Stimmiges Velotraum-für-alles-Rad für unter 1400 Euro

24. Mai 2010  |

Ein aktuelles und schönes Beispiel dafür, dass ein richtiges Velotraum nicht gleich mehrere tausend Euro kosten muss.

Freilich billig – im Discounter- oder Made-in-Fernost-Maßstab – ist auch der hier abgebildete Ausstattungsvorschlag »1« nicht.

»High Potential«

Der Ausstattungsvorschlag »1« ist der Einstieg ins Velotraum-Konzept, alles ist sehr gut aufeinander abgestimmt und auf hohem Niveau. Bei unserem Beispiel mit Stahlrahmen und einem Komplettpreis von 1350 Euro haben wir aus den Wahlmöglichkeiten ein paar leichte Reifen (Marathon Racer +16,00), für die Reifenbreite passende Schutzbleche (±0,00) sowie Ergon GR2-Griffe (±0,00) gewählt. Die Farbe ist ein ungewöhnliches mattes Ockerbraun (RAL8001) mit orangefarbenem Dekor. Das Gewicht beträgt bei Rahmengröße »S« und wie abgebildet 14,5 Kilogramm.

Fürs Geld bekommt man hier nicht nur eine ganze Menge hochwertiger Fahrradtechnik, sondern ein individuell angepasstes Manufakturprodukt mit besonderem Potential und Mehrwert.

Das Potential steckt zum Beispiel im Rahmen. Es ist sicherlich unstrittig, dass unser Stahlrahmen-Klassiker cross crmo zu den Besten auf dem Markt gehört. Der Rahmen ist sehr haltbar, hoch belastbar und fährt sich sowohl mit als auch ohne Gepäck einfach nur hervorragend. Dazu die Radtouren 5/2009: »Die Bestnote für die mit Abstand souveränsten Fahreigenschaften…« und »…unbeladen unerwartet spritzig….«.

Im Zusammenspiel mit den soliden Shimano-Deore-Komponenten, handgemachten Laufrädern, Racktime-Gepäckträger und natürlich einer Lichtanlage mit Nabendynamo, ist dieses Rad für Alltag, Freizeit und auch größere Radreisen bestens geeignet. Lediglich beim Ganzjahreseinsatz müssen Abstriche gemacht werden oder eben die Pflege und der Wartungsaufwand etwas intensiviert werden.

Der besondere Velotraum-Mehrwert steckt aber sicherlich in der ganzheitlichen Abstimmung von Mensch und Maschine. Schließlich wird nicht nur die passende Technik ausgesucht, sondern auch Rahmengröße, Lenkerhöhe und Sitzlänge, also die individuell-passende Sitzpostion mit der Velotraum-Messmaschine ermittelt und auf das Fahrrad übertragen.

Die Rahmenfarbe nach Wunsch ist dann noch das persönlich-emotionale Sahnehäubchen – auch wenn der Eine oder Andere arge Qualen bei der Farbentscheidung leidet ;-)

Download:
Velotraum-Konzept – Ausstattungsvorschläge und Preise 2010

Kommentare

  1. B.Weis am 27. Mai 2010:

    Das ist ein schöner, meiner Meinung nach fast gelungener Einstieg in die Velotraum Welt. Mit den Bremsen wäre ich in der Preisklasse nicht zufrieden…ansonsten wirklich fair. Wenn ich nicht schon hätte, dann würde ich ;-) Frage zum B+M Scheinwerfer. Ist der schon auf dem Markt und welche technischen Daten hat er.

  2. Lyt am 27. Mai 2010:

    Ich glaub es ist der neue Lyt

  3. Michael German am 27. Mai 2010:

    “Freilich billig – im Discounter- oder Made-in-Fernost-Maßstab ist … nicht”

    wenn schon der zurecht vielgescholtene Fernost-Maßstab hier bemüht wird – dann sollte doch auch eroiert werden, woher die Teile dieses Rades stammen:
    Rahmen, Gabel, Schaltung, Naben, Bremsen, Vorbauten, Sattelstützen, Sättel, Gepäckträger (selbst die von tubus), Reifen u Schläuche (gerade die von Schwalbe),
    also die Hauptkomponenten des Fahrrades, mit der größten Wertschöpfung und dem größten Anteil an den Herstellungskosten des Fahrrades kommen vollständig aus Fernost!

    Für deutsche Hersteller bleibt dann noch – allerdings ausschließlich im Hochpreiszubehörbereich:
    Steuersatz (Acros), Schaltung (Rohloff Speedhub – die Schaltung zum Preis eines ganzen Fahrrades), Nabendynamo (SON), Bremsen (Magura), Schutzbleche (SKS) und die Lichtanlage (B&M). Diese werden teils mehr, teils weniger noch in Deutschland gefertigt.

    Die Felgen und Speichen kommen aus Frankreich, weil die Franzosen wegen ihres vielen Atomstroms, den wir ja mittlerweile zum Glück abschaffen, noch genug Elektrizität übrig haben, um Bauxit zu verhütten.

    Die Sättel kommen, gelegentlich, aus Italien, aber, seien wir ehrlich, doch meist aus Fernost.

