III. Die Teilfederung

Federung beim Velotraum-Konzept.

Für den harten Gelände­einsatz (schwere und grobe Trails) ist die Vollfederung eine feine Sache. Nun sind die Anforderungen im Mountainbikesport natürlich andere, sie sind extremer als bei einem Fahr­rad, das zwar vielfältig, aber kaum im Grenzbereich genutzt wird. Allerdings sind die Gren­zen je nach Tempera­ment fließend, und Schläge und Stöße halten selbst asphaltierte Radwege parat. Kurzum, der Komfortaspekt einer Fede­rung ist für jede Fahrrad­nutzung von Bedeutung.

Die Vollfederung eines vielfältig genutzten Fahrrads ist so komplex wie aufwändig und nur mit großem Aufwand lassen sich die offensichtlichsten Probleme, wie Stabi­lität, Haltbarkeit und Antriebseinflüsse (Wippen) einigermaßen lösen. Während früher an dieser Stelle eine detaillierte Ausführung über das Für und Wider der Voll­federung folgte, erlauben es uns die Erfahrungen der letzten Jahre einfach festzustellen: Vollfederung ist in den meisten Fällen völlig überflüssig.

Unser Lösungsansatz.

Wir nennen ihn »Teilfederung«. In die Velotraum-Rahmen können Moun­tain­bike­gabeln mit bis zu 85 Millimeter Federweg eingebaut werden. Die Rahmen sind für den Einbau dieser Gabeln ausgelegt, ein bislang von Velo­traum fast exklusiv betriebener Aufwand, um die gewünschten Fahreigen­schaften mit und ohne Federgabel zu erhalten (Unsere Starrgabel ist darum, mit ihren 425 Milli­metern, deutlich länger als Standardgabeln). Während die Frontfede­rung sich somit nicht von vollgefederten Fahrrädern unterscheidet, federn wir hinten nur den Fahrer, mittels einer gefederten Sattelstütze. Hinterbau und Gepäck sind nicht federnd gelagert, daher Teilfederung. Da die von uns verwendeten Stützen eine Stoß­reduk­tion von 47 Prozent erreichen, ist der Komfortgewinn überzeugend.

Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: vergleichsweise geringes Gewicht, uneingeschränkte Zuladungs­möglichkeiten, keine potentiellen Defektquellen und, nicht zu vergessen, der günstigere Preis. Und da wir sowohl bei der Federgabel als auch bei der gefederten Sattelstütze auf Exotenlösun­gen verzichten, ist ein späterer Um- oder Rückbau möglich und Ihre Investition zukunftssicher.
Wenn man ein Mehrgewicht von gut einem Kilogramm für die Federgabel plus 500 Gramm für die gefederte Sattelstütze zu­grunde legt, wiegt das gefederte Rad mit kompletter Alltagsausstattung nur 13,5 bis 16,0 Kilo­gramm. Das ist weniger als die meisten ungefederten, konventionellen Trekkingräder auf die Waage bringen.

Resümee zur »Teilfederung«.

Betrachteten wir die Teilfederung vor sieben Jahren noch als Notlösung, so haben die Erfahrungen und Entwicklungen der letzten Jahre gezeigt, dass Teilfederung die geradezu ideale Lösung für diese Art von Fahrrad und Nutzung darstellt. Auch die gezielte Um- und Nachrüstbarkeit von Federgabel und Feder­stütze haben sich in der Praxis immer wieder als feine Sache erwiesen, denn schon Carl Valentin bemerkte: »Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen«.