ZEITonline – der »Finder« überzeugt und provoziert

16. November 2015  |

»Die erste Fahrt auf einem neuen Rad ist immer spannend« schreibt die Journalistin Andrea Reidl.

Wie wahr. – Für uns sogar in doppelter Hinsicht, denn nicht nur die erste (eigene) Fahrt ist spannend, sondern auch die ersten Feedbacks und Einschätzungen der Fachpresse, auch wenn es sich um einen seriennahen Prototypen handelt.

Während sich der Reidl-Kollege Hans-Heinrich Pardey in der FAZ unlängst und in erster Linie mit dem neuen B-plus Reifenformat auseinandersetzte, war Andrea Reidl mehrere Tage mit dem Finder unterwegs und schildert schlicht und einfach ihre Fahreindrücke als passionierte Radfahrerin.

Das liest sich dann für einen pietistisch sozialisierten Schwaben schon fast zu schön um wahr zu sein, hier ein paar Auszüge:

»Sein blauer Rahmen erinnert an ein Stück Himmel.•

»Der Finder macht ab den ersten Metern Eindruck. Er fährt sich butterweich.«

»Im Gegensatz zu einem Fatbike fährt sich der Finder eher wie ein wendiges Reiserad.«

»Trotz der dicken Super-Moto-X-Mäntel von Schwalbe rollt es extrem leicht über den Asphalt.«

»Auf der Straße wiederum, mit prall gefüllten Mänteln, ist der Finder das perfekte Reiserad•

Herrlich!

— Es freut uns natürlich sehr, dass eine weitere Stimme in der Fahrrad-Fach- und Medienwelt dem Finder ein überaus gelungenes und stimmiges Konzept bestätigt. Sicher kein Fahrrad für »Jedermann«, aber das war schließlich noch nie unser Anspruch.

Lückenschluss mit Tiefgang

Im Velotraum-Sortiment schließt der Finder die Lücke zwischen »Velotraum-Konzept« und »Pilger«. Damit ist das Velotraum-Portfolio so stimmig und geschmeidig wie noch nie.
Unsere vier Fahrradkonzepte SpeedsterVelotraum-KonzeptFinderPilger bestreichen nicht nur einen immens breiten Einsatzbereich, auch der Tiefgang stimmt. Schließlich basieren alle vier Fahrradkonzepte auf denselben grundlegenden und bewährten Prinzipien: funktionales Rahmendesign, universelle Laufradgrößen, ergonomische Anpassung und passgenaue Ausstattung.

Statt starrer und willkürlicher Modell-Grenzen bietet die Velotraum-Quadriga fließende und spannende Übergänge. Dadurch sind wir in der Lage Kundenwünsche und Anforderungen noch besser auf den Punkt zu bringen und neue und wirklich relevante Erweiterungen bzw. Möglichkeiten zu bieten, wie sie auch Andrea Reidl in ihrem Artikel beschreibt.

Damit wären wir bei den Kommentaren auf ZEITonline. Wir haben lange überlegt ob wir sie thematisieren sollen, frei nach dem Motto: Wer Kommentare liest ist selber schuld…

Schnelles Denken, langsames Denken

Wie schon beim Fahrbericht des Speedster, triggert journalistische Begeisterung den Unmut so mancher Leser. Frei von der Leber weg und unbelastet von jeglicher Sach- und Fachkompetenz wird da kräftig ausgeteilt. Welche Mechanismen dabei (auch) zum Tragen kommen, kann man bei Daniel Kahnemann nachlesen ;-)

Wir haben ein paar »Prachtexemplare« herausgesucht:

»Die Velotraum-Räder sind fragwürdige Konstrukte, mindestens aber langweilig und überteuert. Ausgerechnet über diese wird “berichtet” und die Werbung dann auch noch aufs penetranteste verteidigt und wiederholt.«

»Das klingt stark nach Werbung in Eigeninteresse (Ist der Vertreiber ein Freund?)«

»Was soll der Quatsch? Das Ding darf so, wie es abgebildet ist, nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.«

