Ach Gott, wie ich mich freu’: Dieser Mercedes schützt nun auch unachtsame Radfahrer

21. März 2015  |

Eine Anzeige unserer automobilen Freunde von Mercedes-Benz, z.B. in GEO 4/2015.

Auszug aus dem Anzeigentext: »›Groß. Stadt. Jäger.‹ Der neue CLA Shooting Brake ist gekommen, um die Stadt zu erobern. Denn dank Mercedes connect me ist er rundum vernetzt und zudem mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgerüstet. So, dass Ihnen zukünftig kaum etwas entgehen kann. Sei es eine angesagte Location oder ein unachtsamer Radfahrer.«

»Der Jäger auf der Pirsch. Grenzenlose Möglichkeiten eröffnen und nutzen. Mein Traum vom Mercedes-Benz.«

Zitat aus der Markteinführungskampagne:
»Unter dem Claim ›Groß. Stadt. Jäger.‹ inszeniert die integrierte Markteinführungskampagne den neuen Mercedes-Benz CLA Shooting Brake wie einen Jäger auf der Pirsch im Dschungel der Großstadt. Ob hoch über den Dächern der Stadt oder in den Tiefen des pulsierenden Nachtlebens – der CLA Shooting Brake ist der ideale Begleiter für Menschen mit aktiver Freizeitgestaltung und einem individuellen Lebensstil. Als perfekte Mischung aus Coupé und Kombi …«

»Der CLA Shooting Brake passt perfekt zu einer jungen Zielgruppe, die auf der Suche nach inspirierenden Erlebnissen und neuen Herausforderungen ist. Deshalb inszenieren wir das Fahrzeug in der Umgebung eines städtischen Großstadt­dschungels [Gibt es einen ländlichen? – Red.] und vermitteln so ein dynamisches Lebensgefühl, das wir als ›Urban Hunting‹ – die Jagd nach Erlebnissen in der Stadt – bezeichnen. Gleichzeitig spielen wir auf die Bauform des sogenannten Shooting Brakes an, die ihren Ursprung als Jagdwagen hat. ›Wir sind überzeugt, dass der neue CLA Shooting Brake den Nerv unserer Zielgruppe trifft‹, so Dr. Jens Thiemer, Leiter Marketing Kommunikation Mercedes-Benz Pkw.«

Verantwortlich für Konzept und Realisierung der Kampagne ist die Mercedes-Benz Kreativagentur Jung von Matt/Alster und next.
[ Quelle ]

So, das ist also die Gegenwart, März 2015. Die Zukunft freilich, wird noch viel besser. Sie soll dann so aussehen:
The F 015 Luxury in Motion Future City
»The autonomously driving research car F 015 Luxury in Motion demonstrates in this animated video several scenarios of the future. For instance, the F 015 is able to park itself autonomously or to project a virtual crosswalk onto the road surface which lets the pedestrian know the road is clear. As a result of the freedom to concern oneself with matters other than steering, accelerating and braking, time spent in the car acquires a totally new quality.«

Noch ein Mercedes-Video-Highlight zum Schluss: »Die gute Fee«

Kommentare

  1. Nimrod am 21. März 2015:

    Halali…
    Waidmannsheil!

  2. Stefan, Stuttgart am 21. März 2015:

    Die autokranken Bewegungsbehinderten werden in ihrer Zerstörungswut nicht aufgeben bis auch der letzte Rest an Zivilisation und Kultur in der Innenstadt zestört sein wird. Die blödsinnige Idioten-Kultur der Hinterwäldler und Dörfler am Stadtrand der Autobahnzubringer berührt mich persönlich jedenfalls schon lange nicht mehr.

  3. Mani v. Remstal am 21. März 2015:

    Warum ein kleiner und feiner Radlbauer (Fahrrad als Lebensmittel) der Autoindustrie eine Werbeplattform mit diesem Beitrag bietet ist für mich unverständlich!!!

  4. I.Ronie am 22. März 2015:

    @ Mani,
    Werbeplattform? Nein! – Velotraum zeigt Automobilwerbung in einem anderen Kontext (“kleiner feiner Radlbauer”) und macht damit überdeutlich, wie lächerlich, infantil und wirklichkeitsfern der Tanz (das Marketing) ums goldene Kalb Automobil – eine Erfindung mit durchaus positiven Seiten – inzwischen geworden ist. Ich würde eher sagen: Ironie vom Feinsten und Volltreffer versenkt.

  5. Christoph B. am 22. März 2015:

    Die aktuelle Ausgabe der AutoBild (12/2015) toppt dies noch bei weitem. Schon im Titelthema schreit einen der Satz “Politik knickt vor Fahrrad-Lobby ein!” an. Dies setzt sich im Editorial fort, mit der Empfehlung bei Mitfahrzentralen “in fetten Autos von coolen Typen” mitzufahren und der Drohung der Redaktion: “Wenn radikale Radfahrer den Autoverkehr abschaffen wollen und die Politiker vor ihnen einknicken, stellen wir uns dagegen.” Das Ganze gipfelt dann im eigentlichen Bericht mit dem Titel “Vorfahrt für Rad-ikale” (welch tiefsinniges Wortspiel!), in dem der Autor sich über die Pläne Hamburg zur Fahrradstadt zu machen und den Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr von derzeit 12,5 auf 25% zu verdoppeln erbost. Dabei werden Sätze wie: “Verirrte Klientelpolitik auf Kosten der Autofahrer” und “Verkehrsexperte Till Steffen visioniert gar von einer Fahrradstadt” (!) gebraucht, was der ganzen Berichterstattung schon fast etwas hysterisches verleiht.

