Velotraum-Spielbeine für 2014 – Pilger, E-Velotraum, 650B-Option

26. August 2013  |

Es ist Zeit Ross und Reiter zu nennen, denn morgen beginnt mit dem Demoday – eine Art Amuse-Gueule der eigentlichen Messe – die Eurobike.

Während wir letztes Jahr den thematischen Schwerpunkt auf Erlebtes gesetzt haben, steht die 2013er Eurobike unter dem Motto: lasst uns spielen.

Dabei mussten wir uns die Fülle an Spielbeinen nicht verzweifelt aus den Fingern saugen, sie sind uns quasi zugelaufen. – Na gut, ganz so locker-flockig verhält es sich dann doch nicht, vielmehr gilt die Kreativitäts-Formel: 95% Transpiration und 5% Inspiration. Der im Rückblick immer so selbstverständliche und klare »Zulauf« speist sich aus einer unablässigen und mitunter mühsam-zermürbenden Auseinandersetzung mit dem sich ausdehnenden Fahrrad-Kosmos.

Natürlich wird es auch für unsere Standbeine – Velotraum-Konzept und Speedster – eine Vielzahl von evolutionären Änderungen und Erweiterungen geben, zum Teil haben wir ja schon darüber berichtet bzw. sind die kleineren Änderungen bereits in unseren Unterlagen und im Konfigurator eingepflegt. Weitere Informationen gibt es, sobald die Neuheiten lieferbar sind, bzw. wir erste Erfahrungen machen konnten.

E-Velotraum

»Wenn ein Pedelec bedeutet überhaupt mehr Menschen auf`s Rad und somit in Bewegung zu bekommen, dann ist das doch eine tolle Entwicklung.«

So lautete unlängst ein Kommentar im Velotraum-Blog. Velotraum intern wird diese Auffassung schon lange gelebt, denn drei Mitarbeiter und die Chefin nutzen regelmäßig Velotraum-Räder mit Unterstützung, um die bis zu 30 Kilometer weiten Arbeitswege zurück zu legen.

Wir haben schon viele unterschiedlichste Versuche unternommen, um ein stimmiges Velotraum-Pedelec – sprich Unterstützung bis 25 km/h – zu kreieren, gedanklich, wie auch in der Praxis. Inzwischen finden wir: gut, dass es etwas länger gedauert hat. Denn, nach vier Jahren Praxiserfahrung und Markt­beobachtung sehen wir unsere Position bei den Elektromotor-unterstützten Rädern klarer, als noch vor ein bis zwei Jahren.

Mit »klarer sehen« meinen wir, dass auch bei einem E-Velotraum der Schwerpunkt eindeutig auf den Fahrradaspekten liegt und der E-Antrieb lediglich eine Option darstellt – wenn auch eine ganz besondere. Während das Gros der Fahrrad-Hersteller, wie auch Motorenhersteller – z.B. Bosch und Panasonic – immer mehr dazu übergehen das Fahrrad um ein Antriebskonzept herum zu konstruieren, bleibt bei Velotraum das Fahrrad-spezifische im Mittelpunkt. Die Aufgabe bestand also darin, ein System zu finden, das gut mit den Möglichkeiten des »Velotraum-Konzept« zu kombinieren war. Der Nabenmotor des deutschen Herstellers Alber bzw. des Systemlieferanten Neo­- drive erfüllt diese Anforderung im Moment am Besten.

Jedes der drei Motorensysteme – Front , Mittel- und Nabenmotor – hat seine Vor- und Nachteile sowie Stärken und Schwächen. Aufgrund der angestrebten Nutzungsvielfalt und umfassende Anpassung an die Kundenbedürfnisse, sowie der Option dasselbe Rad mal schnell auf reinen »Muskelbetrieb« umzustellen, haben wir uns für den Nabenmotor entschieden. Für diese Vorteile opfern wir notgedrungen die Nabenschaltungs-Option.

Das Neodrive-System bietet eine hervorragende Motorsteuerung und -regelung, eine einfache Bedienung und eine Vielzahl von gut gemachten Details. Dazu gehören hervorragende Steckverbindungen, eine formschöne und solide Akkuaufnahme, Magnetstecker sowie eine elegante auf Velotraum-Rahmen abgestimmte Naben-Befestigung und Drehmomentabstützung.

