technik und dem Nutzer noch trauen, zeigen die kurze Gewährleistung von manchmal nur einem Jahr auf die 600 bis 800 Euro teuren Powerpakete.

Fazit

Auch ein Velotraum mit E-Motor bleibt ein richtiges Velotraum und ist, wenn Bedürfnisse und Anforderungen passen, schon jetzt eine gute und stimmige Lösung. Wir sehen die eigentliche Aufgabe und Weiterentwicklung des E-Rads nicht in erster Linie in der Systemintegration und Verhübschung (integrierter Akku, Kabel verdeckt, usw.) sondern erst mal in der weiteren Verbesserung von Steuerung, Antrieb, Akku-Technik, Akku-Anbringung (bei kleinen Rahmen bzw. TD-Rahmen) und der Gesetzeslage.

Denn die größte Spaßbremse war die Abregelung bei 25 Km/h und der damit einhergehende, höhere Fahrwiderstand über 28 Km/h. Für weniger sportive Fahrer und auf Kurzstrecken ist dieses Handikap aber sicherlich weniger relevant. Ob die Politik und die Verwaltung in Deutschland sich hier bewegt – im Gespräch sind 32 Km/h ohne Zulassung – bleibt abzuwarten. Der Aufwand und die Kosten für die Zulassung eines Velotraums mit Unterstützung bis 45 Km/h wäre im Moment leider zu hoch. Auch wenn diese »offene Klasse« sicherlich besser zu Velotraum passen würde…

Wenn das E-Rad ein Auto oder die Kosten für Bus und Bahn ersetzt, stehen die Kosten durchaus in einem angemessenen Verhältnis. Wahrscheinlicher wird es aber sein, dass die E-Räder einfach zusätzlich gekauft werden. Denn spätestens bei Regen, Kälte und Glätte werden nur noch die wenigsten auf dem Fahrrad sitzen. Außer vielleicht wir Schwaben – schließlich muss sich so eine Anschaffung ja rentieren – gell ;-)

Zum Schluss unser vielleicht wichtigster Tipp für Interessierte: Ausprobieren und testen! Damit meinen wir nicht die unsäglichen Testparcours auf Messen und auch nicht die Runde um den Block. Sondern Fahrrad für zwei Tage mit nach Hause nehmen und in verschiedenen Anwendungsbereichen testen. Alles andere ist Mumpitz. Die Leih- und Aufwandspauschale von 50 Euro rechnen wir beim Kauf natürlich an.

(1) aus »Das E-Bike« – Peter Barzel, Gunnar Fehlau

Kommentare

  1. Henning am 15. März 2010:

    Hallo Herr Stiener,
    ich plane zwar keinen Elektroradkauf, mich würde aber für die generelle Diskussion folgendes interessieren:
    würden Sie Ihr 4000€ e-Velotraum wirklich einfach so am Bahnhof abstellen? (oder haben Sie dort eine abschließbare Fahrradbox?)
    Wie ist eigentlich der teure Akku gesichert? Kann den jeder einfach abmachen? Läßt sich am Motor-Hinterrad ein Pitlock anbringen?

  2. Robert W aus München am 15. März 2010:

    Hallo Herr Stiener!
    Kürzlich habe ich mein schönes, neues Velotraum bekommen. Soweit bei dem Wetter möglich, kann ich jetzt schon sagen, es wird mir in der Freizeit viel Freude bereiten. Also, wie erhofft.
    Aber………., für die 18km zur und von der Arbeit im Businessoutfit steckte mir schon lange ein E-Bike im Sinn. Als Bestager war natürlich auch das Image ein Problem, man fühlt sich gleich 10 Jahre älter mit so einem Rad(; Und die Technik kann mit der zurückhaltenden Finesse eines Velotraum auch nicht stand halten. Trotzdem habe ich mir also diesen Luxus geleistet. Ein (sportliches!)Pedelec mit Tretlagermotor. Pedelec deshalb, weil man damit in der Stadt den Radlweg benutzen kann. Mehr als 25km/h ist ohnehin zu gefährlich. Und da macht für mich so ein Rad auch Sinn. Man schont die Umwelt, ist trotzdem nicht verschwitzt und öffnet die Sinne. Na ja, und Geld spart man auch noch. Die Reichweite beträgt übrigens bei wenig Höhenunterschieden ca. 50km, also recht gut. Nach kurzer Eingewöhnung macht mir daher die elektrische Unterstützung richtig Spaß! Auch, aber eben nicht nur, aus gesundheitlichen Gründen glaube ich fest an die Zukunft des E-Bikes. An den Wochenenden werde ich trotzdem auf meinem schönen Velotraum sitzen und mich je nach Gusto ausarbeiten. Beste Grüße an Sie und das Team.