  6. A. Utobild am 22. März 2015:

    Bernd Wieland (Chefredakteur)

    http://www.autobild.de/artikel/auto-bild-12-2015-1944688.html

    Wenn es bei uns in der Redaktionskonferenz laut wird und die Emotionen hochkochen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es um Fahrradfahrer geht. Jawohl, auch bei uns gibt es einige begeisterte Hobbyradler, und wenn die auf eine immer noch große Mehrheit der überzeugten Autofahrer treffen, wird es spannend. Ab und zu tut ein bisschen Feuer unterm Dach einer Redaktion ja auch gut. Wirklich verstehen kann ich die Aufregung jedoch nicht, denn die Linie von AUTO BILD ist ganz einfach.

    Erstens: Wir sind ein Blatt für Menschen, die Autos lieben. Zweitens: Trotzdem kann es manchmal sinnvoll sein oder Spaß machen, neue Mobilitätskonzepte auszuprobieren. Beispielsweise die Mitfahrzentrale, bei der man nicht in verbeulten Studentenkarren mitfährt, sondern in fetten Autos von coolen Typen. Drittens: Wenn radikale Radfahrer den Autoverkehr abschaffen wollen und die Politiker vor ihnen einknicken, stellen wir uns dagegen. Darüber gibt es dann auch keine Diskussion mehr.

  7. Joachim aus Duisburg am 22. März 2015:

    Chapeau Christoph B. Der Autoableger des größten Dre…baltts Deutschland fühlt sich herausgefordert.
    Da schreibt eben die Canaille für die Canaille.

  8. Ge.Jagter am 22. März 2015:

    Sicher bin ich nicht der einzige Radfahrer der sich bisweilen als Freiwild fühlt. Da braucht es keinen >Jagdwagen mit Stern! Es wäre doch nicht allzuviel verlangt, wenn sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer an die geltenden Regeln halten würden. Das betrifft selbstverständlich auch Radfahrer. Tatsächlich werde ich aber fast täglich von von Autofahrenden Mitmenschen bedrängt, zu dicht überholt, geschnitten oder ignoriert. Was für ein Auto meistens mit nicht mehr als einer Beule im Blech endet, bedeutet für den Radfahrer aber meistens Krankenhaus.
    Unseren Kindern bringen wir bei, auf die kleineren Geschwister und schwächere Rücksicht zu nehmen. Kaum im Auto, ist dies vergessen und es werden die Ellenbogen ausgefahren.
    Es gab da mal eine Kampagne; wohl schon lange vergessen. “Hallo Partner – Dankeschön “

  9. StefanM am 22. März 2015:

    Hallo Allerseits,

    ich habe erst Freitag einer etwa 75 Jahre alten Radfahrerin aufgeholfen. Diese wurde von einem Waldarbeiter mit Auto auf einem geteerten Waldweg überholt. Beim Ausweichen ist sie gestürzt und der Autofahrer ist ohne zu gucken weitergefahren.

    Auch in Karlsruhe wir leider, auf beiden Seiten sehr wenig “Partnerschaftlich” gefahren. Und solche Presseartikel verschärfen die Situation vollkommen unnötig.

    Grüße StefanM

  10. R. Adler am 22. März 2015:

    Hallo Allerseits!
    Der Tonfall / die Wortwahl einiger Beiträge dieser Diskussion trägt bestimmt auch nicht zur Deeskalation bei…
    Ist ein gutes Beispiel dafür wo das eigentliche Problem liegt: unhöflicher und rücksichtslos egoistischer Umgang mit den Mitmenschen. Unabhängig ob mit fahrbarem Untersatz oder zu Fuß – nur die eigenen Interessen zählen. Und bloß nicht selbst zurückstecken. Mich hat neulich ein Auto angehupt als ich es wagte mit ca 25 km/h als Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilzunehmen (kein Radweg vorhanden). Mitten im Ort. Da hat sich einer geärgert dass er den Gegenverkehr abwarten musste bevor er überholen konnte…

  11. Pitze am 22. März 2015:

    Hier kommen die echten:

    Die Großstadtjäger – Unterwegs im wilden Hamburg

    Marten Soltau und Guido Hollmichel sind Jäger. Ihr Revier ist Hamburg. Sie werden gerufen, wenn Wildschweine oder Rehe gesichtet werden. Die Stadtjäger besitzen die Schießerlaubnis der Polizei.

    Spiegel TV

  12. W. Erber am 23. März 2015:

    Wir habens in diesem Thread zwar mit Werbekram zu tun, bin mir aber nich sicher, ob das Folgende hierher passt. Nun, jedenfalls böte sich aktuell ein Artikel bei faz.net an, wenn jemand ein klein wenig hinter die Werbekulissen im Zusammenhang mit Daimler blicken wollte:

    Neue Werbeagentur
    Der Daimler-Stern soll wieder glänzen
    Die Werbung von Mercedes galt einmal als die beste im Land. Da will Daimler wieder hin – und geht dafür in die Berliner Szene.

    Stichworte: Anlaufschwierigkeiten – in Stuttgart ist die Sehnsucht nach den alten Zeiten groß – ein Werber, der mit einer Schlägerei auf dem Wiener Opernball für Schlagzeilen sorgte – “alles” ziemlich testosterongetrieben? – Markenführung alter Schule versus Generation Twitter&Instagram

  13. RadRolli am 23. März 2015:

    Mal zurück zum Ausgangspunkt Anzeigentext: ich finde es schon beknackt, ein Auto „Shooting Brake“ zu nennen (gut, ist Geschmackssache). Und er ist gekommen, um die Stadt zu erobern! Man fährt also mit diesem Auto zu „angesagten Locations“, wahrscheinlich sind damit Cafés, In-Discos oder Shopping-Malls gemeint, und damit hat man dann die Stadt erobert!
    Jeder, der mit einem Rad, und sei es ein 450,- Euro Budget-Bike, mal zwei-, dreihundert Höhenmeter fährt, um irgendeinen Ausblick zu genießen, ist ein größerer Eroberer, um das Wort noch mal zu benutzten. Was ist nun der Shooting Brake, ein absolutes Weichei- oder ein reines Show-Fahrzeug? Das frag ich mich nach dieser Anzeige, in der krampfhaft Verkaufsargumente gesucht werden. Finde in dem ganzen Text kein Wort, das man ernst nehmen kann, also auch nicht die Anspielung auf die Radfahrer.
    Wer das Auto als reines Nutzfahrzeug versteht und wenn immer möglich aufs Rad zurückgreift, muss den Text zwangsläufig schwachsinnig finden, da geht kaum ein Weg dran vorbei.