Für Schnellfahrer, die häufig jenseits der 25 km/h unterwegs sind, wird dieser Nabenmotor – durch die gesetzliche Abregelung bei 25 km/h – nur begrenzt geeignet sein.

Aufgrund der speziellen Pedelec-Anforderungen, die im Moment erheblich und berechtigt verschärft werden, wird es beim Velotraum-Pedelec sicher nicht die ganze Vielfalt an Wahlmöglichkeiten geben, doch insbesondere die ergonomische Anpassung bleibt voll und ganz erhalten.

650B Option

Es kommt immer wieder vor, dass wir mit unserer 28-Zoll-Abstinenz auf Unverständnis stoßen, oder uns die Fähigkeit 28-Zoll-Räder zu bauen nicht zugetraut werden. Ohne überheblich wirken zu wollen: es wäre keine besondere Herausforderung ein 28-Zoll-Rad mit breiten Reifen (also 29er) zu entwickeln und zu produzieren.

Doch so wohlwollend wir auch die großen Laufräder betrachten, für die gewünschten Möglichkeiten und Eigenschaften von Velotraum-Rädern sehen wir weiterhin mehr Vorteile und Potential in der 26-Zoll Größe. Und als kleiner Nischenanbieter – der wir auch bleiben wollen – können wir uns zumindest bisher den Luxus leisten, dieser Überzeugung treu zu bleiben.

Allerdings gibt es im Moment massive Bestrebungen der großen Mountainbike-Hersteller, die seit 20 Jahren bestens bewährte und weltweit etablierte 26-Zoll Laufrad-Größe (ø 559 mm) durch die Größe 650B (ø 584 mm) zu ersetzen. Ursache: die unlängst als Non plus Ultra gepriesene und eingeführte 29er Laufradgröße (ø 622 mm) hat sich in vielen Bereichen als doch nicht so optimal erwiesen. Zurück zur Größe 26-Zoll, also 559 geht natürlich nicht, hat ja schon jeder ;-)

Insbesondere der Mountainbikemarkt ist sehr stark kurzfristigen Moden, Trends und Innovationszwängen unterworfen. Das Rad muss mit viel Marketing-Tamtam möglichst häufig neu erfunden werden, auch wenn die vermeintlichen Vorteile von noch so esoterischer Natur sind. Solange dieses ganze Reifengrößen-Hin-und-Her nur das Mountainbike betrifft, ließe sich das Geschehen mit gelassener Distanz betrachten. Es ist aber im Moment nicht auszuschließen, dass sich speziell die großen Hersteller keinen Laufrad-Größen-Verhau leisten wollen – 26-Zoll, 650B, 28-Zoll* und 29er* – und in den nächsten drei bis fünf Jahren die bisherige Weltstandard-Reifengröße 26-Zoll durch 650B ersetzen.

Logisch und vernünftig ist das freilich nicht, denn die Vor- und Nachteile des 12,5 mm größeren Reifenradius halten sich bei vielfältig genutzten Fahrrädern sicherlich die Waage. Langfristig, also so in 10 bis 15 Jahren, könnte es also passieren, dass sich die Versorgungslage und Auswahl verschlechtert. Genauso wahrscheinlich ist aber auch, dass in einem Jahr eine neue Sau durch die Fachzeitschriften und Marketing-Abteilungen getrieben wird…

Da Velotraum-Kunden ihre Räder mit dem Anspruch kaufen, diese zehn Jahre und länger zu nutzen, ist es für uns mit dem Verkauf nicht getan. Zu einem wirklich nachhaltigen Produkt gehört auch eine langfristige Ersatzteilversorgung. Daher haben wir einfach mal geprüft ob 650B bereits jetzt in Velotraum-Rahmen (Velotraum-Konzept und Speedster) passt und siehe da, bis zu einer Reifenbreite von 1,9 Zoll ist das jetzt schon möglich, Scheibenbremsen natürlich vorausgesetzt.

Mit dieser zusätzlichen Wahlmöglichkeit werden wir sicherlich einige Kunden in arge Entscheidungsnöte bringen ;-)

Sollte sich abzeichnen, dass 650B tatsächlich auf breiter Front mehr und mehr Verwendung findet, werden wir kommende Rahmenjahrgänge dahingehend modifizieren, so dass auch zwei Zoll breite 650B-Reifen verwendet werden können.
(*) 28-Zoll und 29er haben die gleiche Felgengröße 622 mm…!

