Yin und Yang – oder reisen Frauen anders als Männer

9. April 2015  |

Gibt es eine typisch männliche bzw. weibliche Art mit dem Fahrrad zu Reisen, insbesondere auf langen Touren?

Freilich wollen wir diese weltbewegende Frage hier im Blog nicht breittreten. Sie kam uns nur in den Sinn, als uns zwei sehr unterschiedliche Radreise-Beispiele von Velotraum-Kunden ins Haus bzw. auf den Bildschirm flattern.

Panamericana – Reisevortrag

Berthold Amann und Klaus Kuras haben sich über ein Globetrotterforum gefunden und meisterten auf ihren Velotraum-Rädern die Panamericana. Ein paar erste, wenngleich karge Eindrücke findet man auf der Homepage Rad-Fernweh.

Ausführlicher und hautnah ist da sicherlich ihr Reisevortrag am 9. Mai in der Zehntscheuer Deckenpfronn. Eintritt 5,00 €, Anmeldung bei: Bamann38@gmail.com.

Auf dem Weg nach Rio – Reiseblog

Vor zwei Monaten ist Angela Buhl zu ihrer langen Reise nach Rio (Olympia 2016) gestartet. Auf dem Reiseblog Holario berichtet die Allgäuerin (mit einer Vorliebe für Pink) sehr witzig, persönlich und ausführlich über Ihr Abenteuer. Der Chronist erinnert sich noch gut an die (ebenfalls ausführliche) Beratung von Frau Buhl und die ungewöhnliche Anforderung, ein Saxophon unterbringen zu müssen [und leistet hiermit Abbitte für das damalige, innerliche Aufstöhnen ;-) ].

Zurück zur Eingangsfragestellung. Interessant ist, dass die, aus anthropologischer Sicht, schutzbedürftige Hüterin des Herds alleine los zieht und die wagemutigen Jäger die Gemeinschaft bevorzugt haben. Da ist offensichtlich doch was in Bewegung geraten, in den letzten 50.000 Jahren ;-)

Kommentare

  1. Angela Buhl am 9. April 2015:

    Das ist ein interessanter Punkt, Herr Chronist, den Sie da ansprechen! Und ich kann mir jetzt schon denken, dass ich so manche Radlstunde noch ausgiebig darüber nachdenken und philosophieren werde…

    Aber ich kann schon jetzt dazu schreiben, dass es tatsächlich große Unterschiede gibt, was das Reiseverhalten angeht: Die Einen suchen ihre Grenzen in einer möglichst hohen Zahl der Tageskilometer, die Anderen im Überwinden von eigentlich Unüberwindbarem (wie z.B. lange, karge Strecken ohne “Tankstellen”). Was mich betrifft: Ich suche die totale Freiheit. Und diese finde ich persönlich, indem ich nur meinem inneren Gefühl folgen kann und mich nicht an einen anderen Tagesrhythmus oder ein abweichendes Leistungsniveau eines Reisepartners anpassen muss.

    Und gleichzeitig begegnet mir als allein reisender, “schutzbedürftiger Hüterin des Herds” unheimlich viel Verantwortungsbewusstsein derjenigen Leute, die meinen Weg kreuzen. So viele fühlen sich dazu bewegt, mir in jeder nur denkbaren Form Hilfe und Unterstützung anzubieten, dass es eine wahre Freude ist! Diese reicht vom Fanta oder Keks bis hin zur Couch zum sichern und wohlig warmen Übernachten. Wer alleine reist, kommt leichter in Kontakt mit den Einheimischen. Und dieser ist doch mit das Wichtigste, wenn man andere Länder kennenlernen will.

    Und so ergeben sich wohl auch die herrlichsten Zufälle: Ich habe in Thessaloniki ein paar Tage bei einem griechischen Radler verbracht und das gruselige Wetter abgewartet. Da fragt er mich irgendwann ganz beiläufig, ob ich eigentlich eine Dorothee Fleck kennen würde. “Nicht persönlich, aber vom Hörensagen. Warum?” – “Na, ich dachte nur. Sie ist auch Deutsche und hat vor einiger Zeit auch schon für ein paar Tage bei mir gewohnt!”

    Ob – und wenn ja, wie – das alles jetzt aber an Ying und Yang gebunden ist? Ich gebe gerne zu, dass ich schon mehrere Male von einer tollen Küche geträumt habe. Und eine feine Pasta wird wohl eins der ersten Dinge sein, die ich machen werde, wenn ich wieder heim komme. Und offen gestanden wurde ich in Thessaloniki von dem Griechen angesprochen (und nicht umgekehrt) und eingeladen, gut zu Abend zu essen und unter Radlern zu plauschen – der männliche Jagdinstinkt scheint demnach noch vorhanden zu sein. Es sind die anthropologischen Grundsätze also noch nicht vollends über den Haufen geworfen! ;)

    Ja, und was Ihr innerliches Aufstöhnen angeht: Keine Sorge, das habe ich damals erst gar nicht so ernst genommen! Und Ihnen sei dank der hervorragenden Beratung selbstverständlich längst verziehen. Auch wenn Sie mir soeben ganze 2 Monate Reisezeit abgeknappst haben! ;)

Ihr Kommentar