    Wie stolz dürfen wir auf ein solches Fahrrad sein, dass zu einem “günstigen” Preis von 1400 Euro angeboten wird (was ungefähr dem Jahreseinkommen der Leute entsprechen dürfte, die das Gros der Teile dieses Rades herstellen) und durch das doch nur eine Hand von Ingenieuren und einige (hoffentlich) Idealisten ihr auskommen haben?

  4. Stefan Stiener von Velotraum am 27. Mai 2010:

    @ Michael,
    in einem gebe ich Dir recht, die Metapher »Made-in-Fernost-Maßstab« ist unglücklich gewählt, da Fernost heutzutage eben auch Hightech und Qualität bedeuten kann. Nicht nur hinsichtlich der Produkte, sondern auch in Sachen Arbeits- und Lebensqualität. Aber ich glaube, dass die meisten Leser schon wussten, welche Art von Unternehmen und Geschäftsgebaren damit gemeint ist.

    Bei der Wahl der Hersteller stehen zumindest bei uns Qualität, Verlässlichkeit und Verfügbarkeit an erster Stelle, der Preis kommt erst danach. Unser Schritt mit unserer Rahmen- und Gabelproduktion nach Taiwan zu gehen ist genau aus diesen Gründen geschehen und wir sind jeden Tag aufs Neue glücklich über diese Entscheidung!

    Ich sehe auch keinen Widerspruch »stolz« darauf zu sein, aus einem weltweit produzierten Puzzle aus hochwertigen Einzelteilen, hier vor Ort ein stimmiges und passendes Ganzes zu machen. Schließlich ist das ganze Fahrrad schon immer »mehr«, als die Summe seiner Einzelteile. Und Beispiele, dass man dabei noch eine ganze Menge falsch machen kann gibt es genug…

    Ach ja, die Sättel kommen wirklich aus Italien (Berlusconi, Camorra) und England (Sch… Boni-Bänker) ;-)

  5. Zu Hause in Europa am 27. Mai 2010:

    Ich muss leider dem Michael zustimmen. Fahrräder, die aus Europa stammen kommen wohl nicht mehr von Velotraum. Velotraum Rahmen sind zweifelsohne wirklich gut, aber ich frage mich öfters wie es andere Hersteller schaffen zum gleichen Preis noch vor unser Tür zu löten;-).

  6. Josef am 28. Mai 2010:

    Dem muß ich auch zustimmen – aber was soll die Diskusion so ist unsere Welt nunmal die einen werden augenützt und die anderen profitiern davon…ein gegenseitiges fressen wie die Tiere…Sorry Stefan ich glaube das fürt hier zu weit… velotraum ist Spitze mach weiter so…

  7. B.Wusst am 28. Mai 2010:

    In letzter Zeit kommt es immer öfter vor dass eine Produkt- oder Hausinfo von Velotraum hier im Forum in eine politische Diskussion mündet. Es gibt wahrlich genügend Stoff über den sich trefflich streiten lässt, nur frag ich mich was das hier eigentlich ist. Die Homepage eines tollen einheimischen Radbauers oder die Sparte “Erklär mir die Welt”. Wenn Sie das so wollen Herr Stiener, dann ist es o.k. (letzten Endes stoßen Sie das selbst auch sehr häufig an). Ich bin wahrlich kein Ignorant- aber es gibt auch für mich Grenzen, wo ich sage: das ist irgendwie öde. Um vorweg zu greifen: Ja es gibt die Möglichkeit für mich die Seite hier zu meiden. Will ich aber eigentlich nicht. Ich bin Velotraum Fahrer und an Technik, Sport und Reisen interessiert.

  8. Zu Hause in Europa am 28. Mai 2010:

    @bewusst
    Ich bin auch Velotraumfahrer, allerdings zu einer Zeit geworden als die Rahmen noch aus Europäischer Fertigung stammen;-)

    Herr Stiener müsste einfach ein fernöstlich hergestelltes Rad auch als solches umwerben.
    Da passt der oben schon zitierte Satz halt wirklich nicht rein.
    Wie man der Transparenz dieser Seite entnehmen kann macht er ja auch deutlich woher die Komponenten stammen und das finde ich sehr gut,denn ich gehe weiterhin von qualitativ hochwertigen Rahmen aus. Komponenten sind ja sowieso bei sehr vielen Radherstellern identisch. Ein Velotraum ist eben ein Baukasten Reiserad mit einer Basis aus Fernost, einem wirklich duchdachten Konzept und einigen innovativen Ideen, ein von vorne bis hinten individuelles Rad muss man eben woanders kaufen….