Pilger Touren-Fatbike

Velotraum-Räder sind im Gegensatz zu Rennrädern und MTBs ja eher Nutzfahrzeuge und Gebrauchsgegenstände, wenn auch solche, die eine besondere Wertschätzung seitens Ihrer Besitzer genießen. Jetzt haben wir uns mal einen Ruck gegeben und ein richtiges Spielzeug entwickelt, das sicherlich heftige Reaktionen provozieren wird.

Unter dem Namen »Pilger« bietet Velotraum ab Frühjahr 2014 eine radikale und konsequente Erweiterung der bisherigen Produktpalette an. Ein »Tourenrad« auf Basis extra breiter Mountainbikereifen. Die Reifen – übrigens 26-Zoll Laufradgröße – haben eine Breite von 4,8 Zoll, statt der üblichen 2 bis 2,4 Zoll; derart ausgestattete Räder werden »Fatbikes« genannt.

Mit dem »Pilger« kombinieren wir Fatbike-, Touren- und Reiserad-Elemente zu einem vollkommen neuen Fahrerlebnis und bisher nicht gekannten Erlebnis-Möglichkeiten. Denn da, wo mit einem bisherigen Velotraum kein oder nur ein extrem beschwerliches Weiterkommen möglich war, öffnen sich nun neue Wege. Die extra breiten Reifen bieten auf losem Untergrund (Sand, Matsch, Kies, Schnee usw.) besonders viel Vortrieb und, da sie mit geringem Druck (0,6 –0,8 bar) gefahren werden, zudem viel Kontrolle und Komfort im Vergleich zu einem ungefederten Rad. Mit dem Fat-Reifen-Konzept des Pilgers lässt sich gänzlich auf aufwändige Federung verzichten, sprich trotz extremer Geländegängigkeit bleibt die Technik im positiven Sinne einfach: draufsitzen und losfahren.

Ein Tourenrad mit Extrem-Breitreifen ist eine wuchtige, aber logische und konsistente Erweiterung der Velotraum-Produktphilosophie. Es erlaubt das Fortkommen in bisher unfahrbaren Gefilden und erschließt z.B. den schneereichen Winter für Tourenradler. Mit dem Pilger steht der Prozess des Unterwegs-Seins, die Entschleunigung, die Erlebnis- und Wahrnehmungs-Intensität noch mehr im Vordergrund; Geschwindigkeit, Kilometerleistung, Schnitt und Effizienz werden zur Nebensache.

Man kann mit dem Pilger auch so richtig die Sau raus lassen und sich austoben, ein Workout bis die Lungenflügel pfeifen und die Oberschenkel explodieren ;-)

Der Rahmen des Pilgers ist eine völlige Neukonstruktion unter Verwendung bewährter Velotraum-Details, wie z.B. verstärkte Steuer- und Sitzrohre sowie Ausfallenden. Außergewöhnlich sind die extrabreiten Radaufnahmen (135/170 mm) und die 100 Millimeter Tretlagerbreite. Ein niedrig angeordnetes Oberrohr mit Knick schafft genügend Überstandshöhe trotz 4,8-Zoll-Bereif­ung. Natürlich verfügt auch der Pilger über die Velotraum-typische hohe Rahmensteifigkeit und Gepäckeignung.
Ebenfalls eine Spezialentwicklung ist der Tubus-Gepäckträger, der unterschiedlich hohe Einhängepositionen für Packtaschen bietet. Eine, in jeder Hinsicht, dazu passende Velotraum-Gabel ist in Vorbereitung. Ach ja, als Zweit-Laufradsatz lassen sich 650B- und 29er-Laufräder verwenden, damit gibt es nun ein Velotraum, das alle Laufradgrößen kann ;-)

Fazit

Im Moment gefallen uns alle Spielbeine so gut, dass wir – sollten sich auf der Messe und hier im Blog nicht völlig andere Rückmeldungen einstellen – im Moment vorhaben, alle drei Projekte in die Serie umzusetzen. Wir halten Euch auf dem Laufenden :-)

Kommentare

  1. Thomas Bergenroth am 26. August 2013:

    Moin,

    Alba – finde ich gut. Gibt`s den auch für mein velotraum cross crmo von 2010 als Nachrüstsatz???