  3. Stefan Stiener von Velotraum am 16. März 2010:

    @ Henning,

    gute Frage. Ich denke in Weil der Stadt könnte man ein E-Rad noch am Bahnhof stehen lassen, besser sind aber auch hier mietbare, abgeschlossene Boxen. Für spontan ist das aber leider nichts. Gut, dass unser Firmengebäude nur drei Gehminuten vom Bahnhof entfernt steht ;-)

    Generell ist natürlich das sichere Abstellen von teueren E-Rädern ein ungelöstes Problem, insbesondere dann, wenn weder Garage oder Fahrradraum ebenerdig zugänglich sind.

    Die Akkus sind abschließbar, müssen also nicht zusätzlich gesichert werden, die Hinterradnabe (Motor) würde ich immer mit anschließen. Pitlock ist nicht möglich, da die Naben Vollachsen haben.

  4. Hans am 16. März 2010:

    Frage: Ist das jetzt ein Zwei- oder Viertakter? Macht der Karren auch so einen Krach, wie meine Heckenschere von STIHL?

    Übrigens, umweltfreundlich, absolut gesehen, sind e-Antriebe, die aus der Steckdose geladen werden, niemals! Natürlich sind e-bikes, relativ gesehen, umweltfreundlicher, als ein UNIMOG, ähh, ich meine, als ein BMW X5 oder ein Porsche Boxter, oder ein MINI,…zum Bleistift.

    Wer sich die Effizienz eines aus der Steckdose zu ladenden Fahrzeugs mal genauer ansieht, der findet darin eine reine Dreckschleuder. Der Dreck wird halt nur an anderem Orte erzeugt (dort aber um so heftiger) und verteilt.

    Trotz allem: Dem e-bike gehört die Zukunft! Kein Zweifel. Wenn ich mich in meinem Umfeld so umhöre, dann pfeiffen es die Spatzen von den Dächern.

  5. Gerhard Weil am 17. März 2010:

    Hallo “Esel-Treter”

    Mir geht es jetzt so wie einst dem großen Griechen Sokrates, der angeblich das Copyright auf den Spruch hatte “Ich weiß, daß ich nichts weiß …”

    Tatsache beim Thema “Elektro-Rad” ist die schnelle Entwicklung innerhalb der letzten drei Jahre im Hinblick auf Weiterentwicklung von Motor, Akku und Systemgewicht. Von ca. 30 auf jetzt knapp 20 Kg verschlankt, kann man langsam von einem handlichen und gut fahrbaren Rad sprechen.

    Genauso gilt dies für die Optik. Der Spruch – auch von vielen jungen Leuten zu hören: “Was soll ich mit so einem Oma-Rad aus dem Sanitätshaus?” wird sich in der Praxis bald als Nonsens erweisen.

    In Holland soll angeblich fast jedes zweite Rad als E-Bike gekauft werden. Deutschland hinkt da noch nach, doch wenn die Bürokraten ihren Hintern in Brüssel langsam hochkriegen und von der Bremse gehen, wird die Entwicklung des Marktes wesentlich beschleunigt. Zuverlässige und preisgünstige Räder können ihren Beitrag leisten, das Interesse zu wecken. Die Demographische Entwicklung tut ein übriges. Auch ältere und nicht mehr ganz so gesunde Menschen haben ein Anrecht auf Lebensqualität und sportliche Aktivitäten ….

    Schaut euch nur als Beispiel die älteren Herrschaften bei der Senioren-Olympiade an. Was diese Typen noch leisten, diese “UHUS” diese “Methusalems” – einfach unfaßbar.

    Clevere Tourismusmanager bieten inzwischen gut organisierte Urlaubsreisen mit E-Bike an.

