Velotraum-Team
Portrait von Stefan Stiener

Stefan Stiener

»Fahrradfahrern steht für mich immer in einem gefühlten Zusammenhang mit Revolution.« [Maximilian Probst]

Fahrradfahrern stand für mich immer in einem gefühlten Zusammenhang mit Revolution.
Kurz nach Beginn meines Architekturstudiums habe ich mit einem ehemaligen Freund ein Fahrrad-Keller-Geschäft (1986) gegründet. Nie hätte ich mir damals vorstellen können, dass aus diesem Hobby-G’schäftle mal eine Fahrradmanufaktur und Marke werden würde, noch dazu mit mir als »Kopf«. Und dennoch, im Rückblick ist die spannende Velotraum-Geschichte ein klar gezeichneter Weg, geprägt von persönlichen Leidenschaften und Überzeugungen.

Es war 1981. Ein gewaltiger Satz beim Weitsprung, mit Bruchlandung bei 6,70 Meter, beendete meine Ambitionen als Kader-Leichtathlet unsanft und folgenreich. Denn nach zwei Wochen Gips wegen des lädierten Kniegelenks wurde das im Keller fast vergessene Sporttourenfahrrad meines Vaters zur »Krücke« – sprich, zur einzigen Möglichkeit der Fortbewegung und sportlichen Betätigung.

Die »Krücke« Fahrrad sollte dann innerhalb von wenigen Jahren mein Lebensgefühl bestimmen. Denn im Fahrrad fand ich ein Vehikel, das mich irgendwie »ganz« machte. Die Geschwindigkeit der Fortbewegung, die veränderte Wahrnehmung auf dem Rad, die Selbstbestimmtheit, das Schwimmen gegen die motorisierte Springflut, ein gewisses Außenseiterdasein, aber auch Understatement und Protesthaltung, der gewaltige Aktionsradius, Naturnähe und -erlebnis, die Lust am dahintreibenden und selbstbewegten Unterwegssein. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Von meiner Anlage her bin ich eigentlich ein fauler Kerl, meine Eltern nutzten gerne die Steigerung stinkfaul. Eingedenk dieser genetischen Disposition ist es nicht gerade die beste Idee, sich mit einer Fahrradmanufaktur selbstständig zu machen. Nun gut, eine gewisse neurologische Plastizität scheint mit veranlagt zu sein, und man wächst und entwickelt sich, ob man will oder nicht, mit seinen Aufgaben. Zudem hatte ich immer das Glück, dass mich die richtigen Menschen (meine Frau, das Team, unsere Kunden, Freunde) begleitet und unterstützt haben.

Meine Kernaufgaben bei Velotraum sind Verkauf, Disposition, Marken- und Produktentwicklung, Inhalte der Website, Fotografie und die gedruckten Broschüren. Klingt nach einem Traumjob. Bevor allerdings Neid aufkommt – der »Job« kennt kein Anfang und Ende und besteht, wie so oft, aus 5 % Inspiration und 95 % Transpiration ;-))