    605B – finde ich genauso gut wie 29”
    Vielleicht fahren deshalb bei uns nur 26-Zöller:-)))
    Tschüß
    Thomas

  2. Scheng aus Hürtgenwald am 26. August 2013:

    Hallo Veloräumer,

    der Pilger ist wohl eine echte Überraschung. Auch wenn ich schon im Web entsprechendes gesehen habe, habe ich keine Vorstellung wie sich sowas fährt. Wie beschleunigt man denn diese Riesendinger, die müssen doch ultraschwer sein!? Oder sollte man gleich zwei Spielbeine kombinieren, Pilger mit Neodrives???

    Grüße
    Scheng

  3. PeterundseinVelotraum am 26. August 2013:

    Also die Bigfoot idee, glatte 1 mit *! Tolle “noch” Studie! Bin schon lange Fan von Surly’s dicken Rädern.

    Und ein eBike gehört gerade im Wandel der umweltfreundlichen Mobilität bei Pendlern zu jedem hochwertigen Radhersteller, keine Frage.

    Aber jetzt plötzlich irgendwelchen (wie ihr selbst so oft predigt) windigen Trends nachfliegen? Vorteile werden doch auch laut euch nur maximal im einstelligen Prozentbereich liegen? Will es um Radlergottes Willen nicht übertreiben, aber kehrt ihr uns 26er Fans nun mm für mm den Rücken? Hab grad versucht bei Schwalbe, Conti, Rigida usw mal meinen Alltagsbomber auf 650B zu suchen. FEHLANZEIGE….
    Um euch zu zitieren, dann setzte ich doch lieber auf das Säule, was durch die V’traum Büros getrieben wird, und wenn ich mein 3xl in RAL 3015 selbst lackieren muss! ;-)

  4. Günter am 27. August 2013:

    Mal zum Thema Bremsen – siehe folgende Zitate aus Eurem Text: 1.) “Daher haben wir einfach mal geprüft ob 650B bereits jetzt in Velotraum-Rahmen (Velotraum-Konzept und Speedster) passt und siehe da, bis zu einer Reifenbreite von 1,9 Zoll ist das jetzt schon möglich, Scheibenbremsen natürlich vorausgesetzt” und 2.) “Sollte sich abzeichnen, dass 650B tatsächlich auf breiter Front mehr und mehr Verwendung findet, werden wir kommende Rahmenjahrgänge dahingehend modifizieren, so dass auch zwei Zoll breite 650B-Reifen verwendet werden können” – : Sollte das so kommen, dann hoffe ich allerdings, dass es auch in Zukunft weiterhin Felgenbremsen und nicht ausschließlich Scheibenbremsen bei VT geben wird!

  5. Olav am 27. August 2013:

    650B was soll das????? braucht keiner aber ich kenne das aus anderen Bereichen; wie bekommt man neue Ding ein einen gesättigten Markt? naja seis drum; warum dann nicht voll auf 28”? das überlebt irgendwie alles oder? Felgenbremsen dürfen aber auch weiterhin icht fehlen

  6. Dingenskirchen am 27. August 2013:

    Das Fatbike sieht nicht uninteressant aus. Gibt’s das auch in alltagstauglich (also insbesondere mit Schutzblechen) oder wird das bei dieser Gattung als unnötig angesehen, weil mit solchen Geräten eh nur bei Sonnenschein vor der Eisdiele gepost wird?

  7. Olaf Köker am 27. August 2013:

    Sehr interessante Konzepte die Ihr dort auf der Eurobike mal wieder zeigt.
    Ich hoffe das ich diese dann bald auch in Weil der Stadt ansehen und probefahren kann, denn auf der Messe gibt es ja leider nur noch einen einzigen Publikumstag…
    Bezüglich neuer Radgrößen:
    ich finde eine beständige Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten ja gut, aber was hier in der Fahrradbranche gerade an mehr oder weniger ausgereiften Teilen auf den Markt kommt ist wirklich nicht mehr schön!
    Ich werde mir meinen (Fahrrad-Werkstatt-)Keller neben 8- bis 10-fach Schaltungen, Felgen und Scheibenbremsen, div. Tretlagerstandards etc. nicht auch noch mit verschiedenen Reifendimensionen vollpacken, in den meisten Fällen können die alten Standards noch sehr gut mithalten… und hoffentlich bin ich mit der Einstellung nicht ganz alleine ;-)