    Ich kann mich noch gut erinnern, als vor vielen Jahren Wanderer und Radfahrer in Hotels wenig erwünscht waren. Heute reißen Hoteliers sich um diese Klientel, die inzwischen auch ein paar Euros zu bieten haben.

    So ändern sich die Zeiten und das ist auch gut so.

    Fazit: Schön reintreten in die Pedale – ob mit oder ohne Strom.

    Eine schöne und gesunde Radsaison 2010
    wünscht

    Gerhard Weil

  6. Matthias »Besserwisser« aus Bochum am 18. März 2010:

    @ Stefan Stiener

    Welches Achsmaß hat denn der BionX-Motor? Bei gewöhnlichem M10-Gewinde wie bei Vollachs-Rohloffs (TS) oder -Nexus würde das Pitlockset M10 passen. Siehe Pitlock.

    Liebe Grüße, Matthias

  7. Axel Nordmann, Radladen Bamberg am 21. März 2010:

    Hallo Stefan!

    Vielen Dank für den gewohnt kompetenten und vor allem differenzierten Beitrag!

    Auch um den Rahmen einer Kommentarfunktion nicht zu sprengen, produziere ich hier jetzt mal das Gegenteil: Einen Schnellschuss aus der Hüfte:

    Meine Frau hat seit letzter Woche vermutlich eines der ersten e-Velotraum weltweit (!). Wir haben Ihr 2009er VT100 mittels Bionix 250 HT zum grünen Blitz umgebaut. Der Grund: Neuerdings zwei Kinder im Chariot CX2 (Gesamtgewicht mit Einkäufen bis zu 50kg), die etwa 150 Höhenmeter und acht Kilometer in die Stadt und zurück tranportiert werden wollen.

    Wir haben noch nicht geladen, keinen Langzeittest gemacht, noch nicht über den visuellen Auftritt des Rades wegen mangelnder »System-Integration« endgültig nachgedacht.

    Aber meine Frau hat mich nach der ersten Fahrt mit ihrem e-Velotraum über den Kaulberg in Bamberg extra angerufen, weil die Glückshormone ihr keine andere Wahl gelassen haben:

    Mit 20 km/h war sie unterwegs, wo sonst vielleicht acht anliegen. Die Autofahrer haben angesichts des schnellen Gespanns gestutzt. Angestrengt habe sie sich, aber eben auch nicht überanstrengt. Geile Fahrt eben, wie die Jugend sagen würde.

    Und ich habe nun begründete Hoffnung, dass wir noch lange Zeit trotz zweier kleiner Kinder ohne Auto auskommen werden. ;-)

    Differenzierter werde ich auf unserer eigenen Website Radladen Bamberg berichten.

    Viele Grüße
    Axel.

  8. Richard, Lubu am 14. April 2010:

    Hallo,
    wieder mal ein klasse Bericht aus Weil der Stadt. Danke schön dafür. Er deckt sich wunderbar mit meinen eigenen Erfahrungen. Als Viel- und Schnellradler bei 25km/h regelrecht abgewürgt zu werden- geht garnicht. Ein kurzer Gedanke an eine illegale und im Unfallfalle richtig teure Lösung- aber da gibt es ja noch die schnelle Klasse. Die ist mir dann aber wieder zu reglementiert (Versicherungskennzeichen, kein Anhänger, keine Radwegbenutzung, .. ) und einfach auch zu gefährlich.

    Also werde ich einfach noch ein bißchen warten. Auf bessere Motoren, Akkus und Gesetze

    Am besten gefällt mir (optisch natürlich) zZ die Gruber-Lösung mit Motor im Sattelrohr. Leider nur 100W und leider noch nicht probegefahren

    ride on oder: bis zur Spezi

  9. Thomas Baur am 17. April 2010:

    Hallo Stefan,
    die erste Fahrt mit Eurem Testrad gefiel uns gut. Unsere Haussteigung fuhr Maren locker mit 14 km/h hoch. Auch die Batteriekapazität scheint in Ordnung zu sein.
    Für meine Ansprüche im Hinblick auf eine flotte Fortbewegung hat das Bionix-Konzept folgenden Mangel:

    Ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h oder in der Größenordnung kann man den maximalen Unterstützungsfaktor (200%) nicht mehr aktivieren, da die Steuerung die Unterstützung vermutlich linear bis auf 0% bei 25 km/h reduziert. Damit ist es nicht möglich mit maximaler Motorunterstützung die gesetzlich zulässige Höchstgeschwindigkeit zu erreichen.

