Neue Teile von Ritchey, Schwalbe, B&M, Ergon, Fi:zik und SKS

9. Mai 2011  |

Das »neu« bezieht sich dabei in erster Linie auf das Velotraum-Sortiment, aber ein paar echte Neuheiten sind auch dabei.

Auch wenn das Attribut »neu« inzwischen oft zum Selbstzweck geworden ist – so ’ne Art Viagra der Konsumgesellschaft – unsere Neuheiten sind natürlich (fast) völlig anders geartet ;-)

Im Idealfall überzeugt ein neues Bauteil mit besserer Funktion und wenn es ganz gut läuft, auch noch mit einem stimmigeren Design. Wobei Letzteres schon sehr stark subjektiv wahrgenommen wird, und selbst über die so vermeintlich objektive Funktion lässt sich bekanntlich trefflich streiten.

Ritchey-Komponenten | Funktion und Wertigkeit

Bei der Entscheidung, die besonders hochwertigen Velotraum-Ausstattungsvorschläge (2,3,4,5,6,9,10) mit Lenker, Vorbauten und Sattelstützen von Ritchey zu bestücken, spielten verschiedene Überlegungen eine Rolle.

  1. Sicherheit. Vorbau, Lenker und Sattelstütze sind sicherheitsrelevante Bauteile und bisher haben wir ausschließlich positive Erfahrungen mit speziell diesen Ritchey-Bauteilen gemacht. Darin zeigt sich das über viele Jahre gewachsene und gereifte Produkt- und Produktionswissen des MTB-Pioniers Tom Ritchey.
  2. Vielfalt und Kontinuität. Insbesondere bei den Vorbauten brauchen wir fein abgestufte Längen. Wünschenswert wären zudem verschiedene Winkel. Zumindest den ersten Punkt erfüllt Ritchey mit Bravour. Bei den Winkeln sieht es, wie bei allen anderen Herstellern auch, ziemlich traurig aus. Immerhin stehen 6 und 30 Grad zur Auswahl. In Kombination mit der Steuerrohrverlängerung Carlo ist eine sehr feine und genaue Anpassung möglich.
  3. Wertigkeit und Design. In diesem Punkt erfüllt unserer Meinung nach schon die Ritchey »Comp«-Linie höchste Ansprüche. Passgenauigkeit, Verarbeitung, Gewicht und Preis-/Leistungsverhältnis sind einfach hervorragend und spiegeln eine lange und kontinuierliche Produktentwicklung.
  4. Klemmmaß. Dass Ritchey nur noch Lenker und Vorbauten mit dem Klemmmaß 31,8 Millimeter herstellt ist eine »Kröte«, die wir früher oder später hätten schlucken müssen. Denn auch andere Premium-Anbieter, wie z.B. Syntace, nehmen die Klemmmaße 25,4 und 26,0 nach und nach aus dem Programm. Vorteil des einheitlichen Klemmmaßes ist, dass wir für MTB- und Rennlenker die selben Vorbauten verwenden können. Immerhin konnten wir Ritchey in einem drei Monate (!) dauernden Prozess davon überzeugen, unsere »Comp«-Komponenten nur mit einem Bruchteil der üblichen Logos zu bedrucken ;-)
  5. Klassisch Silber. Es war Liebe auf den ersten Blick, als wir auf der Eurobike 2010 die fein polierte und harmonisch aufeinander abgestimmten Bauteile der »Classic«-Serie sahen. Ein schönes stilistisches Mittel für den einen oder anderen Velotraum.

Bereicherungen – wenn auch nicht immer StVZO-konform

Zwei weitere Neuheiten entsprechen zwar nicht der StVZO, passen aber ganz wunderbar in unsere Fahrradkonzepte.

Regelrecht begeistert sind wir vom neuen batteriegespeisten Busch & Müller-Rücklicht. Im Linetec-permanent finden sich alle Rücklicht-Highlights des innovativen Mittelständlers aus dem Sauerland. Zwei extrem helle Hochleistungs-LED, ein »räumlicher« Lichtbalken, ein intelligenter Hell-/Dunkelsensor sowie ein gut zu bedienender Stufenschalter. Und das alles ohne Lichtkabel ;-) Lieferbar ab Mitte Juni.

