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Pedelec-Rahmen »FD100E« überarbeitet

Das »E-Bike« boomt und transformiert die Fahrrad- zur E-Bike-Branche. Ein Wandel, der inzwischen auch auf den Radwegen deutlich sichtbar ist.

Bei Velotraum ticken die Uhren zwar (noch) etwas anders … Allerdings wollen und können auch wir uns beim Thema »E-Bike« nicht zurücklehnen!

Im Herbst 2016 haben wir auf der Eurobike erstmals den E-Finder vorgestellt, ein multifunktionales Omniterra-Mittelmotor-Pedelec mit dem damals brandneuen Shimano Steps-8000-Antrieb. Damit waren wir nicht nur unseren unmittelbaren Mitbewerbern, sondern auch der Branche eine Nasenlänge voraus.

Inzwischen hat der E-Finder alle in ihn gesetzten Erwartungen übertroffen – also der optimale Zeitpunkt um nachzulegen.

Aspekte und Hintergründe für die Weiterentwicklung

Im Wesentlichen waren es fünf Aspekte bzw. Überlegungen, die uns dazu bewogen haben, ein erfolgreiches und gut funktionierendes Produkt zu überarbeiten:

  • Paarkauf ― Der Umstieg aufs Pedelec erfolgt bei Velotraum mehr und mehr paarweise, und immer häufiger äußerten Frauen und Männer den Wunsch nach einer TD-Rahmenform. Also keinen richtigen Tiefeinsteiger (vielleicht mal zum 80zigsten), aber halt doch mit deutlich abgesenktem Oberrohr.
  • Zukunftssicher ― Als Hersteller erhalten wir Einblick in die geplanten Produktentwicklungen von Shimano, und da kommen in Zukunft noch einige vielversprechende Neuheiten, für die wir gut gerüstet sein wollen.
  • Planungssicherheit ― Anhand dieser Einblicke wissen wir auch, dass sich die Abmessungen für die Motoren- und Akkuaufnahme bis mindestens 2023 nicht ändern werden. Eine solche Planungssicherheit ist seitens der Systemhersteller bisher eher die Ausnahme und schafft vernünftige Rahmenbedingungen für eine langfristige sowie nachhaltige Produktentwicklung.
  • Agieren statt reagieren ― Im Moment überwiegen für unsere Kunden die vielen Vorteile, die ein individuell angepasster E-Finder bietet, so dass der aufgesetzte Akku noch nie eine Kaufentscheidung negativ beeinflusst hat. Allerdings sind wir sicher, dass sich der »Exoten- und Welpenschutz« eher früher als später erschöpft, und dem wollten wir mit einer velotraum-gemäßen Lösung für die Batterie-Intergration zuvorkommen.
  • Konzentration ― In der nochmals aufwändigeren Vollintegration des Akkus sehen wir nur Nachteile (Handhabung, Gewicht, Ersatzbedarf …). Daher konnten wir uns voll und ganz auf die Teilintegration konzentrieren.

Unterrohr mit teilintegriertem Akku

Für einen TD-Rahmen, also einen Rahmen, dessen Oberrohr um zirka acht bis zehn Zentimeter tiefer sitzt als bei einem vergleichbaren Diamant-Rahmen, war es allerdings unumgänglich, ein spezielles Unterrohr zu entwickeln, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Als wir vor drei Jahren die ersten FD100E-Rahmen entwickelten, war ein TD-Rahmen noch kein Thema. Damals war unser primäres Ziel, tadellos funktionierende »Standardrahmen« zu entwickeln, was uns prima gelungen ist. Schon die ersten Vorentwürfe für einen TD-Rahmen ergaben, dass der Akku um zirka drei Zentimeter im Unterrohr verschwinden müsste. Mit einem normalen Unterrohr war diese Anforderung jedoch unmöglich zu erfüllen, weder formal noch konstruktiv. Die Hoffnung, dass am Markt ein für uns passendes und frei zugängliches Unterrohr verfügbar sein würde, mussten wir sehr schnell aufgeben.

Also kamen wir nicht umhin, zusammen mit dem Industriedesigner Stefan Baur, eine für uns passende Lösung zu entwickeln. Als Ergebnis standen schließlich drei Unterrohrvarianten zur Auswahl, bei denen der Akku mal mehr und mal weniger integriert wurde. Letztendlich entschieden wir uns für die Variante, bei der das Akku-Kabel und die Akkuaufnahmen völlig bzw. fast völlig verschwinden.

Für die Umsetzung führte allerdings kein Weg am »Hydroforming« vorbei, mit allem was dazu gehört: akribisches 3D-Design, Werkzeuge fürs Umformen und hohe Mindeststückzahlen. Beim Hydroforming – Innenhochdruck-Umformung – wird ein entsprechend dimensioniertes Alumiumrohr in mehreren Schritten präzise in die gewünschte Form gebracht. Heute ist das keine Raketenwissenschaft mehr, aber für eine kleine Marke wie Velotraum ein unternehmerischer Balanceakt, da wir die hohen Kosten nicht auf entsprechende Stückzahlen umlegen können.

Betriebsfestigkeitsprüfung

Ebenfalls unumgänglich war ein neuer Rahmentest für die unabdingbare Risikobewertung. In Anbetracht der vorherigen Testergebnisse und Praxiserfahrungen mit dem ähnlich konstruierten VT1300-Pinion-Rahmen entschieden wir uns für einen nochmals anspruchsvolleren Testzyklus: »Advanced plus test XXL«. Das ist der im Moment anspruchsvollste Rahmentest des renommierten Prüfinstitut Zedler.