  14. S. Cheiße aus Sifi am 23. März 2015:

    Mercedes, ein global aktiver, sogenannter Premium-Hersteller, wählt eine solch dumm-dreist-groteske Kundenansprache? Mei, ist das peinlich.

    Vielleicht hat das der Dr. Thiemer ja auch gemerkt, da er nun dieses Jahr den o.a. Agenturwechsel vollziehen lässt.

    “Der Jäger auf der Pirsch. ›Urban Hunting‹ im städtischen Großstadt­dschungel. Denn dank Mercedes connect me ist er rundum vernetzt und zudem mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgerüstet.” Hoch über den Dächern der Stadt. . . Kann die Kiste fliegen? Oder was soll damit ausgesagt werden? ›Wir sind überzeugt, dass der neue CLA Shooting Brake den Nerv unserer Zielgruppe trifft‹ – Shooting Brake: Ursprung als Jagdwagen. Für wie deppert hält man “beim Daimler” denn die angepeilten Käufer?

  15. Ge.Jagter am 23. März 2015:

    “Für wie deppert hält man “beim Daimler” denn die angepeilten Käufer?”
    Die Tatsache, dass hier auf verschiedenen Werbeplattformen mit oberpeinlichem Machotum geworben wird, sagt viel mehr über die Webeagentur und deren Auftraggeber aus, als über die vermeintliche Zielgruppe.

  16. Rainer Bohnet am 24. März 2015:

    Der Arbeitskreis fahrradfreundlicher Städte in NRW strebt an, die Nahmobilität per Fuß und Fahrrad auf 60 % zu erhöhen. Das ist ehrgeizig und trotzdem äußerst sinnvoll. In den großen Städten braucht man kein Auto.

  17. Stefan, Stuttgart am 24. März 2015:

    Lasst sie fahren, die Autokranken. Teilweise empfinde ich sogar Mitleid. Sie dürfen sich in ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit gerne selbst strangulieren und dafür zahlen, zahlen, zahlen. Jeder hat sein eigenes Konzept von Mobilität und Lebensqualität. Aus dem Auto- und Dorfzeitalter bin ich persönlich allerdings längst rausgewachsen. Und mit Ernst und ohne alle Ironie: So ein Automobil ist nach wie vor eine wunderbare Technologie, oder sollen der Rettungswagen und die Feuerwehr per Pferdedroschke angefahren kommen? Beste Grüße an alle, auch die Autofetischisten von Daimler rocket racing oder wie sie sich auch nennen mögen in ihrer albernen Pseudoerlebniswelt.

  18. woodstock69 am 24. März 2015:

    Der erste Hersteller in der Autoindustrie hat erkannt das man in der heutigen Zeit mit Autofahren nicht mehr wirklich voran kommt. Wie sonst ist die Werbung des neuen „Skoda Superb“ zu verstehen. Da heißt es unter anderem:
    „Fast 3 Jahre Ihres Lebens verbringen Sie im Auto. 192 Tage im Stau. Besser, wir machen es uns bequem.“ (Hervorhebungen im Original).
    Was liest man daraus:
    Leute, wir wissen, dass unsere Straßen verstopft sind und es einem den letzten Nerv raubt, sich im Schneckentempo durch die Stadt zu schieben. Aber wenigstens sind unsere Sitze hübsch gepolstert.

  19. Gioia Terrena am 25. März 2015:

    Peter Sloterdijk im Interview der Basler Zeitung vom 14.3.2015. Sloterdijk, Jahrgang 1947, Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Sein neustes Werk trägt den Titel «Die ­schrecklichen Kinder der Neuzeit».

    Zum Stichwort Nachhaltigket:
    Das Wort «Nachhaltigkeit» ist vor einem Vierteljahrhundert in den Wortschatz der Consulting-Industrie und von dort in die Selbstdarstellung der Firmen eingesickert. Alle Dax-Unternehmen beschäftigen Nachhaltigkeitsoffiziere (lacht), alle sind jetzt von dieser neuen, quasi evangelischen [i.S.v. heilsbotschaftlichen] Kategorie ergriffen. Die Wahrheit ist aber, dass in derselben Zeit die nicht nachhaltigen Prozesse exponentiell gestiegen sind. Seit wir über die Schädlichkeit der Treibhausgase reden, haben sie sich verdoppelt.
    Statt gehandelt wird bloss geredet?
    
So ist es fast immer. . .

    Zum Radelfahren:
    «Ich fahre jedes Jahr ein paar Tausend Kilometer. Ich habe mich inzwischen so organisiert, dass ich an allen Plätzen, die ich übers Jahr regelmässig besuche, Fahrräder besitze, in Wien, Karlsruhe, Korsika, Südfrankreich. Ohne Fahrrad wäre das Leben ein Irrtum. Der heimkehrende Radfahrer ist ein besserer Mensch.»

  20. Jörg, Ludwigsburg am 25. März 2015:

    …. noch besser wenn man zwischen all diesen Orten/ Rädern mit der Bahn/ ÖPNV unterwegs ist, wenn Räder nicht nach der aktuellen Mode ständig neu erworben, sondern reapariert und weiter genutzt werden.
    Und auch im Zusammenhang mit dem Fahrrad muss der Begriff “Premium” durchaus hinterfragt werden.
    Nur weil mit Muskelkraft betrieben, haben wir es doch mit einem weltweiten Markt zu tun, der die einzelnen Komponenten Containerweise um den Globus rotieren lässt. Ganz zu schweigen von der Reparaturfreundlichkeit…
    Bei mir ist noch ein 35 Jahre altes Fahrrad (Stahl intakt) neben einem 15 jährigen (Alu, Beschichtung durch Korrosion/ Salz hinterwandert) in Betrieb. Dieser Rahmen wird das Alter des Ersteren nicht erreichen – obwohl er “nachhaltig” gedacht und beworben war.

