Ökobilanz von Rahmenmaterialien

4. Mai 2009  |

Stahl – aus ökologischer Sicht der überlegene Werkstoff für Fahrradrahmen.

Einer unserer rührigen Kunden hat uns eine grafische Übersicht einer Untersuchung zum Ressourcenverbrauch und zum Treibhauspotential zukommen lassen. Ob ein Fahrradrahmen aus Stahl, Alu oder CFK (Carbon) hergestellt wird, macht aus ökologischer Sicht einen erheblichen Unterschied. Der Fahrradrahmen aus Stahl ist der relative Sieger. Freilich bleibt die Stahlerzeugung trotzdem energie- und ressourcenintensiv.

Kommentare

  1. JanW am 6. Mai 2009:

    Hallo alle zusammen!

    Sehr interessanter Vergleich. An den absoluten Zahlen habe ich aber so meine Zweifel: 5kg CO2 Äquivalent für einen Stahlrahmen erscheint extrem wenig. Das kann eigentlich nur die pure Rohstoffgewinnung, ohne Verarbeitung oder Transport beinhalten, oder?

  2. Uli D. am 11. Mai 2009:

    So einfach ist eine Umweltbilanz leider nicht, wie bereits 1992 der Gründer des Instituts für Produktdauer-Forschung, Prof. Stahel, in einem Vortrag erläuterte: Umweltbilanzen sind immer fallbezogen zu betrachten, nie als Pauschalurteil ohne Produkt und dessen Nutzung . Es gibt kein umweltfreundlicheres Material an sich. Insbesondere würden Nachteile von Aluminium gegenüber Stahl (Energiebedarf bei Materialgewinnung) bereits beim ersten Recycling aufgehoben. Wirklich umweltfreundlich seien andere Strategien: Erstens Produktvermeidung. Zweitens Langlebigkeit (in Funktion und Akkzeptanz durch den Nutzer).
    (Aus dem Gedächtnis sinngemäß wiedergegeben.)
    Meine Schlußfolgerung: umweltschädlich sind immer die kurzlebigen und nicht wiederverwendbaren Radkomponenten. Rahmen gehören nicht dazu.

  3. :-) am 11. Mai 2009:

    Nachvollziehbare Überlegungen. Danke.

  4. St. Ahl am 11. Mai 2009:

    Leute, kauft Stahlrahmen! ;-)

    Spiegel Online meldet gerade:
    REKORD-RÜCKGANG
    Stahlproduktion bricht um mehr als 50 Prozent ein
    Es ist der stärkste Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik: Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Produktion um 53,1 Prozent gedrosselt.

  5. Beik am 27. Mai 2009:

    Ich vermute der Aluminiumrahmen wäre erst dann im ökologischen Vorteil, wenn er länger verwendet werden würde (z. B. aufgrund später einsetzender Korrosion, wenn er bis dahin keine Risse bekommt…)

    Ein Stahlrahmen kann schließlich auch in gewissem Umfang rezykliert werden.

    Wobei der Unterschied der Rahmenmaterialien im Vergleich zu eingesparten Auto-Kilometern vernachlässigbar sein dürfte.

  6. Floh am 28. Mai 2009:

    Gibt es eigentlich Vergleiche bzgl. der Haltbarkeit von Aluminium- und Stahlrahmen – so wie es Beik in seinem/ihrem Beitrag angedeutet hat?

    So nach dem Motto: rostet ein »cross crmo« schneller, als ein »cross 7005« Risse bekommt?

  7. Stefan Stiener von Velotraum am 28. Mai 2009:

    Hallo Floh,
    da gibt es Vergleiche mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Beim Test einer MTB-Zeitschrift war ein kanadischer Premium-MTB-Stahlrahmen vor den deutlich leichteren Alu-Rahmen gebrochen. Eine sicherlich belastbarere, wissenschaftliche Studie und Testreihe kam zu dem Ergebnis, dass ein schwerer Alurahmen (2.100 Gr.) die gleiche Haltbarkeit erzielt wie vergleichbar schwere Stahlrahmen. Unsere Erfahrung über die Jahre scheinen dies zu bestätigen. Generell sind aber auch die vermeintlich objektiven Testverfahren mit einem gewissen Vorbehalt zu sehen. Denn, es gibt genügen Beispiele, bei denen Rahmen und Komponenten bei Tests versagt haben und die tausendfach ohne Probleme in der Praxis funktionieren. Und es gibt auch die erfolgreichen Testabsolventen, die dann brechen. Dennoch bleiben auch für uns Dauerbelastungstests unverzichtbar, wenn auch nicht der allein gültiger Maßstab.

    Ein Fahrrad bzw. Fahrradrahmen ist einfach nicht dauerfest. Je nach Belastung kann die Lebensdauer eines Rads/Rahmens so bei 20.000 und bis deutlich über 100.000 Kilometerleistung betragen. Der gewaltige Unterschied in der Lebensdauer erklärt sich durch die extrem unterschiedlichen Belastungen. Ein 100 Kilogramm-Athlet, der immer mit viel Power und viel im Wiegetritt unterwegs ist, belastet sein Rad zirka fünfmal mehr, als der ambitionierte Normalfahrer mit 80 Kilogramm. Fahrer die Schlaglöcher und Bodenunebenheiten »aussitzen« statt aus dem Sattel zu gehen, belasten die Sattelstütze mit bis zu 400 Kilogramm…

    Allein diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass eine lebenslängliche Garantie auf Rahmen oder Teile reines Marketing sind, denn kein Test kann diese unterschiedlichen Anforderungen wirklich abbilden. Alternative zum gelegentlichen Neukauf: Ein dauerfestes Fahrrad mit 30 Kilogramm Gewicht – ohne Elektromotor wohlgemerkt ;-)

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