Für Messe- und Ausstellungsräder war der Schwalbe Kojak ja schon immer unser Favorit. Besonders fotogen macht den Reifen seine konsequente Slickoptik und der fehlende Reflexstreifen. Leider haben wir erst jetzt entdeckt, dass es diesen smarten Reifen auch in einer noch leichteren und geschmeidigeren Faltausführung gibt. Obwohl 450 Gramm leicht, hat der Kojak noch einen ganz guten Pannenschutz. Gut zu wissen, dass Aquaplaning beim Fahrrad erst ab 270 km/h auftritt…

Funktion und Vernunft pur ist dagegen die überarbeitete Ausführung unseres 65 mm breiten Schutzblechs – gefertigt bei SKS. Die bewährten Eigenschaften, es ist zum Beispiel vorne extra weit herunter gezogen, haben wir beibehalten und hinten wie vorne um einen markanten Spoiler – vulgo Spritzlappen – ergänzt. Eine weitere Verbesserung ist die Befestigung des hinteren Bleches, die nun auch in dieser Breite, ohne die bisher notwendigen Streben, direkt am Gepäckträger erfolgt.

Die Pedal-Revolution von Ergon und mehr Farbe bei Sattel und Lenkerband

Mit einem völlig neuen Pedal PC-2 beweist Ergon, der für seine besonders ergonomischen Fahrrad-Komponenten bekannte Hersteller, einmal mehr viel Mut. Die großen, biomechanisch optimierten Kontaktflächen in zwei unterschiedlichen Größen für normales Schuhwerk sind zur Zeit einzigartig. Der Pedalkörper wird übrigens von Magura gefertigt und für die Reflektoren zeichnet Busch & Müller verantwortlich. Liefertermin steht noch nicht fest.

Einen vorsichtigen Vorstoß in Sachen Farbe bei Sattel und Lenkerband unternehmen wir mit den Sportsätteln Aliante Delta und Rondine, sowie dem Lenkerband von Fi:zik. Hier lassen sich in Zukunft mit Braun-, Grau- und Oliv-Farbtönen dezente Farbakzente setzen, insbesondere in Verbindung mit den silbernen Komponenten der Ritchey Classic-Serie.

Während die Sättel Aliante und Rondine sowie das Bartape (in gedeckten Farben) schon jetzt in die Wahlmöglichkeiten einfließen, bleiben Brooks-Sattel und -Griffe und die quietsche-bunten Fi:zik-Lenkerbänder erst mal im Demo-und Messerad-Status.

Kommentare

  1. bo aus BN am 9. Mai 2011:

    Von welchem Hersteller gibt es denn diese Befestigung des Schutzbleches am Gepäckträger? Ich würde die nämlich auch gerne noch nachrüsten. Gibt es ein Bild?

  2. Alex am 10. Mai 2011:

    ps. die Ritchey Classic Teile sind wirklich wunderschön. long live polished silver!

  3. Alex am 10. Mai 2011:

    von Euch: “Einziger Lenker am Markt, bei dem die stärkere Biegung nach hinten nicht mehr Oberrohr- oder Vorbaulänge benötigt”

    Stimmt nicht! Die On-One Mary Bar ist gaaanz gaaanz viel weiter! Warscheinlich 25, 30 Grad Biegung, ohne mehr Oberrohr- oder Vorbaulänge. In vielen Farben zu haben, auch! Ein Super und einzigartiges Produkt, das auf meinem Xtracycle-equiped Velotraum montiert ist.Sehr empfehlenswert. Thinking out of the box has its advantages.

  4. Stefan Stiener von Velotraum am 10. Mai 2011:

    @ bo,
    die Gepäckträger-Schutzblech-Halterung kommt ebenfalls von SKS und kann über uns oder einen Händler bezogen werden, Preis 3 €.

    @ Alex,
    danke für den Hinweis, den von Dir benannten Lenker kannten wir schon, wenn auch eine Auffrischung nie schaden kann…
    Ich hätte in meiner Aussage vielleicht etwas präziser sein sollen. Gemeint sind System-Anbieter, die also auch Vorbauten und Sattelstützen anbieten und mit Lenkerhörnchen sollte der Lenker auch kombinierbare sein. Und in der Breite verkürzbar – auf zumindest 58 bis 60 cm – ist für uns ein weiteres, wichtiges Kriterium.