  21. hk. spengler am 27. März 2015:

    ……ich finde den kommentar von r adler über umgang mit mitmenschen sehr treffend; velotraum sollte über solchen dingen stehen………

  22. EINFACH.MAL.NACHDENKEN aus dem Daimler-Ländle am 28. März 2015:

    Ich wohne in der Daimlerstrasse, ich profitiere seit Jahren vom guten Verdienst der Leute im Großraum des Daimlers. Ich bin stolz auf Innovationen für meine Räder, die durch Grundlagenforschung in der Automobilindustrie erst möglich geworden sind. Ich schreibe mit spitzer Feder über ein Werbekonzept und mach mich lustig über Fahrzeuge, die mehr Sicherheit und Umweltschutz versprechen … was hab ich mir nur dabei gedacht … ??? !!! DISLIKE !!!

  23. Rotz Löffel am 28. März 2015:

    Moment, hk. spengler, da muss ich kurz nachhaken:

    Im Kommentar #10 schreibt R. Adler:

    ». . .das eigentliche Problem liegt [hier]: unhöflicher und rücksichtslos egoistischer Umgang mit den Mitmenschen.«

    Im Kommentar #21 wird zum einen diese Einschätzung unterstützt.

    Zum anderen »sollte Velotraum über solchen Dingen stehen«.

    Mit Verlaub: Wo ist da die Logik? Über welchen Dingen sollte Velotraum stehen?

    Zur Erinnerung: Das Thema des Blogartikels ist die peinliche Anzeige von Mercedes-Benz zu ihrem neuen Jagdwagen fürs Urban Hunting. ;-)

  24. Rotz Löffel am 28. März 2015:

    An Kommentator #22:

    Weder Grundlagenforschung noch Innovationen, die aus der Industrie kommen, werden aufs Korn genommen, sondern die dümmliche Kundenansprache eines Weltkonzerns mit hohen und höchsten Ansprüchen wird ironisiert.

  25. U.Ntertan am 28. März 2015:

    @ #22,
    aber hallo, welch Geistes Kind wird denn da sichtbar, der vorauseilende Erfüllungsgehorsam des wilhelminischen Zeitalters? – Darf im Autoländle noch nicht mal so eine peinliche und entlarvende Werbung ironisiert werden? Würde ich beim Daimler arbeiten, würde ich mich für meinen Arbeitgeber fremdschämen und ärgern, dass für so ein kümmerliches Marketing Millionen verschwendet werden.

  26. Ge.Jagter am 29. März 2015:

    “Millionen” ist schon fast tiefgestapelt. Der Werbeetat ist ein 3-stelliger Millionenbetrag und zwar jährlich. Und wo ist das zeitgemäße ? Urban Hunting ? Nach angesagten Locations ? Das kann jedes Smartphone. Wie wärs zur Abwechslung mit einem echten, Familientauglichen 2-3 Liter Auto ? Und/oder intelligenten Konzepten für einen Umwelt- und Menschen-freundlichen Verkehr in unseren hoffnungslos verstopften Ballungsräumen ?
    Da werden lieber Unsummen in eben solche Werbung und schon an Erpressung grenzender Lobbyarbeit gesteckt.

  27. F.Reiwild am 29. März 2015:

    Letzten Sommer kam mir eines Nachts eine illustre Jagdgesellschaft in hochtourig jaulenden Jagdwägen entgegen. Ein dicht im Windschatten des Vorausfahrenden hächelnder Jäger (Mercedes SLK) zog fünfzig Meter vor mir auf meine Fahrbahnseite rüber. Im Jagdfieber hatte er mich radelndes Niederwild glatt übersehen. Meine einzige „Unachtsamkeit“ bestand darin, dass ich mit dem Rad im suburbanen Umland unterwegs war. Bestens beleuchtet übrigens und hell bekleidet! War verdammt knapp! Und ich hatte es nur meinem eigenen Fluchtreflex zu verdanken, dass ich nicht über den Haufen geschossen wurde. Ich hätte im Übrigen nicht wirklich wissen wollen, was sich der Programmierer in so einem Fall für mich ausgedacht hätte. Entweder den SLK in vollem Abflug nach links in den Acker oder eben halt doch den Radler….? Jäger gehören auf den Hockenheim- oder sonst einen Ring, sozusagen auf die automobilen Schießstände der Republik. Im urbanen Bereich haben die nichts zu suchen. Hier herrscht ganzjährig Schonzeit! Die vielen blumenumringten Kreuze am Straßenrand zeigen, dass es noch viel zu viele „Jagdunfälle“ im Schutzgebiet gibt.
    @22: Wenn einem führenden Automobilkonzern für die Vermarktung eines Stadtautos kein besseres Verkaufsargument mehr einfällt als „Groß Stadt Jäger“, dann mache ich mir große Sorgen, ob diese Strategie zukunftsfähig genug ist, um weiterhin eine ganze Region zu beglücken. Viele Metropolen weltweit sind bereits bis in den letzten Winkel erobert. Sie arbeiten intensiv daran, die „Eroberer“ wieder zu verdrängen.