  9. Michael German am 29. Mai 2010:

    @ Stefan Stiener: Das Problem ist keinesfalls, dass die Bauteile, die aus Fernost geliefert werden, keine gute Qualität aufwiesen – nein, ganz im Gegenteil – deren Qualität ist im entsprechenden Preisbereich ganz hervorragend.
    Da liegt das Problem. Die europäischen Hersteller sehen sich übermächtigem Preisdruck aus Asien ausgesetzt – gehen mit oder vor die Hunde. Aber hier produzieren, das “kann” keiner mehr – hier verkaufen, das will jeder!!!
    Sämtliche Entwicklungen des Maschinenbaus, von der Wahl des Werkstoffes und der Materialpaarungen (Reibpartner) über die Verarbeitung und Fertigung bis hin zur Oberflächenveredelung, Schmierung, etc. sind nahezu vollständig europäische, us-amerikanische und tlw. japanische Erfindungen. Allerdings wird die Fertigung, die Umsetzung dieser Erfindungen, in erdrückender Weise nach Fernost verlagert.
    Wo bleibt die vielbeschworene Solidarität, wenn wir eine Gesellschaft formen, in der die einfacheren Köpfen, die nicht mit der Entwicklung hochkomplexer Angelegenheiten betraut werden können, keine Arbeit mehr finden?!

    @B.Wusst: Wer sich selbst als “kein Ignorant” bezeichnet, wird den folgenden Gedankengang für trivial halten:
    JEDE KAUFENTSCHEIDUNG IST POLITIK!
    Und je mehr Geld durch eine Kaufentscheidung in Gang gesetzt wird, desto politischer ist sie!
    Denn durch Kaufentscheidungen lenkt man Konsum, durch Konsum haben Menschen Arbeit und über die Arbeit in dieser Welt entscheidet sich der Wohlstand der Nationen (A. Smith) – man könnte auch sagen, dass der Dritte Weltkrieg von den Schlachtfeldern an die Börsen verlagert worden ist.

    Und wenn Sie ein oder zwei oder drei durchschnittliche Monatsgehälter in die Hand nehmen, um ein Fahrrad zu kaufen, dann können Sie nicht mehr behaupten, keine Politik zu machen!

    Aber warum sag ich das jemandem, dem man die Welt nicht erklären muss!?

  10. Jens Greve am 1. Juni 2010:

    Mal was anderes:
    Wie lange ist die Lieferzeit?

    Wird die individuelle Messung nur mit Schrittlänge gemacht oder auch die anderen mass berücksichtigt?

    Alternativ wollte ich noch das Papalagi von mtb-cycletech probefahren und habe auch noch die Option “Pimp my bike” um meinen alten Villiger-Bock flottzumachen.

  11. Stefan Stiener von Velotraum am 1. Juni 2010:

    @ Jebs Greve,

    die Lieferzeiten betragen 4-6 Wochen, weitere Infos dazu gibt es hier.

    Die Velotraum-Vermaßung selbst erfasst alle relevanten Parameter, wie Körpergröße, Arm- und Beinlänge etc, ist aber eigentlich auch hier sehr ausführlich beschrieben.

  12. Raimund am 2. Juni 2010:

    Ich besuche die Website von Velotraum, weil ich mich über Fahrräder informieren will. Ich brauche keinen Sozialkunde- oder Politikunterricht.
    Das geht mir auf die Nerven.

  13. Heinz am 3. Juni 2010:

    @Raimund

    Es ist die Eigenheit eines jeden geschriebenen Wortes:
    Man muss es nicht lesen – aber man kann. ;-)

  14. Andreas Wochele am 5. Juni 2010:

    Billig ist es nicht…dachte ich mir vor ca. 10 oder 11 Jharen und kaufte mir dieses schöne Velotraum nit Lenkerendschalthebel und Hs 66 ;-) Ich hatte viele schöne km damit, und jetzt fährt mein Bruder mit Ihm am Bodensee zum Einkaufen. So ist es halt – Ein Rad muss Dir Spass machen !

    Andreas

  15. Dunkeltourer am 9. Juni 2010:

    Was mich immer wundert, dass bei Produktionverlagerungen nach Fernost die (Rahmen-)Preise nicht günstiger werden? Sind die durch den Wechsel von Fort /Tschechien nach Taiwan die Produktionskosten nicht günstiger geworden? Oder fressen die Transport- und Kommunikationskosten (Flüge und Kommunikationsfehler) den Kostenvorteil wieder auf? Oder erhöht das einfach den Spielraum für Velotraum?

  16. Stefan Stiener von Velotraum am 10. Juni 2010:

    @ Dunkeltourer,
    die beiden wichtigsten Gründe mit der Rahmenproduktion nach Taiwan zu gehen, waren die Qualitätssicherung/-steigerung und mehr Möglichkeiten bei der Produktentwicklung. Was es damit konkret auf sich hat, ist unter Neue Velotraum-Stahlrahmen und Kernprodukt Rahmen sehr detailliert beschrieben.

    Dass der dort beschriebene Aufwand und die daraus resultierende Qualität auch in Taiwan gutes Geld kostet, liegt auf der Hand. Sprich, wir zahlen in Taiwan mehr als in Tschechien. Die Kosten für Transport und Zoll sind prozentual aber vergleichbar. Ein bis zwei Mal im Jahr ein voller Container ist einfach viel wirtschaftlicher als zwölf Mal im Jahr ein halb leerer Klein-Laster aus Tschechien…

  17. Dunkeltourer am 15. Juni 2010:

    @Stefan Stiener
    Danke für Die Aufklärung und die Demontage meines Vorurteils. Höhere Kosten hatte ich nicht erwartet …

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