Ein wenig Bauchschmerzen hatten wir dabei schon … Umso so größer die Freude und Erleichterung, dass der Prototypen-Rahmen den Test bestanden hat. Lediglich der nicht zum Test gehörende »XXL-Plus-Bremsentest« zeigte einen Riss im austauschbaren Ausfallende. Ebenfalls ein willkommenes Ergebnis ist, dass wir das Systemgewicht auf 150 Kilogramm erhöhen können – zumindest sobald wir eine entsprechende Finder-Gabel haben. Was jetzt aber nicht als Persilschein für die Zwei-Zenter-Plus-Kandidaten zu verstehen ist, denn merke: Weniger Gewicht ist gleichbedeutend mit mehr Reichweite ;-)

Das Ergebnis

Angesichts der aufgebauten Prototypen sind wir der Meinung, dass sich der Aufwand gelohnt hat und wir für die nächsten Jahre mit dem E-Finder konzeptionell und funktional hervorragend aufgestellt sind. Trotz der üppigen B-Plus-Bereifung ist auch die nächste Entwicklungsstufe visuell ein Fahrrad geblieben. Ein ehrliches Design, bei dem der E-Antrieb integriert, aber nicht versteckt wird. Besonders gut gelungen finden wir den TD-Rahmen, der sicherlich bei Frauen und Männern, die einen komfortableren Durchstieg und mehr Überstandshöhe wünschen, viel Anklang finden wird. Die Größen »S« und »M« sollten für Körpergrößen von 160 bis 180 passen.

An die Grenzen unserer (finanziellen) Möglichkeiten stoßen wir bei den »Spaltmaßen« zwischen Anformblechen und Akku. Die Serienrahmen werden da zwar nochmals besser werden, aber in diesem kosmetischen Bereich können wir sicherlich nicht ganz das Niveau von großen Herstellern erreichen. Die können sich da einfach noch mehr Verfahrenstechnik leisten. Unsere Stärke ist und bleibt die konzeptionelle Tiefe und Breite sowie die praxisorientierte Funktionalität.

Einen Aspekt haben wir beim Ringen um die optimale Lösung allerdings übersehen: Wohin mit dem markanten Velotraum-Schriftzug. Insbesondere für die 330 Millimeter große Variante steht keine geeignete Fläche zur Verfügung – sapperlot aber auch! Daher beschränken wir uns auf einen kleinen Schriftzug auf dem Sitzrohr und das V-Logo auf dem Steuerrohr. Wer noch eine bessere Idee hat, darf sich gerne mit einem aussagekräftigen Entwurf bei uns melden ;-)

Im Moment werden die Rahmen in Taiwan produziert und treffen Ende Mai (Luftfracht) bzw. Ende Juni (Seefracht) bei uns ein. Ach ja, wer sich mit der neuen Optik nicht anfreunden kann: Wir haben noch Bestände des »klassischen« FD100E. Damit lassen sich nicht nur 300,00 EUR, sondern auch 200 Gramm Gewicht sparen, also eine klassische Win-Win-Situation ;-)

Shimano »Steps 7000«

Einen Anteil an der »schlanken« Optik des E-Finders hat natürlich auch das neue Steps-7000-System. Die kleine Schwester des Steps-8000 hat ein reduziertes Schwarzweiß-Display, minimalistische Schalter und fährt sich genau so gut wie das Shimano-Topmodell. Laut Shimano soll das System zudem zwei Dezibel leiser sein. Wir können dazu nur soviel sagen: Das geringe Motorengeräusch gehört zur angenehmen Sorte.

Der Steps-7000 wird von Shimano ebenfalls als sportlicher Mountainbike-Antrieb eingestuft. Daher stimmen für uns alle wichtigen Kennzahlen wie zum Beispiel die Kettenlinie – damit die mögliche Reifenbreite – sowie die Leistungscharakteristik. Es stehen maximal 65 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung (Steps-8000: 75 Newtonmeter); für die meisten Einsätze ist das sicherlich ausreichend. Ebenso wie die weniger aufwändige Abdichtung gegen Nässe und Feuchtigkeit – Irgendwie müssen die fast 400 Euro Preisunterschied ja begründet sein.

Neue Finder-Gabel »A480-PM«

Apropos »entsprechende Gabel«. Besonders aufmerksame und kenntnisreiche Leser werden in einer der FD2E-Abbildungen schon die neue Gabel entdeckt haben ;-)

A480-PM mit Steckachse (110/15) und Postmountsockel (180–203 mm) für die Scheibenbremse

Ja, es wird eine weitere Finder-Gabel geben, die speziell fürs Pedelec – FD1E, FD2E, FD3E und FD12E – ausgelegt ist, aber auch für die nichtmotorisierten Findermodelle verwendet werden kann. Mit dieser Gabel reagieren wir auf die weiterhin steigenden Anforderungen in der Praxis, wie z. B. ein Systemgewicht von 150 kg oder 203er-Bremsscheiben. Mehr der Vereinheitlichung ist der Einsatz von Steckachsen geschuldet, die wir ab Ende 2019 im FD2E und FD12E zum Standard machen werden. Die A480-PM hat inzwischen fast alle Testhürden gemeistert, allerdings wird es sicherlich September/Oktober bis die Gabel zur Verfügung steht.

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