  28. Jagdunfall am 29. März 2015:

    #27 schrieb:

    “Jäger gehören auf den Hockenheim- oder sonst einen Ring, sozusagen auf die automobilen Schießstände der Republik”

    28.3.2015:
    Wagen flog in Menschenmenge: Ein toter Zuschauer auf dem Nürburgring
    http://www.focus.de/sport/mehrsport/wagen-flog-in-menschenmenge-ein-toter-zuschauer-auf-dem-nuerburgring_id_4576933.html

    Rennauto fliegt in Zuschauer
    Tödlicher Unfall auf dem Nürburgring

    Nach dem tödlichen Rennunfall bei der Breitensport-Rennserie VLN am Nürburgring geht die Polizei davon aus, dass der Rennwagen Unterluft bekommen und deshalb abgehoben ist. Ein Zuschauer war getötet worden.
    Zwei Zuschauer wurden verletzt. Zehn weitere seien durch den Rettungsdienst vor Ort notfallpsychologisch betreut worden.
    http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/rennauto-fliegt-in-zuschauerbereich-toedlicher-unfall-auf-dem-nuerburgring/-/id=1682/did=15302022/nid=1682/1lotrt8/index.html

  29. H. Alleluja am 29. März 2015:

    Hier auf der Seite, in der rechten Spalte mit den Linktipps, ist der passende Verweis gelistet:

    Alles Autofahren ist nichts anderes als Gewalt

    James Dean, Albert Camus, Lady Di: Geht es nach den Kulturwissenschaftlern Matthias Bickenbach und Michael Stolzke sind die großen Unfalltoten unsere Menschenopfer für die Göttin des Chroms.

    Menschenopfer für den Gott des Blechs – »Das Auto symbolisiert eine Vielzahl von Werten: Kraft oder Potenz, Funktionalität und Ästhetik, Status, Lifestyle, Individualität und nicht zuletzt Freiheit. Und diese werden vom Unfall dekonstruiert.« [Die Welt]

    »Dieses fortwährende Massaker gilt als das Gewöhnlichste von der Welt; es ist das Gewöhnlichste von der Welt.« [Hans Magnus Enzensberger]

    http://goo.gl/jmtXmh

    So, das war die kulturwissenschaftliche Perspektive aufs Thema. Nun folgt die Youtube-Realitäten-Dokumentation. Der folgende Link beschränkt sich auf einen einzigen Ort des Jagens: Car Crash Compilation Nordschleife

    Ich vermute, u.a. genau diese quirligen Zeitgenossen sollen von der Mercedes-Werbung angesprochen werden.

  30. Wolfgang, Gechingen am 30. März 2015:

    Ob Ihrs glaubt oder nicht: ich fahre Mercedes, verdiene dort sogar meine Brötchen, liebe Autorennsport UND bin begeisterter (Velotraum)- Radfahrer. Und hege keine Agressionen weder gegen Autofahrer noch Radfahrer. Gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme aller ist der einzige Weg – Autohersteller und Radforenteilnehmer eingschlossen.

  31. Stefan Dreher am 3. April 2015:

    Copenhagenize hat eine eigene Rubrik dafür: http://www.copenhagenize.com/search/label/car%20industry%20strikes%20back

    Ansonsten teile ich Wolfgangs Meinung: Zu viel Dogmatik isch immer schlecht ;)

    Viele Grüße ans Vetotraum-Team

  32. H.Ybris am 3. April 2015:

    @ Wolfgang,
    richtig man kann es nicht oft genug betonen, mehr Toleranz, Gelassenheit und Rücksichtnahme (nicht nur im Verkehr) würden sicherlich das Geschehen deutlich, sofort und ohne Kosten verbessern.

    Leider sind nicht wenige Mitmenschen, spätestens wenn Sie anonym und geschützt im Auto sitzen, anders unterwegs (siehe z.B. auch SZ: Deutsche am Steuer unhöflicher als der Rest Europas). Aus diesem Grund vermeide ich es inzwischen mit einigen, eigentlich guten Freunden im Auto mitzufahren, denn diese verwandeln sich am Steuer in gedanken- und rücksichtslose Verkehrsteilnehmer. Die Erklärung dafür ist einfach, denn im und mit dem Auto/Motorrad werden häufig unterschwellige Emotionen (dazu gehören auch Verletzungen, Frust, Ärger, Stress) ausgelebt bzw. verarbeitet.

    Ich mach diese Emotionsverarbeitung beim Radfahren auch, allerdings sind die negativen Emotionen meist nach der ersten Steigung weg gestrampelt und die positiven schieben mich die nächste Steigung hoch. Somit erbringt das Fahrrad(fahren) – neben den persönlichen Vorteilen – eine wichtige Kulturleistung, nämlich Aggressionen gesellschaftlich konstruktiv zu transformieren (Fitness, Gesundheit, Psyche, Umwelt). Oder anderes ausgedrückt: das Fahrrad(fahren) erdet unser Wesen.

    Und damit sind wir wieder beim hier zurecht angeprangerten Marketing der Autoindustrie, das gezielt Aggressionen (eine menschliche Grundeigenschaft) und menschliche Hybris bzw. Minderwertigkeitsgefühle bedient und instrumentalisiert. Zwar wird das Produktversprechen von Freiheit und Selbstbestimmtheit hinter dem Steuer nicht mal mehr auf dem Land eingelöst, denn auch hier wird das Fahrzeug mehr zum Kriech- und Stehzeug (als Ausgleich gibt es elektronischen Firlefanz). Allerdings führt das meiner Meinung nach noch nicht zu der naheliegenden Einsicht “weniger und/oder gemäßigter Auto nützt allen“, sondern zu aggressiven Revierkämpfen, in denen sich der Radfahrern gefälligst in einen Leuchtkäfer zu verwandeln hat. Was kommt als nächstes? – Der Leinenzwang für Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren…

    Letztendlich ist es ein Verteilungskampf um den begrenzten öffentlichen Raum sowie Absatzmärkte und der automobile Platzhirsch verteidigt mit allen Mitteln (Nottrieb) seine Pfründe. Allerdings, in den Städten und bei jungen Menschen geht es der Autoindustrie inzwischen ähnlich wie der CDU, für sie sind CDU/PS-Dominanz keine Lösung mehr ;-)

  33. tom am 8. April 2015:

    Mercedes fahrer brauchen das die sind sowas von bescheuert !!!

  34. Stefan Stiener von Velotraum am 8. April 2015:

    @ tom,
    solche pauschalen Aussagen (»Mercedesfahrer brauchen das, die sind so was von bescheuert«) finde ich in diesem Kontext ebenso unangebracht wie kontraproduktiv für die Sache Fahrrad.