  5. Guntram am 10. Mai 2011:

    Euere Tourpedale sind auch sehr gut; haben die PC-2 einen Kunststoffkörper? Sieht fast so aus. Lagerung?

  6. Stefan am 10. Mai 2011:

    Die abgebildeten ERGON GP1 BioKork-Griffe hätte ich ja auch gerne in der Rohloff-Version. Scheint es aber leider noch nicht zu geben :-(

  7. Stefan Stiener von Velotraum am 10. Mai 2011:

    @ Guntram,
    der Pedalkörper ist aus faserverstärktem Kunststoff, was die Lagerung – laut Ergon eine Polymer-Gleitlagerung – hält, muss man abwarten.

    @ Stefan,
    kein Problem – den Kork-GP-1 haben wir auch für Rohloff.

  8. Rudolf von pedal plus am 10. Mai 2011:

    @ bo, @ Stefan,
    nicht zu vergessen der grausliche x-act Boomerang! Ich hab hier noch welche rumfliegen, falls jemand Bedarf hat… ;-)

  9. Florent am 11. Mai 2011:

    Die Entscheidung, künftig auf den globaliserten Teile-Giganten Ritcheylogic und nicht mehr auf Jo Kliebers feine regionale Schmiede zu setzen, wird hier leider in gewohnt eleganter Weise marketingmässig geschönt.

    Meine Wahrnehmung der Dinge ist (und schliesslich hört man ja auch so einiges…), dass Velotraum mit Ritchey schlicht einen zuverlässigeren Lieferanten gefunden hat, einen Konzern, der bei stetig steigender Nachfrage konstant und punktgenau liefern kann.

    Deswegen Ritcheys Nullachtfuffzehn-Parts gleich in alle Lüfte zu heben und erst noch so zu tun, als ob sich VT und Ritchey velosophisch in geradezu harmonischster Weise vereinen würden, das ist doch sehr… mutig.

  10. Stefan Stiener von Velotraum am 11. Mai 2011:

    @ Florent,
    »…in gewohnt eleganter Weise marketingmäßig geschönt« – zumindest deinen Kommentaranfang fasse ich mal als Kompliment auf ;-)

    Für die nicht ganz so informierten Leser ist es sicherlich wichtig zu wissen, dass wir die Syntace-Komponenten bisher nur im Speedster verwendet haben, bis auf das VRO-System. Der von uns bisher eingesetzte VRO-T-Stem wird von Sytnace leider in Zukunft nur noch mit überbreiten Riser-Lenkern angeboten und ist für uns daher nicht mehr optimal einsetzbar. Und leider hat es Sytnace in all den Jahren nicht geschafft, das VRO-System so zu ändern, dass z.B. Lenkertaschen wirklich gut zu befestigen wären. Syntace ist einfach im Sportsegment zu Hause.

    Mit der Lieferzuverlässigkeit hast Du voll ins Schwarze getroffen, allerdings sehen wir auch bei Ritchey hinsichtlich »punktgenauer Lieferung« noch Optimierungspotential…

    Das was Du als 08/15 bezeichnest ist einfach – auch im direkten Vergleich zu den unbestritten hervorragenden Syntace-Komponenten – wirklich gut. Und funktional ist es sogar so, dass zum Beispiel die Ritchey-Sattelstütze aufgrund der Kröpfung besser zu unseren Rahmen passen als die Syntace P6.

    Zumindest die beschriebenen Komponenten harmonieren wirklich gut mit Velotraum, insbesondere im Velotraum-Konzept. Dass man sich im Speedster vielleicht mehr »Kultteile« wünscht, kann ich gut nachvollziehen. Allerdings müssen wir als kleiner Hersteller und Abnehmer immer beachten, dass wir unser Einkaufsvolumen nicht zu sehr aufteilen. Ansonsten müssten wir sehr teuer einkaufen. Ein klarer Sachzwang, aber die gehören einfach auch dazu.

