Das Velotraum-Konzept

»Velotraum-Konzept« – Unter diesem Dach fassen wir unsere Generalisten, unsere äußerst vielseitig einsetzbaren Räder, zusammen. Alle rollen konsequent auf Laufrädern der Größe 26 Zoll. Damit bleiben hinsichtlich Größe, Funktion, Einsatzbereich oder Belastbarkeit keine Wünsche offen, denn die überragende Anpassbarkeit an individuelle Wünsche und Bedürfnisse ist Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Das Velotraum-Konzept funktioniert natürlich nur im kleinen Maßstab, ein großer Vorteil von Velotraum gegenüber den Branchenriesen. Der kleinere Fahrradmanufaktur-Maßstab macht uns flexibel und ermöglicht spürbar mehr Kundennähe.

Die Räder des Velotraum-Konzepts sind sehr ausgereifte Produkte. Wir haben sie seit den Anfängen 1993 kontinuierlich weiterentwickelt (einen Artikel über die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier) . Die Räder gibt es in Stahl und Aluminium, für Ketten- und Nabenschaltung, Scheiben- und Felgenbremsen, mit und ohne Federung und natürlich in verschiedenen Preisklassen. Eine Kurzfassung und Übersicht des Velotraum-Konzept finden Sie hier.

Das Velotraum-Konzept steht auf fünf Säulen:

  1. Rahmendesign
    Von Velotraum entwickelte Rahmen
  2. 26-Zoll-Laufräder
    Ideale physikalische Eigenschaften und vielfältige Optionen
  3. Teilfederung
    Das schlanke und flexible Federungsprinzip
  4. Baukastensystem
    Eine intelligente Matrix aus Rahmen und Komponenten
  5. Individuelle Anpassung
    Mit der Messmaschine zum Maßanzug

Sommer 1977

Ein junger Blondschopf trägt für 15 Tage das Gelbe Trikot der Tour de France und wird so zum Aus­löser für den ersten Fahrradboom der Nach­kriegs­­zeit in Deutsch­land. Auch der Schreiber dieser Zeilen kaufte sich damals sein erstes »richtiges« Fahr­rad – einen Halbrenner von Motobecane. Allerdings machte nicht nur der »Didi-Thurau-Boom« bald schlapp, auch der Halbrenner schwächelte nach den ersten Touren. Offen­sicht­lich waren weder die Zeit noch die Technik reif, um die Men­schen dauerhaft für den Drahtesel zu begeistern.

Das gelang erst dem Moun­tainbike Mitte, Ende der Neunziger Jahre. Hier stimmte, für damalige Verhältnisse, einfach alles: Technik, Image und Lebensgefühl. Und während nach dem ersten Fahrrad­boom die Räder in Garagen und feuchten Kellern ihrem Exitus entgegen­rosteten, gehört das Fahrrad heute zum Lebens­gefühl der Menschen. Das Fahrrad begeistert und bewegt uns nachhaltig, ist es doch die perfekte Verkörperung von Mobili­tät, Fitness, Erleb­nis, Verlangsamung, Gesundheit, Ruhe, Umweltverträglich­keit, Abenteuer und Lebens­freude.

Vier Personen, ein Velotraum und ein Wegweiser nach Nice

Mit dem Stellenwert des Fahrrads sind die Ansprüche, wie auch das Angebot, gewachsen und so lautet die wichtigste Frage für den potentiellen Fahrradkäufer: Was ist ein gutes Fahrrad – für mich? Eine einfache Frage, auf die Sie in Fachbüchern, Magazinen und in den Prospek­ten der Fahrradher­stel­ler eine Vielzahl von Antworten erhalten, die Ihnen aber höchst­­wahrscheinlich nicht weiterhelfen werden. Dabei ist die Antwort ­­ganz einfach: Ein gutes Fahrrad ist »ein Fahrrad, das in Funktion und Größe einfach passt«, schrieb Hans-Heinrich Pardey in der FAZ* (siehe letzte Seite). Welch’ wunderbar ein­fache und schöne Formel – Funktion/Größe/passt. Sie hat jedoch einen kleinen Nach­­teil. Sie be­schreibt nur das Ergeb­nis und nicht den Weg dorthin. Was bedeuten die Begriffe »Funktion«, »Größe« und »passt« aufs Fahrrad bezogen?

Funktion

In aller Regel werden Fahrräder in Typklassen eingeteilt und ihnen somit, quasi per Namen, ganz bestimmte Eigenschaften zugesprochen, die Rückschlüsse auf deren Verwendungsmöglichkeiten geben sollen. Eigentlich eine sinnvolle Vorgehensweise. Allerdings wurde durch die Zunahme an Fahrradtypen (Rennräder, Mountainbikes, Freerider, Allterrain-, City-, Trekking-, Reise-, Randonneur-, Fitness-, Cross­räder oder ganz aktuell »Hybrid-Bikes«) mehr Verwirrung als Orientierung geschaffen. Mit etwas Abstand lässt sich unschwer der eigentliche Zweck dieser vermeintlichen Viel­falt und Speziali­sierung erkennen: das Schaffen von Ab­satz­kanälen durch das Attri­but »Neu!«. Doch wer benötigt diese Spezialisierung? Vom eingefleischten Rennrad­fahrer und Mountainbiker einmal abgesehen, benö­tigen die meisten Rad­fahrer ein Fahrrad »für Alles« – oder haben Sie ein Winter-, Sommer-, Freizeit-, Einkaufs-, Reise-, Expeditions- und Sportauto?