    Die Ursache liegt meines Erachtens darin, dass Bionix die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit über die oben beschriebene Absteuerung (keine Regelung) realisiert. Die bessere Lösung wäre eine Regelung, die ausschließlich die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h regelt, indem sie die Tretkraft des Radfahrers soweit verstärkt, dass die 25 km/h gehalten werden. Die Obergrenze der Unterstützung wäre die gewählte Verstärkung (maximal 200% bei Stufe 4). Mit dieser Regelung kann jeder Radfahrer auch die 25 km/h erreichen.

    Will der Radfahrer schneller als 25 km/h fahren, muss er zuerst die Tretkraft soweit erhöhen, dass der Motor bis auf 0% Unterstützung heruntergeregelt hat. Danach erhöht sich dann die Geschwindigkeit nur noch durch eine Steigerung der Tretkraft des Radfahrers.

    So sähe für mich eine intelligente Regelung der Motorunterstützung aus und das faszinierende Pedelec-Konzept würde noch schneller mehr Freunde finden.

    Herzliche Grüße
    Thomas.

  10. Stefan Stiener von Velotraum am 18. April 2010:

    Hallo Thomas,

    mit Eurem Feedback seid Ihr nun schneller gewesen, als wir mit der Kommunikation – geschweige denn selber testen – des neusten E-Status bei Velotraum ;-)

    Kurz die Fakten. Der Kommentar von Thomas Baur bezieht sich auf ein Velotraum-Testrad mit dem Bionx PL-250-light System. Hintergrund für ein Testrad mit diesem Motor sind das geringe Gewicht, der kleine Akku, der auch in einen TD-Rahmen oder zweiXS-Rahmen passt, sowie einem vermuteten geringeren Leerlaufwiderstand ohne Motorunterstützung. Aber wie bereits erwähnt, sind wir selbst noch nicht zum Testen gekommen, schließlich warten viele, viele Kunden auf ihre neuen Räder :-)

    Zumindest unsere Erfahrung mit dem PL-250-HT deckt sich nicht mit Deiner Einschätzung. Denn die Motorleistung wird in erster Linie über die Fahrstufe und das Drehmoment, also die Kraft, mit der Fahrerin oder Fahrer in die Pedale tritt.

    Allerdings ist das von Euch gefahrene System mit der 4.0-Steuerung ausgestattet und wir kennen bisher nur die 3.8-Ausführung. In jedem Fall ist eine besondere Stärke des Bionx-Systems, die sehr flexible Steuerung. Da lässt sich sicherlich eine Menge optimieren.

    Übrigens: In der aktuellen Trekkingbike wurde ein Idworx-Rad mit diesem Motor mit »herausragend« beurteilt…

  11. Tilman Lohbeck am 25. April 2010:

    Die Ladefunktion des BionX bringt zwar nicht viel Reichweite, spart dafür umso mehr Bremsbelag, Felge und Dreck. Mein 10%iger Hausberg läßt sich auf Bremsstufe 4 bequem abfahren ohne Bremse. Wenn die umständliche Tastenbedienung der Fahrstufen (mit Handschuhen sehr schwierig) durch einen (schnelleren) Hebel ersetzt werden könnte, stellt sich ein völlig neues Fahrgefühl ein: Statt Schalten und Bremsen, wird zunächst die passende Unterstützung bzw. Bremsung eingestellt. Kettenschaltung und Bremse braucht man fast nur noch im “Notfall”.