  11. JanW am 12. Mai 2011:

    @Stefan
    »Für die nicht ganz so informierten Leser ist es sicherlich wichtig zu wissen, dass wir die Syntace-Komponenten bisher nur im Speedster verwendet haben, bis auf das VRO-System.«

    Diese Aussage wundert mich. Vielleicht waren diese Komponenten nicht Teil der Grundausstattung, aber ich habe bei Euch schon ein nicht-Speedster Rad mit nicht-VRO Syntace Komponenten gekauft. Insofern wurden diese Komponenten durchaus auch anderswo verwendet.

    Ich muss sagen, dass ich den Syntace-Komponenten auch nachtrauere. Wenn es für mich soweit ist, mein eigenes Rad zu ersetzen, werde ich wohl ein Rahmenkit in Erwägung ziehen müssen wenn es ein Velotraum werden soll. Die Auswahl an Komponenten bei Euch entwickelt sich m. E. nicht in die richtige Richtung.

  12. benjamin am 12. Mai 2011:

    >>Die Auswahl an Komponenten bei Euch entwickelt sich m. E. nicht in die richtige Richtung.<<

    ich bin seit Jahren sehr zufriedenen Ritchey Fahrer. Fahre es an meinem Velotraum (Wo ich den Rahmensatz gekauft hab) und auch an meinen anderen Rädern. Allerdings missfällt mir der Oversized Trend. Habe selber noch die schönen 25,4 bzw. am Randonneur 25,8mm.

    Ritchey bietet mit der Comp Serie eine ideale Preis/Leistung, funktionell, 4-Schrauben Lenkerklemmung, große Auswahl, preiswert.

    Ein VT kostet eine große Stange Geld, da lassen sich bestimmt mit Ritchey Komponenten ein paar Euros sparen ohne die Funktion auch nur annähernd einzuschränken! Also Preis-Leistungssteigerung, und das finde ich wirklich gut!

    Bei den Schutzblechen hoffe ich allerdings, dass man den vorderen Spoiler gegen einen “anständigen” Schmodderlappen austauschen kann. Diese Spoiles haben oft eine recht geringe Funktion.

    Viele Grüße,

  13. Andreas am 13. Mai 2011:

    @benjamin
    Als Ganzjahresfahrer kann ich deine Erfahrungen mit Schmutzfängern bzw. Spoilern teilen. Habe mir zuletzt einen Latermann “Dreck Flaatsch” zugelegt. Er ist sehr wertig verarbeitet. Optisch, na ja, muss man sich mit abfinden. Funtionell allerdings topp. Er wird praktisch nur geklemmt. Man kann ihn jederzeit ohne Probleme wieder demontieren.
    VG

  14. Guntram am 16. Mai 2011:

    Ja, der Spoiler / Spritzlappen ist wirklich lustig. Die Tendenz, auch bei VT, ist eben: Hauptsache, es sieht chick aus.

  15. Bernd am 19. Mai 2011:

    Der Spoiler erfüllt seine Funktion als Schmutz- und Wasserfänger exzellent, wenn denn das “getunte” Schutzblech lang genug nach unten reicht. Dann kann man sich die breiten, “hässlichen” Lappen sparen.

  16. LudgerD am 2. Juni 2011:

    Hallo, das Linetec -Lämpchen ist sicher eine Überlegung wert, von kabelgebundenen Rückleuchten Abschied zu nehmen. Aber: wie ausgereift ist der Hell/Dunkelsensor bei dieser Lampe? Habt ihr euch von der einwandfreien Qualität dieser Funktion überzeugen können? Ich frage, weil an anderen Rückleuchten von B& M , ebenfalls mit dieser “ Wackelsensortechnik “ ausgestattet, diese Funktion nicht so gut, bzw mal gut mal schlecht, funktioniert hat. Die Lampe habe ich abmontiert, liegt nun in der Ersatzteilkiste. Hoffentlich ist euere Linetec da besser????

    Grüße vom Nierderrhein LudgerD

  17. Stefan Stiener von Velotraum am 3. Juni 2011:

    @ LudgerD,
    im Moment ist die denkbar schlechteste Jahreszeit um Fahrradlichtanlagen zu testen, daher fehlt uns bisher eine aussagekräftige Praxiserfahrung. Wir konnten bisher nur feststellen, dass der Sensor im Rücklicht später »anspringt«, als im Scheinwerfer.