Größe

Beim Fahrrad gibt es keine Kon­­fek­­tions­größe wie beim Ho­­senkauf, die einem hilft, das passende Rad zu finden. Beim Fahrrad gibt es nur die sogenannte Rahmen­größe, die Auskunft darüber geben soll, wie groß der Rahmen ist. Dieser Wert ist allenfalls als grobe Orien­tierung für die richtige Größe – besser Passform – zu verstehen, zu­mal jeder Hersteller die Rah­men­höhe anders misst. Aber selbst die, nach einer der gängigen Faust­formeln, vermeintlich »richtige« Rah­men­größe ist kein Garant für die richtige Passform des Fahr­rades. Faktoren wie Kör­per­größe, Arm- und Bein­länge, allgemeine Fitness, Be­weg­lich­keit, persön­liche Vorlieben, Einsatz­zweck und Beschwer­­­den spielen ineinander. Simple Maße wie Rahmengröße oder Schrittlänge eignen sich nicht, um das vielfältige Zusammenspiel von Mensch und Maschine auszudrücken.

Passt

Ein Wort, das versucht etwas Selbstverständliches, dennoch Seltenes begrifflich zu fassen. »Passt« meint etwas umfassend Gelungenes, das keinen Aspekt auslässt oder vernachlässigt. Aufs Fahrrad übertragen bedeutet es, dem komplexen Gebilde aus Körper, Technik, Einsatzbereich, Wünschen, Träumen und Emotionen das richtige, das optimale Rad anzupassen.

Oh je, unsere einfache Formel hat also, wie nicht anders zu erwarten war, eine sehr komplexe zweite Ebene. Daran scheitern in aller Regel Kunden, Händler und Her­stel­ler. Auch wir und unsere anspruchsvollen Kunden hatten jahrelang mit diesem Problem zu kämpfen. Doch statt uns achselzuckend mit dem Status quo abzufinden (»gibt halt nichts Besseres«), machten wir uns daran, die Aufgabe in eigener Regie anzugehen. Wir wollten sie besser lösen als die Großen der Branche es tun.

Unser Ziel war es, einen Generalisten zu entwickeln, der eine bisher nicht gekannte Anpassung an den Fahrer sowie unterschiedlichste Einsatzbereiche ermöglichen sollte. Eine erste Bestimmung von Nutzergruppen, für die die Velotraum-Eigen­entwick­lungen interessant sein sollten, war schnell skizziert und aufgeschrieben. Die Ausdifferenzierung unserer Produktpalette ging seitdem immer weiter und hält an:

Mit keiner uns bekannten Fahrradlinie lassen sich derart unterschiedliche Ansprü­che, dem Stand der Technik entsprechend, einlösen. Daher war es ebenso unumgänglich wie notwendig, die Trampelpfade der Fahrradbranche zu verlassen und neue Wege zu gehen.

Dabei ging und geht es uns nicht darum, das Rad völlig neu zu erfinden. Unser Ziel ist es, die starren und oft unsinnigen Grenzen zwischen den Fahrradgattungen aufzuheben, quasi ein Defragmentie­rungs­­konzept fürs Fahrrad anzubieten. Dazu kombinieren wir konstruktive Elemente von Trekking­rädern mit Mountainbike- und Rennrad­elementen. Das ist sehr vereinfacht ausgedrückt, denn man muss schon einen enormen Erfahrungsschatz anzapfen können, um die entscheidenden Elemen­te zu einer stimmigen Einheit verbinden zu können.

Mittlerweile hat sich das Velotraum-Konzept (seit den zaghaften Anfängen anno 1993), von verschiedenen Fachzeitschriften immer wieder aufs Neue getestet und hochgelobt, eine respektable regionale und überregionale, sogar internationale Fangemeinde erarbeitet. Soviel Bestätigung und Erfolg freut, motiviert und verpflichtet uns.

Schön und gut, doch warum kann ein kleiner Hersteller wie Velotraum bessere Räder bauen als renommierte, große Firmen? Ein paar Erklä­rungsversuche:

In Großserienproduktion ist etwas Vergleichbares nicht umsetzbar! Die Großen der Branche unterliegen anderen Zwängen bei der Planung, der Fertigung und auch beim Einkauf von den Zuliefe­rern. Der große Maßstab macht die Großen zwangsläufig unflexibel.

Nach diesen allgemein gehaltenen Aussagen und Betrachtungen wollen wir nun im Detail erklären, worauf die speziellen Eigenschaften des Velotraum-Konzepts fußen. Und da wir es nicht bei Allgemeinplätzen belassen wollen (»Unsere Fahrräder sind die perfekten, besten, schönsten …«), lassen sich technische Ausführungen nicht vermeiden. Für Technikinteressierte eine Fundgrube, für ergebnisorientierte Leser vielleicht die eine oder andere textliche Durststrecke. Letzteren werden die beiden A3-Übersichtsblätter sicher­lich helfen, den einen oder anderen Gedankengang nachzuvollziehen.

Auch die sorgfältigste und ausführlichste Produkt­information wird das persön­liche Gespräch, in dem wir oder unsere Partnergeschäfte Ihnen die für Sie bedeut­samen Aspekte und Vorteile des Velotraum-Konzepts auseinandersetzen, nie ersetzen können.