    Uns geht es weis Gott nicht darum, das Auto und alle die damit zu tun haben oder es benutzen zu verteufeln (wir selbst fahren auch Auto), sondern um eine Sensibilisierung dafür, dass das Auto/Motorrad mehr denn je zum Fetisch und Götzen wird, dem wir nicht nur unseren Wohlstand mit verdanken, sondern auch sehr, sehr hohe Opfer bringen (Flächenverbrauch, autogerechte Städte/Dörfer, Umwelt, Lärm, Zersiedlung, Verkehrsopfer, Stress…).

    Und da die Fahrradbranche im Allgemeinen und Velotraum im Speziellen so viel kleiner und (ohn)mächtiger ist, als die mit harten Bandagen kämpfende Autoindustrie, bedienen wir uns der »Waffe« der Schwachen: Witz und Ironie.

  35. Johannes am 9. April 2015:

    Ich mag Autos. Ich mag Motorräder. Ich mag Fahrräder. Und wegen Letzterem bin ich auf die Velotraum-Seite getrudelt – weil ich da ein tolles Fahrrad gesucht habe. Dann aber in den Kommentaren zur (zugegeben, saublöden) Mercedes-Werbung diesen ideologisch-militanten Dünnpfiff lesen zu müssen, treibt mir die Galle hoch.
    Liebe Besserwisser und selbstverliebten Rechthaber, Ihr gehört zur Sorte allerunsympathischster Radfahrer – Ihr seid in Eurem radelnden Weltverbessungswahn exakt so smart und liebenswert wie die dumpfen Auto-Fetischsten über die Ihr Euch kommentierend erhebt.
    2015 leben ca. 50% aller Deutschen auf dem Land und auch wenn “Stefan, aus Stuttgart” findet, dass das alles Idioten und Hinterwäldler sind, kann man die eben nicht bis morgen vergasen, damit endlich das Autofahren aufhört und die Welt nur noch von aufgeklärt radelnden Premium-Menschen bevölkert ist… Auch wenn Ihr das anscheinend gerne hättet…
    Kotz!

  36. RadRolli am 9. April 2015:

    Da musst du aber `ne ziemliche Wut gehabt haben, Johannes, denn du vergreifst dich im Ton genau so wie manche, die du kritisiert hast (vergasen, wie daneben ist das denn…).
    In der Sache stimmt manches. Radfahrer sind nicht pauschal die edleren und vorbildlicheren Verkehrsteilnehmer oder Menschen (ich eingeschlossen).
    Was den Autoverkehr auf dem Land angeht: genau da komm ich auch her, und da fährt nun mal kein Bus oder so was, der einen im Zehn-Minuten-Takt überall hin bringt. Ich muss morgens mit Rad erst ein paar Kilometer zum Bahnhof, dann mit dem Zug in die Stadt und von dort mit Bus oder zu Fuß zu meinem Arbeitplatz. Dauert über eine Stunde (mit dem Auto nicht mal dreißig Minuten), und da kann ich verstehen, dass dazu nicht jeder Lust hat. Also einfach abhauen aus dem Dorf und alle Landbewohner und/oder Autobenutzer als Minderbemittelte zu bezeichnen ist mir auch zu einfach.
    Aber: jeder kann seine Meinung sagen, und gerade das Polarisieren ist ja interessant. Über die Wortwahl kann man (muss man) aber genauso streiten wie über den Inhalt.

  37. Ralf aus Hannover am 11. April 2015:

    Ich bin vorgestern erstmals mit einem BMW-I3-Elektro-Firmenwagen gefahren. War eine kurze Dienstfahrt über 35km. Das war schon etwas spaßig. Das Beschleunigungsvermögen ist durch den Elektromotor enorm. Die Reichweite von real etwa 110…120km macht es als Privatwagen nicht interessant, bei dem Preis selbst als Zweitwagen kaum. Die Lösung des Mobilitätsproblems ist das nicht und einfach so weitermachen wie bisher halte ich auch nicht für vernünftig.

    @35. Johannes
    Wenn ich mir die riesigen zubetonierten Flächen ansehen oder die durch Lärmemissionen verödeten Einfallstrassen oder die Unfallzahlen vor Augen führe oder an den Klimawandel und den Meeresspiegelanstieg denke oder die enormen Kosten für Strassenbau, dann kann ich nur sagen: Nein, unsere heutigen Autos in dieser Anzahl mag ich nicht ! -Und es geht auch anders, siehe Kopenhagen oder Amsterdamm.
    Das Argument, die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Lande und kann eh nicht anders als Auto fahren, kann man so auch nicht stehen lassen. Etliche meiner Kollegen haben sich ein Häuschen weit draußen im Grünen gebaut, statt eines Reihenhauses am Stadtrand zum gleichen Preis. Das kann ich vielleicht noch verstehen, wenn die Leute lokalen Bezug zum jeweiligen Dorf haben. -Das ist aber meist nicht der Fall. Und die wohnen selbst schön ruhig und bringen den Lärm in die Stadt. Vielfach sind die Autos unvernünftig groß und übermäßig motorisiert und der Fahrstil entsprechend. -Das ist eine Fehlentwicklung, die sich z.B. bei stark steigenden Benzinpreisen noch mal bitter rächen könnte. Je früher z.B. steuerlich und raumplanerisch gegengesteuert wird, um so besser. Vor ein paar Tagen wurde eine Umfrage im Radio zitiert, nach der 80% der Bevölkerung eine stärkere Einschränkung des Autoverkehrs in der Stadt zugunsten von Fußgängern, Radfahrern, Öffis und Lebensqualität befürworten würden. -Nur die Leute sind meist selbst nicht konsequent. Mehr finanzieller Druck für Autofahrer, Stop des Autostassenbaus, mehr Verkehrsberufigung, mehr Geld für Öffis und Rad scheinen mir sehr vernünftig.