»Was ist, wenn man mal einen Platten hat? Braucht man dann einen Kompressor? Von der Straßenverkehrsordnung reden wir mal lieber nicht.«

»Gibt es eigentlich einen Grund dafür, dass die Zeit des Öfteren Werbung für diese Velotraum Fahrräder macht? Gibt es da Geld oder mal ein Fahrrad geschenkt für den Autor?«

»Ich verstehe einfach nicht, weshalb ich für 3.000 Eur ein einfaches MTB mit Ballonreifen kaufen sollte. Nur wegen der Herstellung in D? Wollen Sie betrogen werden?«

Auch vom velotraum-Blog kennen wir dieses Phänomen und haben dafür keine Lösung. Denn, die Kommentarfunktion abschalten und den Frust-von-der-Seele-Schreibern die Plattform zu entziehen, würde weit überwiegend die Falschen treffen und unserem Prinzip der Augenhöhe widersprechen. Das Gleiche gilt fürs Löschen von Kommentaren, das hat einen unschönen Zensurcharakter.

Information für langsames (und sorgfältiges) Denken gibt es im Übrigen hier:

  • Praxiserfahrungen mit dem Reifenformat 650B-Plus
  • Wegweisendes für 2016

Kommentare

  1. Günter P. | BB am 16. November 2015:

    Zu der Auswahl an “Prachtexemplaren” passt wohl der Satz von Karl Kraus
    ….es genügt nicht,
    keine Gedanken zu haben.
    Man muss auch unfähig sein,
    sie auszudrücken.

  2. StefanM am 16. November 2015:

    selbst im radreiseforum ist das ansprechen des Namens inklusive Zufriedenheit-Bekundungen nicht immer unkritisch.
    Kar geht es billiger (bewusst billiger geschrieben), insbesondere wenn ich im Internet alles zusammenbestelle. Mir war aber zum Beispiel die kundige Beratung von Herrn Gruner in Karlsruhe inklusive Einmessen seht wichtig. Nun passt alles und es zwickt nicht beim Fahren und nach dem absteigen.

    Da ich meist eher selten Sachen kaufe, aber dann mit Bedacht, bin ich das gewöhnt. Waren es vor 20 Jahren die Thermarest-Matte, Ortlieb-Taschen, Zelte nicht aus dem Supermarkt sondern bei Outdoorladen (und das Zelt war 550 DM damals, lebt aber immer noch).
    Nerven tut es aber doch …

    Grüße Stefan

  3. Klein Kaliber am 16. November 2015:

    Günter P., vielleicht ist es interessant für Sie, dass die beiden Sätze so nie von Karl Kraus geschrieben wurden. Robert Sedlaczek hat dazu recherchiert:

    Der Satz “Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken” steht so nicht in der “Fackel”. Als Vorlage kommen zwei Sprüche in Frage: “Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können – das macht den Journalisten” (281, 29, 1909) und “Es genügt nicht, keinen Gedanken zu haben: man muss ihn auch ausdrücken können “ (697, 60, 1925). Die Verneinung im letzten Satzteil macht also die Fälschung aus.

    Im Übrigen sind alle 415 Ausgaben der »Fackel« mit mehr als 22.500 Seiten im Netz kostenfrei verfügbar und durchsuchbar: http://corpus1.aac.ac.at/fackel/

  4. Stefan am 16. November 2015:

    Velotraum Fahrräder polarisieren halt zuweilen. Und ich glaube, es ist ganz gut, dass es so ist, weil es zeigt, dass Philosophie und Konzept von Velotraum halt nicht beliebig sind. Beste Voraussetzungen für einen starken und unverwechselbaren Markenkern. Viele Grüße von einem Fan und Fahrer von velotraum, Stefan, Stuttgart
    PS: Gemeckert wird immer. Hauptsache, man bleibt im Gespräch.