  18. PeterK am 6. Juni 2011:

    Velotraums Motto lautet: Nicht der Mensch passe sich dem Rad an, sondern das Rad dem Menschen. Klingt gut und wird auch in vorbildlich vielen Bereichen eingelöst. Für mich einer der Hauptgründe, mir ein Velotraum zuzulegen.
    Einzig bei der wichtigen Schnittstelle zwischen Mensch und Rad, dem Sattel, scheinen die Veloträumer ihren Ansprüchen nur in sehr übersichtlichem Maß gerecht zu werden.
    Es reicht m. E. nicht aus, immer mal wieder neue, schön anzuguckende Sättel vorzustellen oder auf die Tipps der Händler zu vertrauen. Vielmehr bedarf es an dieser Stelle m. E. einer Systematik, die sich zunächst mal der Anatomie des Radlers widmet und in einem zweiten Schritt einen entsprechend passenden Sattel vorschlägt. SQ Lab geht einen Schritt in diese Richtung, ein kleiner Hersteller in Münster sogar noch weiter und baut individuell angepasste Sättel.
    Habe bisher die in dieser Hinsicht besten Erfahrungen mit Ledersätteln gemacht. Dumm nur, dass die gerne abfärben, sobald es schwitzig wird.
    Es ist ein Jammer, ein wunderwundervolles Rad zu fahren, aber andererseits zu leiden oder einen Sattel nach dem anderen zu probieren, bis vielleicht mal einer passen könnte…

  19. Nixfürungut am 6. Juni 2011:

    Könnte vielleicht als polemisch empfunden werden, aber eine Sattel-Systematik hat doch nur drei Parameterpaare: schmal oder breit, weich oder hart, kurz oder lang. Alles Weitere ist Quatsch-Marketing.

  20. Stefan Stiener von Velotraum am 6. Juni 2011:

    @ PeterK,
    ich kann nicht beurteilen, ob sich Deine Meinung auf ein Praxiserfahrung hier vor Ort, oder allein auf unseren Informationen gründet. Tatsache ist – da zumindest triffst Du ins Schwarze – wir haben für diese Schnittstelle keine konsistente Lösung. Allerdings bin ich der Meinung, dass dies weniger an uns, als vielmehr an der Komplexität des Themas liegt.

    Wir testen (mit den Kunden zusammen) im Rahmen der Anpassung mittels Messmaschine immer wieder neue Sattelmodelle. Dabei lassen wir uns z.B. durch Testergebnisse, Neuheiten sowie Tipps von Händlern und Kunden inspirieren. Bei dieser Vorgehensweise fallen in schöner Regelmäßigkeit Testsieger, Wundersättel und Dergleichen durchs Raster, da der Popometer unserer Kunden schon auf der Messmaschine viele Sättel als nicht passend empfinden. Die Sättel mit der hoher Trefferquote wandern ins Sortiment bzw. ersetzen weniger gut passende Sättel.

    Wirklich beurteilen ob ein Sattel passt, lässt sich leider erst nach ein paar hundert Kilometer feststellen. Auch diese Rücklaufquote beeinflusst unser Sortiment. Die Zeitdauer und die dabei entstehenden Gebrauchsspuren macht es leider unmöglich Testsättel anzubieten, denn da wären sehr schnell über hundert Sättel im Umlauf.

    Wie komplex das Thema ist zeigen auch immer wieder Tests, z.B. in der Rennradzeitschrift »Tour«, die mit sehr aufwändigen Analysen (Druckmessfolien) arbeiten. Ernüchterndes Ergebnis: Sättel, die im Labor die beste Druckverteilung aufweisen, werden im Praxistest nicht als passender empfunden, als Sättel mit vermeintlichen Druckspitzen. Hier spielen Fahrstil, Anatomie, Sitzposition, Bindegewebe, Schmerzempfindlichkeit, Trainingszustand usw. zusammen.