    Zum Mercedes-Artikel: Aus Daimler-Sicht ist das durchaus logisch. Für die Bahn kann es, wenn das selbstfahrende Auto z.B. zuerst auf Autobahnen realisiert würde, durchaus gefährlich werden. Dann könnten vor allem Geschäftsreisende, die einen wichtigen Kundenkreis darstellen, vermehrt aufs Auto abwandern.

    Zum Umgangsstil: Ich habe manchmal auch ein Problem mich zusammen zu reißen. Ich versuche mit dem Rad dem Autoverkehr auszuweichen wo es nur geht und komme dann auf kombinierten Wegen mit Fußgängern in Konflikt, besonders Hundebesitzern. Die Hundehalter schimpfen manchmal schon reflexartig los, z.B. wenn sie mich nicht kommen gehört haben. Mehr Gelassenheit und Korrektness kann sicherlich zur Deeskalaton mit beitragen. Deshalb darf man aber trotzdem seine Meinung sagen, ohne gleich als Rechthaber bezeichnet zu werden.

  38. Stefan am 11. April 2015:

    An Johannes, sehr geehrter Johannes,
    ich wähle diese förmliche Anrede nicht aus Ironie, sondern aus aufrichtigem Respekt Dir gegenüber und sende diese Nachricht nur, weil Du mich persönlich angesprochen hast. Ich wollte Dich oder andere niemals beleidigen, sondern lediglich etwas pointiert und kritisch formulieren. Diese Webeite ist nicht der Ort, um alle Ideen, Ziele und Vorlieben, die uns in Fragen der Mobilität und des Alltagslebens gemeinsam sind – und auch unterscheiden – zu diskutieren. Aber wenn wir im richtigen Leben von Angesicht zu Angesicht am Kaffee- oder Biertisch sitzen würden, wäre die Schärfe schnell raus. Ich persönlich verurteile niemanden, sondern möchte nur zum virtuellen Gedankenaustausch mein kleines Geraffel beitragen. Außerdem bin ich biographisch bedingt ein sehr extremer Hinterwäldler per se, und das bin und bleibe ich sogar sehr gerne, auch wenn ich vorübergehend in dem schwäbischen Mini-Möchtegern-Metropölchen Stuttgart wohne und arbeite.
    Ich persönlich finde nicht das Auto oder den Autoverkehr befremdlich, sondern prinzipiell als großartigen Fortschritt, denn ein Auto ist beinahe ein „fliegender Teppich“ und das ist umwerfend großartig. Lediglich die übergroße Dominanz der Autoverherrlichung empfinde ich als bedenkenswert und kritikwürdig. Und der Post von velotraum hat lediglich den Fetisch des Autos mit seinen absurden Heilsversprechungen und Werbebotschaften zur Diskussion gestellt. Und dieses bödsinnige Marketinggeschwurbel hat ja wohl nichts mehr mit Alltagsmobilität zu tun, zu dem das Auto je nach den persönlichen Lebensverhältnissen selbstverständlich einen extrem wichtigen Beitrag leisten kann.
    Mit sehr respektvollen und ausdrücklich allerbesten Grüßen, Stefan aus Stuttgart

  39. Svetlana aus Saarbrücken am 17. April 2015:

    Und dann war da noch: “Das Segment für mittelgroße Pickups befindet sich weltweit im Umbruch: der Anteil privat genutzter Pickups wächst stetig… Zielmärkte für den neuen Mercedes-Benz Pickup sind im ersten Schritt Lateinamerika, Südafrika, Australien und Europa, die sich alle durch ein nachhaltiges Wachstum in diesem Segment auszeichnen.”
    Quelle: http://blog.mercedes-benz-passion.com/2015/03/erster-midsize-pickup-von-mercedes-benz-angekuendigt/
    Man werfe lässig das Fatbike hinten rein und rolle ins Grüne. Connect-me beschützt uns alle!

  40. Rotz Löffel am 17. April 2015:

    Keine Sorge, ich habe mich vorsichtshalber mehrfach vergewissert. Beim Folgenden handelt es sich nicht um Satire. Es ist pure Poesie, ein lyrisches Lied fürs 21. Jahrhundert.

    Mercedes-Benz Passion-Blog

    »Ab sofort ist die neue C-Klasse als Modelljahr 2016 (Code 806) bei den Händlern bestellbar.«

    »Bei den Ausstattungsänderungen blicken leider selbst manche Mercedes-Verkäufer nicht mehr so genau durch wie man vereinzelt im Internet vernimmt und wer mag es ihnen verübeln.«

    »Einige Beispiele:

    um Fussraumleuchten im Fond, eine Cupholder-Beleuchtung vorne und an den Fondtüren Signalwarn-/Ausstiegsleuchten zu erhalten muss man von nun an die Ambientebeleuchtung (877) ordern.

    Pompadour-Taschen und Beifahrer-Fußnetz werden fortan nur noch mit dem Ablage-Paket (30P) geliefert

    Das Touchpad (448) ist nun beim Audio 20 eine SA und nicht mehr serienmässig

    Die Chrom-Endrohrblenden (B16) sind beim Benziner nun erst ab C300 serienmässig

    Jedoch gibt es auch einige neue – schon länger gewünschte – Sonderausstattungen, aus denen der Kunde nun wählen kann:

    Chrom-Endrohrblenden (B16) für 4-Zylinder-Benziner in Verbindung mit AVANTGARDE- und EXCLUSIVE-Exterieur (P15 bzw. P23)

    Adaptiver Fernlicht-Assistent (608) nun verfügbar in Verbindung mit LED High-Performance Scheinwerfern (632)

    Zierteil Esche braun offenporig (H09) nun auch verfügbar für AVANTGARDE- und AMG-Interieur (P14 bzw. P29)

    Multifunktionslenkrad beheizt (443) in Schwarz verfügbar – bei Wahl AMG Line Interieur (P29) erhält man das Lenkrad aus der Line AVANTGARDE Interieur (P14)«

    Mindestens so schön ist aber:

    »Im Innenraum gibt es bei der Serienausstattung mit Klavierlackimitat neuerdings völlig schwarze Lüftungsdüsen ohne Metall-Beschichtung. Der vormals AGILITY SELECT genannte Schalter heißt fortan DYNAMIC SELECT (B59).«

    Bei mir kullern die Tränen.