  8. Adrian aus dem chaotischen Köln am 27. August 2013:

    Das “Pilger” ist das schönste Surly-Bike, das VT je gebaut hat – ein super Show-Stopper! Nur fehlt uns leider für eine auch nur halbwegs sinnvolle Nutzung eines “Moonlander-Bikes” etwas die Weite Alaskas. Bei unseren heimischen Förstern dürfte das “Pilger” unverzüglich auf die rote Liste kommen! Und nur für die “Eisdiele” dürfte dieses VT “Dream-Bike” wohl auch etwas zu teuer werden.
    Ansonsten siegte ja wieder mal, frei nach dem Motto “Evolution statt Revolution”, weitestgehend die Vernunft. Gute Arbeit! Aber wenn schon eine zweite Radgrösse, wäre dann anstatt der bislang noch nur halbgaren 650B-Variante nicht vielleicht eine zusätzliche 28”/29” Rahmenfamilie – ich denke dabei z. B. an den “Speedster” und ihr Prinzip der perfekten Anpassung des Rades an den Menschen – doch zielführender gewesen?
    Das E-VT (like it or not) wird für Viele sicherlich eine willkommene Erweiterung der VT Produkt-Palette sein!
    Vor allem weiterhin viel Erfolg!

  9. Tilman aus Berlin am 28. August 2013:

    650B finde ich gut! Passt auch zu der ursprünglichen Centurion 3 in 1 Idee. Übrigens ist der hervorragende 650B Artikel in Fahrstil # 9 sehr zu empfehlen.

  10. Tilman aus Berlin am 29. August 2013:

    … außerdem sind die Proportionen mit 650B einfach stimmiger.

  11. Chris am 29. August 2013:

    Das Pilger ist ein durchaus interessantes Projekt, nur würde auch ich für (“echte”) Schutzbleche mit genügendem Abstand zum Reifen plädieren, so daß es nicht zu leicht zu einer Schlammstauung kommt und das Rad kein reines Sportgerät bleiben muß.
    Dicke Reifen sind für langsamere Genußfahrten durchaus von Vorteil möchte ich meinen. “Der Förster” mag ob des Anblicks erschrecken, jedoch ist geringerer Bodendruck zu erwarten und so der Effekt auf unbefestigtem Untergrund eher als schonender denn bei schmäleren Reifen einzuschätzen.

  12. Henning am 29. August 2013:

    Bei uns nutzen die Waldbewirtschafter eine neu Vergrämungsstrategie: Waldwege werden nur noch äußerst grob geschottert, so hält man lästige Wanderer und Radfahrer draußen. Dafür ist das Rad ideal und beim Pilzesuchen und den dann bald vollen Paktaschen voller empfindlicher Pilze sind die dicken Reifen auch ideal, da wird nicht alles durchgeschüttelt.
    Gut auch für isländische Hochlanddurchquerungen und marokkanische Wüstenpisten.

    Was mich irritiert: bei der Felge scheint der Schlauch durch die Öffnungen zu drücken? Seltsames System oder fehlt da ein Felgenband?

    Schön auch zu sehen, das die Innovationskraft von Velotraum nicht vollständig in Richtung Pedelec geht, wie bei anderen Herstellern. Riese und Müller soll sogar herkömmliche Fahrräder ganz aufgeben.

  13. Stefan Stiener von Velotraum am 30. August 2013:

    @ Scheng,
    das Pilger fährt sich ziemlich anders – träger und unbeschreiblich souverän – als ein normales Velotraum, aber dabei völlig unkompliziert und man fasst sehr schnell Vertrauen in die besondere Fähigkeiten unseres Spielbeins.

    @ Günther,
    keine Sorge, die Felgenbremse wird es weiter bei fast allen Velotraum-Rädern geben.

    @ Henning,
    was da durch die Felgendurchbrüche leicht nach außen wölbt ist das Felgenband und nicht der Schlauch ;-)

    @ Alle
    hier noch ein »schöner« Artikel auf SZ-online, vor allem die Kommentare beachten Süddeutsche online.