    Viele Grüße
    Tilman

  12. BionX am 27. April 2010:

    Spiegel Online bringt einen Erfahrungsbericht zu Pedelecs

  13. W. Inter am 17. September 2010:

    Der BionX-Antrieb bietet ungeahnte Möglichkeiten im Winter!
    Siehe Foto

  14. Walter am 1. Mai 2011:

    Habt ihr euch schon mal den Daum-Antrieb (daum-electronic.de) angesehen?
    Das ist ein Mittelmotor, der zwar nicht so unauffällig ist, wie ein Nabenmotor, der es dafür aber erlaubt, eine Nabenschaltung zu nutzen. Außerdem hat er einen Freilauf, so dass man auch schneller als 25 km/h unterwegs sein kann.
    Dass der Antrieb in Deutschland gefertigt wird, ist in meinen Augen ein weiterer Pluspunkt.

  15. Anton am 15. Mai 2011:

    Ich halte den Mittelantrieb (auch nach dem Mini-Kurztest eines Stevens mit dem Bosch Antrieb) deutlich besser als den Hinterradnabenantrieb. Er wird dem Rest nur Nischen lassen. Der Bosch hat übrigens ein wie ich meine sensationell gut funktionierende Regelung. Leider kenne ich den Panasonic nicht als Vergleich dazu.
    + Nabenantrieb (mit Vollkettenschutz?) möglich
    + keine Erhöhhung der ungefederten Massen (vorne)
    + die minimale Schwerpunktverlagerung in Längsrichtung ist das! schlagende Argument – zumal wenn man ein Rad mit dem Bionx Cu-Klotz hinten schon mal hochgehoben hat
    + Fette Drehmomente möglich – weniger Überhitzungsprobleme bei langsamer bergauf-Fahrt! – für kleine Hersteller ist die Rahmenänderung der Knackpunkt, da wirtschaftlich schwierig umzusetzen – Optik nicht optimal; allerdings nur vor der Probefahrt; danach wird das Problemchen weggegrinst. Ist wohl auch eine Sache der Gewöhnung, bis jederman weiß, was der Klotz an zusätzlichem Fahrspaß bietet.

    Velotraum sollte zahlenmäßig (nicht nur nach Umsatz je Rad) wachsen und über den Tellerrand schauen. Und noch etwas für die Zukunft: Richtig geil übrigens für größere Fahrer sind ungefederte 28” (mit dicker Bereifung 29er), wenn Komfort auch auf Feldwegen gefragt ist. Z.Zeit mein Favorite – daher (leider nicht der nächste Kunde.

  16. Moussil am 16. Mai 2011:

    Nur mal so am Rande: Der Wirkungsgrad eines modernen PKW-Dieselmotors erreicht zur Zeit knapp die 40%-Grenze (bezogen auf den Verbrauch fossiler Energie…1 L Diesel oder eine gefahrene Strecke von 100 km…zum B.). Der analoge Wirkungsgrad eines eBikes (aus der Steckdose und fossiler Energie) liegt bei nur 6-7%. Wenn man also mit einem Polo 1.2 TDI bluetec/efficency 100 km weit ruhig fährt, verdreckt man die Umwelt auch nicht mehr, als wenn man diese Strecke mit einem ebike zurücklegt. Nur, dass der Dreck des ebikes scheinheilig an anderem Orte erzeugt und zugemutet wird. Jedes Mofa läuft das umweltverträglicher.

  17. Bernd Niehoff am 16. Mai 2011:

    @Moussil: Es ist gut, die Diskussion über Sinn und Unsinn von Elektromobilen zu führen. Der benötigte Energieinhalt für das Bewegen eines effizienten Diesel-Kleinwagens über die Strecke von 100km liegt aber trotz des besseren Wirkungsgrads um etwa den Faktor 10 höher als beim Pedelec, auch wegen des Gewichts und des Mittretens. Auf Kurzstrecken wird der tatsächliche Verbrauch bei Verbrennungsmotoren (auch eines Mofas) noch einmal deutlich höher, wegen des Kaltstarts. Und genau auf Kurz- und Mittelstrecken macht das Pedelec Sinn. Zudem gibt es viele andere gute Gründe für das E-Fahrrad: kaum Platz zum Parken in Innenstädten, weniger Stau, weniger Lärm, mehr Bewegung beim Mittreten, mehr frische Luft… Beim Energiesparen sollte die Diskussion nicht nur von der reinen technischen Effizienz der Geräte bestimmt sein. Sie sollte auch dahingehend geführt werden, wie diese Geräte von uns benutzt werden. Meine persönliche Empfehlung daher: www.vcd.org