    [Dank an Svetlana für den Hinweis.]

  41. Dirk am 18. April 2015:

    zu #40: natürlich klingt das lustig. Aber mal ganz ehrlich: wird in der Radbranche mittlerweile nicht genauso gearbeitet? Viele Aspekte haben doch mit dem reinen Fortbewegungsmittel auch nichts mehr zu tun. Davon leben doch die ganzen Radzeitschriften, Messen, Testberichte …
    Natürlich fällt immer wieder auch eine sinnvolle (technische) Weiterentwicklung ab, aber ob all das notwendig ist, was uns Jahr für Jahr mit viel Tamtam auf den Radmessen präsentiert wird?

  42. Richard aus LUBU am 26. April 2015:

    Ist doch nur ein weiterer pseudo-lifestyle-Kombi in den man nur mit 2 Bandscheibenvorfällen ein Rad hineinbekommt. Das kann mein Kleinstwagen besser.

    Zur derzeitigen Mercedes Werbung: Einfach nur peinlich als Premium-Hersteller Nr. 3 von “Das beste oder nichts” werben. Das konnte sogar Ford!? besser mit “Wir haben verstanden”

    Wirklich innovativ würde ich einen universellen Fahrradträger nennen, der an jedes Auto passt- ohne erst eine Anhängerkupplung installieren zu müssen. Dazu müsste sich die Autobranche nur auf einen Minimalstandard einigen. Eine Idee dazu liegt für wirklich jeden auf der Hand, der einmal neben seinem Reserverad so einen komischen Haken gesehen hat, der bei vielen Autos im Abschleppfall vorne oder hinten eingeschraubt wird.

  43. Frank Furt am 6. Mai 2015:

    Oh, das wird den Automobilisten gar nicht schmecken.

    Zur Erinnerung:
    »Unter dem Claim ›Groß. Stadt. Jäger.‹ inszeniert die integrierte Markteinführungskampagne den neuen Mercedes-Benz CLA Shooting Brake wie einen Jäger auf der Pirsch im Dschungel der Großstadt. Ob hoch über den Dächern der Stadt oder in den Tiefen des pulsierenden Nachtlebens – der CLA Shooting Brake ist der ideale Begleiter …«

    Und nun sowas:

    Frankfurt erprobt Tempo 30 bei Nacht
    Vierwöchiger Modellversuch ab Juni

    »Die Stadt Frankfurt erprobt auf vier Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 bei Nacht. „Mit dem Verkehrsversuch wollen wir Erkenntnisse darüber gewinnen, was den lärmgeplagten Anwohnern dieser Straßen hilft und wie wirksam Tempo 30 bei Nacht die Lärmbelastung für die Bürger reduzieren kann“, teilte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht des Hessischen Rundfunks (hr).

    Mit dem Versuch soll am Pfingstmontag begonnen werden. Er erstreckt sich nur auf Teile von Hauptverkehrsstraßen, nicht die gesamten Verkehrsadern. Die Temporeduzierung gilt von 22 bis 6 Uhr.«

    Es hat Jahre gedauert bis dieser Modellversuch politisch durchsetzbar wurde. Aber nun ist diese Hürde genommen. Und neue Ideen werden geboren werden.

  44. S. Tädter am 6. Mai 2015:

    6. Mai 2015

    “München könnte bald neue Radschnellwege bekommen: Der Landkreis macht sich für spezielle Trassen stark, auf denen Fahrradfahrer ohne Hindernisse schneller vorankommen. Von bis zu 30 Stundenkilometern ist die Rede.”

    “Bislang wurde für München die Prüfung von vier Radschnellwegen beschlossen.”

    Süddeutsche Zeitung

  45. Zetsche am 14. Mai 2015:

    Dieter Zetsche
    Vorstandsvorsitzender der Daimler AG

    12.05.2015
    Wie sich das Autofahren in den nächsten zehn Jahren wandeln wird

    »Der Welt-Automarkt soll bis 2025 um etwa 30 Prozent auf einen Jahresabsatz von fast 100 Millionen Pkw wachsen. Das sind 270.000 Neuwagen jeden Tag.«

    ». . .Privatsphäre und Zeit zwei der begehrtesten Luxus-Güter des 21. Jahrhunderts. Und das Automobil kann beides bieten.

    Im kommenden Jahrzehnt werden wir sehen, dass sich Luxusautomobile in ›Kokons auf Rädern‹ verwandeln, in denen Menschen genau das tun können, was sie tun möchten – schlafen, arbeiten, das Internet nutzen, Gespräche führen oder einfach nur einen seltenen Moment des Alleinseins genießen – während sie dorthin gelangen, wohin sie müssen. Der Schlüssel dazu ist das autonome Fahren.«

  46. K.Onsequent am 14. Mai 2015:

    Das mit schlafen und arbeiten in der Sardinenbüchse wird wohl mehr dem Dauerstau geschuldet sein und da gibt es ja auch noch die Metapher vom “goldenen Käfig”…

    Mit Selbstbestimmung hat das so wenig zu tun wie mit Verantwortungsbewusstsein (CSR) dass sich solche Konzerne gerne auf die Fahnen schreiben. In jedem Fall grotesk, was hier ein Repräsentant der deutschen Wirtschaftselite von sich gibt, immerhin wird er gut bezahlt dafür ;-)

  47. Zetsche am 14. Mai 2015:

    »Sardinenbüchse«, »Dauerstau«, »goldener Käfig«. Ich darf doch sehr bitten! Hier kommt die Zetsche-Zukunft:

    F 015 Luxury

    F 015 Autonomous Car

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