  14. Matthias am 30. August 2013:

    Den neuen Pilger finde ich total klasse. Könnte mir vorstellen, daß die Beschreibung “Mit dem Pilger steht der Prozess des Unterwegs-Seins…” das Fahren mit diesem Fahrrad sehr gut beschreibt. Ich möchte jedenfalls so schnell wie möglich so ein Fahrrad Probe fahren. Hoffentlich kann ich noch bis Frühjahr warten…

  15. Roland am 1. September 2013:

    1.) Nachfrage zum neuen Elektro-Antrieb: Besteht die Möglichkeit, ein neuwertiges “Bestandsrad” von Velotraum (z. B. Cross-Chromo mit Kettenschaltung) mit dem neuen Antrieb nachrüsten zu lassen? Falls ja, ab wann und wie? 2.) Nachfrage zum Pilger: Wird auch dieses Rad mit Elektro-Antrieb angeboten? Ich habe gesehen, dass das amerikanische Vorbild Surly mit einem Bionix-System angeboten wird! Vielen Dank für Ihre Antwort, wird vielleicht auch andere Foristen interessieren.

  16. Stefan Stiener von Velotraum am 1. September 2013:

    @ Roland,
    mit hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich leider nur Velotraum-Rahmen mit dem Rohloff-Ausfallende nachrüsten, wegen der Momentabstützung.

    Pilger mit E-Antrieb schließen wir im Moment und wahrscheinlich auch für die Zukunft aus. Da hätten wir zu starke Befürchtungen, dass der eine oder andere Zeitgenosse so ein Rad missbraucht und sich wie die sprichwörtliche »Axt im Wald« aufführt.

    Allerdings ist die Fahrradbranche gerade dabei, wirklich alle Fahrradgattungen mit einem E-Motor auszurüsten, ohne sich auch nur ansatzweise über die möglichen Konsequenzen Gedanken zu machen. Anderseits, warum soll sich ausgerechnet die Radbranche, dem »Sog des Machbaren« entsagen ;-)

  17. Stefan am 4. September 2013:

    Hallo,
    ich hoffe das das Pilger nicht nur ein Traum bleibt, ich würde es sofort kaufen.

  18. Stefan Stiener von Velotraum am 4. September 2013:

    @ Stefan,
    wir sind gerade dabei die CAD-Zeichnungen zu erstellen und auch sonst alle Details fest zu machen. Angespornt durch weitere Testfahrten, die uns erleben ließen, wie überraschend vielseitig so ein Rad sein kann. Kurzum es muss schon viel passieren, damit wir dieses »Spielbein« aufgeben ;-)

  19. Dingenskirchen am 4. September 2013:

    @Cheffe,
    um da noch einen draufzusetzen: wäre das Pilger nicht prädestiniert für eine (ggfs. geringfügig modifizierte, das Tretlager ist ja “etwas” breiter) Pinion-Schaltung?

  20. Stefan Stiener alias Cheffe am 4. September 2013:

    @ Dingens…,
    draufsetzen geht natürlich immer. Für uns geht es jetzt erstmal darum einen guten Standard mit Kettenschaltung zu schaffen. Die weiter ausliegende Kettenlinie ist im Moment weder mit Rohloff noch mit Pinion zu machen – vom Preis und Gewicht mal abgesehen – auch wenn der häufig bemühte Schnee- und Strandeinsatz dies nahelegt. Aber wie bereits erwähnt, ist der Pilger weitaus breiter und vielfältiger einsetzbar.

  21. Thomas Bergenroth am 7. September 2013:

    Moin,

    bekommt man den Motor auch als Nachrüstsatz?
    Tschüß

    Thomas

  22. velointeressiert am 8. September 2013:

    Hallo,

    wie sieht es denn mit tubeless Reifen für den Pilger aus? Das könnte doch das Fahren damit etwas leichter machen durch Gewichtseinsparung und weniger Material das “durchgeknetet” wird…

    Gruß

  23. Stefan Stiener von Velotraum am 9. September 2013:

    @ Thomas,
    mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es das Neodrive-System dann auch als Nachrüstoption für Velotraum-Räder geben. Nach dem neuesten Kenntnisstand, lässt sich die jetzt gewählte Drehmoment-Abstützung auch in den Rahmen »cross crmo« und »cross 7005« verwenden. Allerdings sollte unbedingt das Systemgewicht eingehalten werden.

    @velointeressiert,
    tubeless für die 4,8-Zoll-Reifen wäre natürlich eine höchst willkommene Sache. Allerdings müssten sich da ein Felgen- und Reifenhersteller für einen momentan winzigen Markt finden, also im Moment eine Utopie.