  5. Scheng am 16. November 2015:

    Nachdem mir auffiel, dass viele Kommentare bemängelten, dass der getestete Finder keine Schutzbleche und keine Lichtanlage aufwies, gehe ich davon aus, dass die meisten Kommentatoren das Thema Fahrrad wohl etwas anders betrachten als das Velotraum Team oder die meisten der hiesigen Leser. Das Fahrrad muss da scheinbar als fertiges Komplettpaket (zum Mitnehmen) beim Händler stehen. Frau Reidl dagegen scheint mit Eurem variablebn Konzepten, wie wohl auch die meisten der hiesigen Leser, etwas anfangen zu können. Vor diesem Hintergrund, ohne Eure Beziehung zu Frau Reidl zu kennen, würde ich mir die Kommentare der Zeit Leser nicht zu sehr zu Herzen nehmen.

    Grüße
    Scheng
    P.S. Fahre selber mit Licht und Schutzblech und finde den blauen Finder trotzdem interessant.

  6. Hayno am 17. November 2015:

    Kritik kann ja auch etwas Positives sein, wenn sie denn konstruktiv ist. Jeder Hersteller – da schließe ich Velotraum mal ungefragt ein – wird sich berechtigter Kritik nicht verschließen, sondern daraus seine Schlüsse ziehen und bestenfalls mit Innovation/Evolution reagieren. Ein Produkt, welches nicht kontinuierlich überdacht und in Frage gestellt wird, stirbt aus.
    Resistenz gegen Kritik kann man von Velotraum aber sicher nicht unterstellen. Das spiegelt allein schon die Offenheit wieder, mit der hier auf Kritik reagiert wird.

    Bevor ich mich vor 5 Jahren für mein VT entschieden habe, sind davor durchaus 3 Jahre ins Land gegangen, in denen ich recherchiert, begutachtet und getestet habe. Letztendlich ist “meine” Entscheidung dann auf Velotraum gefallen.
    Dies habe ich auf keinem der tausenden Kilometer bisher bereut. An meinem Rad klappert bist auf mein Faltschloss immer noch nichts und ich musste bisher nur “Verbrauchsmaterial” ersetzen (Bremsbeläge, Reifen, Schläuche). Insofern bin ich für mich mehr als zufrieden.

    Als ich neulich in einer Diskussion gefragt wurde, wo denn meine Heimat sei, fiel mir spontan nur ein “auf dem Sattel meines Fahrrades” – das nur als Schlusswort ;-)

    Liebe Veloträumer: macht weiter so und “Danke”.

    Viele Grüße aus Hannover

  7. Günter P. | BB am 17. November 2015:

    Hallo “Klein Kaliber” – Volltreffer > es wäre in diesem Fall wohl richtiger gewesen zu schreiben “wird Karl Kraus zugeschrieben” – aber DANKE für den interessanten Hinweis dem ich gerne nachgehe. Was Mann so alles in der Schule lernt… schön, dass VELOTRAUM-Kommentare so nebenbei auch bilden ;-)

  8. Hai Nun am 17. November 2015:

    wg. Schutzblechen am Finder: Die Reidlsche Bildunterschrift unterm letzten Foto, direkt vor dem ersten Kommentar, lautet: “Schutzbleche gibt es für diese Reifenbreite als Serienmodelle.”

    Zitat Hayno: “(Velotraum) . . . wird sich berechtigter Kritik nicht verschließen, sondern daraus seine Schlüsse ziehen und bestenfalls mit Innovation/Evolution reagieren.”

    Dazu fiel mir grad die Ursprungsgeschichte des Velotraum 3XL wieder ein. Siehe http://velotraum.de/modelle/dreixl-3xl-fahrradrahmen-fuer-ganz-grosse

  9. Rainer Bohnet am 18. November 2015:

    Mein Velotraum ist auch meine Heimat. Es war und ist die beste Kaufentscheidung, die ich jemals gemacht habe.

  10. Irene Ments am 5. Juni 2016:

    Ja , das geht mir ebenso – bin gerade 220 km von Freitag Abend bis heute Abend geradelt – meine erste längere Tour seit Kauf des Rades im letzten Herbst – auch wenn mittlerweile schon 1400 km auf dem Tacho sind. Aales passt – mir geht es gut – danke an das Velotraum-Team.
    Grüße aus Oldenburg

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