  18. Manfred Liedtke am 16. Mai 2011:

    Auch mal so am Rande bemerkt: Sich über den effizienten Wirkungsgrad von PKW und e-Bike bezogen auf den Energieverbrauch zu diskutieren, geht eigentlich an der Sache völlig vorbei. Das gilt auch für die Klagen, dass sich der Bionx-Motor bei Erreichen der 25 km/h Gesetzes wegen abgregelt und die Mehrgeschwindigkeit Krafteinsatz erfordert, wegen des leichten Widerstandes vom Motor. Stimmt alles nicht so wirklich! Ich, 71 Jahre alt,100 kg schwehr mit zwei Knieprothesen, fahre ein Scott TR3 Nomad ATB u. 26” Räder mit einer Nachrüstung mit Biox PL 250 HT und passender Batterie mit 36 V u.10 Ah. Gesamtgewicht des Rades ca. 27 kg, einschl. Federgabel Airwings und Brook-Sattel, Hydraulikbremsen etc.pp. ist das mein Velotraum. Dann kommt man mit dem Reisegepäck (bei mir etwa 15 kg) locker auf 140 – 150 kg Gesamtgewicht inkl. Batteriecharger. Nur mein 24 Jahre altes Trekkingrad wog Netto ohne Motor auch schon 15 Kg. Ist da jemand der Meinung, das die 12 Kg Nettodiffenrenz Wenigergewicht den Kohl ausmacht? Weit gefehlt. Im Nahverkehr zu Hause, mal eben in die Stadt fahren mit 150 % Energiezuschaltung (Ist etwa nur die Hälfte des Möglichen) durch Motorunterstützung und 27 kg Rad, ist das Luxus pur! Da hecheln die vermeintlich sportlich Typen mit großem Gang hinterher! Auf meiner Radreise ( meist zwei Wochen) wandere ich mit dem Rad und fahre kein Rennen, wobei die Höchstgeschwindigkeiten bei etwa 18 -20 km/h liegt. Mehr Geschwindigkeiten fährst du in meinem Alter auch nicht mit einem Rad ohne Motor. Schwinden ab Mittag dann die Kräfte oder geht es mal richtig Bergauf kommt Hilfe von unten. Früher hätte man geschoben! Ich kann mit Hilfe der Enegiezuschaltung meine Tagestouren von 60 -90 km richtig angenehm ohne Luftnot gestalten!
    Während des Mittagsessen und Kaffezeit wird die Batterie nachgeladen. Das klappt ohne Probleme. Ist klar, nur nicht in der Wüste und da will ich auch nicht mehr hin. Und wer glaubt, der Gesetzgeber solle mal die Hürde von 25 Km/h aufheben, der soll bitte auch bedenken, das das Unfallrisiko mit der Geschwindigkeitszunahme immens steigt. Wer will den auf den schmalen Radwegen mit entsprechenden Sommerverkehr mehr als 25 Km/h fahren? Ein Fahrrad bleib ein Fahrrad!, auch wenn es einen zuschaltbaren Motor hat.
    Fazit: Liebe Velotraum-Macher, wartet nicht auf das noch perfektere System, sondern stattet Eure schönen Radsysteme mit dem aus, was der Markt jetzt am besten hergibt. Nach meiner Meinung eben Bionx.
    Ich bin mir sicher, meine Freude am Radfahren habe ich mir durch die Aufrüstung mit dem Bionx System erhalten und unseren Zweitwagen gleichzeitg abgeschafft. Das ist doch auch schon was!

  19. gerhardcroepelin@t-online.de am 21. Juni 2012:

    ich fahre seit Jahren ein Velotraumrad mit Rohloff Nabe und bin mehr als zufrieden. Es wäre aber eine Option für mich, bei der nächsten Neuanschaffung über ein solches Rad mit e-Motor, dann aber lieber mit Bosch Antrieb (350Watt) als Speed pedelec 45, nachzudenken. Gibt es bei Ihnen irgend eine Überlegung dazu?
    Gerne höre ich von Ihnen

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerhard Cröpelin

  20. Stefan Stiener von Velotraum am 21. Juni 2012:

    @ gerhardcroepelin,

    Überlegungen und Vorstellungen hatten wir schon zur Genüge, aber die Marktrealitäten gehen da in eine Richtung, der wir als kleiner Betrieb nicht folgen können und wollen.