  24. Holger Neukam, Wankendorf am 9. September 2013:

    Das, was sich die Reifenindustrie mit der neuen Größe 650B leistet, kann nur als unverschämte Abzocke bezeichnet werden Da bietet man dem Endverbraucher über Jahrzehnte 26-Zoll-Reifen an, verbessert sie auch einigermaßen kontinuierlich, damiit sie auch brav gekauft werden, um dann mitzteilen:” April! April! Jetzt müsst ihr neu kaufen, denn wir investieren gar nichts mehr in dieses Produkt!” Wenn es nicht so ärgerlich wäre, könnte man das als bösartige Gaunerkomödie bezeichnen.

  25. Achim am 9. September 2013:

    @Holger: ich bin sicher, es wird weiterhin auch gute, hochwertige, verschiedene 26 Zöller geben; lass uns cool bleiben, die Natur und das Leben genießen; der Markt für 26 Zoll-Räder wird nie völlig wegbrechen :-)

  26. Michael Schaun am 12. September 2013:

    Wow, toll, bin begeistert! Jetzt hat sich das Geheimnis gelüftet; netterweise hatte mir ein Mitarbeiter beim Abholen des sorgfältig montierten Velotraums für die Freundin angesprochen auf die limitierte Reifenbreite nahegelegt, mit dem eigenen Velotraum erstmal bis zur Eurobike zu warten ;) … Wäre doch prädestiniert für die geplante Mongoleireise — aber ohne Rohloff? — das passt nicht wirklich zusammen! Gerade im Gelände kann ein Ast schnell mal den Kettenspanner absäbeln und der (in dieser Form langersehnte) Gepäckträger signalisiert ja, dass dieser Einsatzzweck nicht aus dem Blick geraten ist. Kann Rohloff als Firma “um die Ecke” da nicht mit adaptierten Versionen einspringen?

    Kommentare von Asphaltfahrern und Schutzblechverfechtern halte ich bei einem solchen Ansatz für unpassend (schonmal ein rumänisches Stroh-Lehm-Gemisch auf die Reifen bekommen?). Aber selbst wer einen deutschen “5-Sterne-Radweg” im hohen Fläming ansteuert, wird von Sandpisten und Furchen überrascht, die für die einen Ärgernis, für die anderen eben entschleunigender Genuss sind und bleiben. Nicht jedem erschließt sich eben der Sinn des Pilgerns, ob als Tätigkeit oder Fahrrad ;)

  27. Jörg Hönle am 12. September 2013:

    Neodrive als Nachrüstoption für ein Cross7005 wiegt doch pi mal Schnauze so um die 10 kg , oder? Wenn man mal ohne Support radeln will, dann einfach den Akku rausnehmen- wie viel bleibt da noch als Ballast am Rad?

    Was wird den der Nachrüstsatz inklusive Einbau denn so kosten?

    Und ab wann ungefähr lieferbar?

  28. Berthold am 13. September 2013:

    warum ist denn Rohloff nicht möglich, das gibt es doch von etlichen Herstellern, z. B. twenty2cycles und vagabonde, und auch schutzbleche: mk-fender ? Mit Rohloff und Schutzblechen würde ich den Pilger kaufen…

  29. velointeressiert am 13. September 2013:

    da schließe ich mich an Berthold an!

  30. Stefan Stiener von Velotraum am 13. September 2013:

    @ Jörg Hönle,
    ohne Akku wird das Rad knapp drei Kilo leichter, Nachrüstpreise zirka 1.500 bis 1.800,00 Euro ohne Einbau, Liefertermin Anfang 2014.

    @ Berthold, laut Aussage von Rohloff wäre eine Rohloffnabe mit 170 mm Klemmbreite sehr teuer, da hier ein ganz zentrales und sehr aufwändiges Bauteil neu gemacht werden müsste. Und die 170 mm Klemmbreite braucht man einfach für 5-Zoll-Reifen.