    In unserer Beratungs- und Anpassungspraxis machen wir immer wieder die Erfahrung, dass nach 4–5 Sättel, es für den Kunden sehr schwierig wird zu entscheiden, welcher Sattel denn nun der Beste war. Das ist ähnlich wie bei der Weinprobe ;-)

    Ja, es ist ein Jammer wenn es an dieser entscheidenden Schnittstelle Probleme gibt und es stinkt uns gewaltig manchmal keine Lösung zu haben.

  21. Hans am 8. Juni 2011:

    16&17: habe die linetec (kabelgebunden) montiert und stelle nach einigen Monaten fest, dass die BUM-Werbung dazu reines Marketing ist; linetec in der Praxis vergleichend mit der (bis dahin genutzten Einzel-LED-Ausführung, wie bekannt) bringt keine Vorteile. Da das Licht EINER LED per Plastiklichtleiter nur auf eine größere Fläche verteilt wird, verliert es dabei an Intensität und das ist Nachts egal. Bei Tage, in der Dämmerung und im nächtlichen Mischlicht der Fahrzeugbeleuchtungen vieler Verkehrsteilnehmer jedoch, ist das intensivere Spitzlicht der Lampe OHNE diese linetec-Lösung deutlich besser erkennbar, als das mildere, weichere, unauffälligere linetec-Licht. Es hebt sich optisch definitiv besser ab vom Umgebungslicht, als das linetec und ist somit sicherer als dieses. Ist meine Beobachtung und Wertung. Ebenso finde ich das Tagfahrlicht bei BUM als reinen Marketing-Gag. Auch hier empfinde ich die Argumente dafür, als an den Haaren herbeigezogen.

  22. Hans am 8. Juni 2011:

    nochmal zu 16: Habe an meinem Hänger 2 BUM-BattrieRücklichter montiert, mit: Erschütterungs- und Helligkeitssensoren. Dazu einen 3-stufigen Schalter: EIN, AUS, Sensorik. Das alles war nicht billig und funktioniert leider recht schlecht. Die Sensorik ((Erschütterung UND geringe Helligkeit) schaltet Licht an) arbeitet tendenziell episodisch-(un)genau und der Schalter ist von ausgesprochen geringer Qualität: Die Rastung ist schwabbelig und ungenau, billig. Es ist fast unmöglich, die Mittelstellung zu finden. Die beiden Batterien (AA) entleeren sich erstaunlich schnell, auch wenn die Lampen gar nicht in Verwendung sind. Alles ziemlich unbefriedigend und gar nicht BUM-Typisch. Ich bin von denen Besseres gewohnt.

  23. velo-phil am 10. Juni 2011:

    Zum Thema Sattel: Hat jemand Erfahrung mit den maßgefertigten Sätteln von gebiomized? http://gebiomized.de/

    Hört sich theoretisch super an (auch wenn wohl primär die Rennrad- und Triathlon-Fraktion angesprochen ist). Aber Theorie und Praxis vertragen sich ja nicht immer…

  24. Matthias, Velotraum-Händler aus BOchum am 1. Juli 2011:

    @ 18. & 19.:
    Ich kann aus meiner Verkauserfahrung Stefan dahingehend beipflichten, dass es die eine perfekte Lösung für jeden beim Sattel weder gibt noch geben kann. Dazu spielen zuviele Faktoren hinein: Von der Sitzhaltung (zwischen Holland- und Rennrad) über die Streckenlänge (weiche Sättel eher für kurze, straffe eher für längere Strecken) bis zur individuellen Anatomie (Frau <-> Mann nit unterschiedlichen Sitzbeinhöckerabständen, lange Steißbeine, Zustand nach Prostata-OP etc. pp.). Ich kann daher bestenfalls Empfehlungen geben, welcher Sattel mit größerer Wahrscheinlichkeit passen oder Beschwerden reduzieren könnte. Ums Testen auf dem eigenen Rad in der eigenen Sitzposition kommt man am Ende nicht herum. Wer hier vorgibt, die alleinseligmachende Lösung für alle Fälle anzubieten, betreibt m.E. Schmu.

  25. I. am 4. Juli 2011:

    Fizik: Gibt’s eigentlich überhaupt jemanden, der die Dinger gut findet?

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