    Die Hürden und Kosten für eine Zulassung (45km/H) sind schlicht gigantisch und die rechtliche Situation mehr als ungewiss. Zudem hat Bosch eine Jahresabnahme-Menge von 2.000 Stück – Tendenz weiter zunehmend. Vor 2 Jahren waren es mal 100 Stück! Oder man hat(te) »Verbindungen«, um diese Hürden zu umgehen. Velotraum wurde in jedem Fall vor 2 Jahren als System-Partner abgelehnt.

    Generell ist da für kleinere Hersteller im Manufaktur-Maßstab (500 – 3.000 Räder/Jahr) in Zukunft nicht mehr viel zu holen, bzw. man ist auf Teufel komm raus dazu verdammt zu wachsen, wachsen, wachsen…

    Aber wer weis. Da die Einen (Bosch, Panasonic) in Zukunft nur noch den Massenmarkt bedienen werden, entstehen Lücken für neue Anbieter und Systeme, die auch für uns (wieder) passen könnten.

  21. Gerhard am 21. Juni 2012:

    Hier schreibt ein – natürlich tatenloser – Gegner dieser Elektro-Räder.

    Auch sie sind m.E. Teil des üblichen, weit verbreiteten Betruges und Selbstbetruges. Man möchte halt immer bequemer leben. Wo kommt unser Fleisch her? Wo kommen all die so verdächtig billigen Konsumgüter her? Wo kommt der Strom her? Wo und wie wird all unser Müll entsorgt? Interessiert das wirklich eine nennenswerte Zahl von Menschen? Ich habe diesen Eindruck nicht. Unsere Welt sähe sonst erheblich anders aus.

    Mir war, ist und bleibt Fahrradfahren die Fortbewegung aus eigener Muskel- und Gedankenkraft auf dieser genialen Erfindung aus Drahtgestell, zwei Rädern und einem simplen Kettengetriebe. Und wenn man ehrlich ist, so ist nicht mal dies wirklich energieneutral.

    Ich weiß:Die Verlockung ist nun mal groß. Aber sie ist eben erkennbar trügerisch. Auch ich bin jetzt in einem Alter, wo ich plötzlich schalten muß, wo bisher kein Anstieg zu bemerken war. Hügelchen werden zu Anstiegen und Anstiege zu Bergen, die in Angriff genommen werden wollen. Und bis vor kurzem hätte ich eigentlich noch abgestritten, daß es Gegenwind gibt. Letztes Jahr bin ich dann das erste Mal abgestiegen. 20% Steigung über eine längere Strecke waren zu viel. Aus solchen Erfahrungen lernt man. Wohin uns die Motorenschummelei mit den Verbrennungsmotoren geführt hat, kann man täglich besichtigen. Auch diese hat mal naiv und durchaus liebenswürdig (!) angefangen…

    Sollte man vielleicht dieses Mal vorher nochmal drüber nachdenken? Es ist auf gar keinen Fall nur ein technisches Problem. Und Zeitersparnis kann eigentlich heutzutage kein Kriterium mehr sein. Aber wie oben schon jemand schrieb:Die Dinger werden kommen, solange Menschen diese 4000 € investieren wollen und können.

  22. Frank Heidemann am 24. Juni 2012:

    20mph oder 32km/h zulassungsfrei wäre schon toll. Dann noch die Grünen an die Macht mit ihrem Vorschlag, fast überall innerstädtisch Tempo 30 einzuführen und wir hätten ein vielleicht einfacheres Mit- und Nebeneinander. Freiwilliger Tempo 20 oder 25 Knopf für sich unsicher fühlende Radfahrer wäre technisch sicher auch möglich.

  23. Jan Gathmann am 26. Juni 2012:

    Ich unterstreiche den Vorschlag von Kommentar 22 dick – niemand muss ja ausgerechnet über den Radweg-Pfosten-Wurzeltrail mit 32 kacheln – und weise auf eine Aktion hin, die der VCS gerade zu Tempo 30 in den Städten fährt.

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