  31. Horst Hammerschmidt am 14. September 2013:

    Hallo Stefan,
    auf unserer letzten Andentour hätten wir wohl gerne die oben erwähnten dicken Gummis getestet, denn tiefer Sand und Wellblech haben uns auch mit Mondial 2” Reifen ziemlich bös zu schaffen gemacht. Aber 2’700 km ohne einzige Panne sagt genug aus über die Räder Jg. 2005, welche nun über 50’000 km auf dem Rahmen haben. Die Laufräder sind immer noch dieselben, kein Speichenbruch, kein Achter, das glaubt uns keiner :-)
    Hier der Link zu unser letzten Tour und ein Foto im Sandkasten am Paso San Francisco.
    Grüsse aus der Schweiz Horst

  32. Berthold am 14. September 2013:

    P.S. wie ist es eigentlich mit der Pannensicherheit der breiten Reifen? Bin Big Apple-leidgeprueft…

  33. Berthold am 18. September 2013:

    Hallo Stefan, ich bin bei Salsa auf den “Mukluk Offset Adaptor” gestossen- könnte der das Rohloff-Problem lösen? man braucht wohl auch ein offset-Hinterrad…was es aber auch gibt…

  34. Markus Mehigan von Velotraum am 19. September 2013:

    @Berthold

    Danke für den Tip. Schauen wir uns mal an.

  35. Michael Schaun am 2. Oktober 2013:

    @Berthold: Danke für den Hinweis, an etwas ähnliches hatte ich auch gedacht. Denn ganz ehrlich: das Problem muss doch wohl irgendwie lösbar sein! Gerade das wäre doch die richtige Herausforderung für Velotraum ;)

    Ansonsten interessiert auch mich die Pannensicherheit, gerade bei “längeren” Touren. Wäre schon klasse, wenn das Rad mittelfristig auch für weltumradelnde Reisende brauchbar würde, und nicht nur als eine nette Abwechslung in hiesigen Gefilden.

    Dieser Post liefert leider nichts Neues, schreibe trotzdem um mein außerordentliches Interesse zu artikulieren! Bin sehr angetan von diesem Rad!

  36. Berthold am 2. Oktober 2013:

    Es existieren ja schon eine ganze Reihe von Fatbikes mit Rohloff. Ich finde allerdings, das für ein Alltagsrad auch Schutzbleche wichtig sind, weil man sonst doch sehr schnell schmutzig wird. Beim Googeln habe ich bis jetzt nur die Holzschutz“bleche” von MK-Fenders gefunden…

  37. Peter am 15. Oktober 2013:

    Die Idee mit dem Pilger finde ich sehr innovativ und eine super Idee! Viel Erfolg!

  38. Peter am 20. Oktober 2014:

    Bitte, bitte den Pilger mit Schutzblechen. Ich benötige das Rad für den Weg zur Arbeit durch den Wald auf schlammigen und sandigen Pfaden. So ein Rad suche ich schon lange! Mein Trekkingrad versagt auf diesen Stellen.

  39. Stefan Stiener von Velotraum am 20. Oktober 2014:

    @ Peter,
    Deine Bitte ist angekommen. Leider ist es uns unmöglich ein echtes Schutzblech fürs Fatbike zu entwickeln bzw. in Auftrag zu geben. Die erste Frage eines Hersteller an uns würde lauten, »reden wir über 1.000 oder 10.000 Stück«. Ich befürchte, wir müssen noch etwas warten, bis Zubehör-Firmen, wie zum Beispiel SKS, Vertrauen in die neue Fahrradgattung gefasst haben. Bis dahin helfen nur rudimentäre Schützer, wie der Grand MOM oder der Fat Gut Fender.

  40. Helmut aus Rohrheim am 21. Oktober 2014:

    Zum Thema “Schutzblech für Pilger”
    Hat schon mal jemand nachgeforscht was es da eventuell anpassbares im Bereich Motorrad/ Enduro gibt?

  41. Berthold am 21. Oktober 2014:

    Bitte auch mkfenders erwägen…

  42. F. Ender am 22. Oktober 2014:

    Am Ende dieser Seite sieht man 2 Fatbike-Fotos mit Schützern:
    http://mkfenders.com/gallery.html

    Im Blog bringen sie diverse:
    http://mkfenders.blogspot.de/

    Der letzte Eintrag im Blog ist vom Januar 2012 und bringt Ahorn-Schützer in 130 mm Breite:
    http://mkfenders.blogspot.de/2012/01/here-you-gothe-newest-widest-bestest.html

    Bleibt die Frage: Gibt es den Laden in Iowa überhaupt noch?

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