Der »Schotterkönig« und weitere, neue Komponenten

18. März 2016  |

Es ist immer wieder schön, wenn man als langjähriger Fahrrad-Schaffender von einem neuen Produkt überrascht wird.

Insbesondere, wenn die Überraschung ausgesprochen positiv ist, wie zum Beispiel beim brandneuen »Gravelking« des kleinen japanischen Reifenherstellers Panaracer.

Ein wirklich feiner Reifen, dieser Gravelking. Lediglich die Namensgebung scheint uns etwas unglücklich, denn mal abgesehen vom Format sieht der Reifen nicht nach »Gravel« aus. Aber Gravel ist in USA eben »the next big thing« (mehr dazu am Ende des Artikels). Dafür wiegt er im Format 42-584 nur 365 Gramm und wird mit 41 Millimeter gemessener Breite seiner Größenbezeichnung wirklich gerecht. Zum Vergleich, ein Schwalbe »G-One« im Format 42-584 wiegt 440 Gramm und ist rund drei Millimeter schmäler! – Dafür sieht er mehr nach »Gravel« aus ;-)
Wir sind nun gespannt, wie sich der Reifen, den es leider nur für 27,5-Zoll (584) gibt, in der Praxis schlagen wird.

Ebenfalls eingetroffen sind die neuen Bedienungselemente für den Alber-Nabenmotor. In Verbindung mit der mechanisch verbesserten Steuereinheit (MMi) macht das Alber-Neodrive-System nochmals einen Schritt nach vorne. Obwohl die bisherigen Bedienungs-Satelliten auch nicht schlecht waren, überzeugen die neuen »Taster« durch ihre gelungene Form und sind nun auch mit Handschuhen gut zu bedienen.

Wieder im Velotraum-Portfolio sind die besonders robusten DT-Swiss 350-Naben mit stirnverzahntem Freilauf (Fahrrad-Veteranen auch als Huegi-Freilauf bekannt). Allerdings nur für Räder mit Scheibenbremsen. Zwar sind bei Velotraum grundsätzlich hochwertige Shimano XT-Naben der Standard, jedoch hat die Praxis immer wieder gezeigt, dass die XT-Naben bei sehr hohen Belastungen an ihre Grenzen kommen.

Nochmals robuster, belastbarer und für Felgen- und Scheibenbremsen geeignet sind die DT Swiss 540 Tandemnaben in 36-Loch. Wir lassen die Naben für die Klemmbreite 135 Millimeter ausstatten, so dass sie in alle Velotraum-Rahmen (außer Pilger) passen. Die kostspielige Nabe (UVP 390,00 €) ist für extremste Belastungen und/oder hohe Systemgewichte gemacht und hat sich seit vielen Jahren bestens im Tandemeinsatz bewährt.

Carlo 2. – Extra für den Finder haben wir eine passende Steuerrohrverlängerung entwickelt. Denn auf diesen genialen Problemlöser zur Fahrradanpassung wollen wir auch beim Finder nicht verzichten.
Die Ergon GA2 Griffe sind nun die Standardgriffe beim Pilger und Finder mit Kettenschaltung und immer dann sinnvoll, wenn stark gekröpfte Lenker verwendet werden und die Räder für den überwiegenden Geländeeinsatz gedacht sind. Für den Toureneinsatz empfehlen wir weiterhin die Ergon GP-5 Lenkergriffe/Hörnchen.

Die (Wieder)Entdeckung der Schotterpisten

[von Matthias Sterr]

Wegbereitend dafür, dass Radfahren auf Schotterpisten derzeit (wieder) salonfähig bis regelrecht sexy ist, war sicher auch das Magazin Bicycle Quarterly.

Chefredakteur und Herausgeber Jan Heine fährt nicht nur gerne weit und schnell Rad – sondern tut dies bevorzugt auf gemischten Fahrbahnbelägen und hochwertigen Breitreifen. Letztere vertreibt er seit einiger Zeit auch unter eigenem Markennamen Compass Cycles. Außerdem ist er auch sehr aktiv in der Retro-Randonneur-Szene im Nordwesten der USA.

Und obgleich man dort zum Teil andere Ansichten vertritt, was denn ein passendes Fahrrad ausmacht als wir hier bei Velotraum, so können wir in mindestens zwei Punkten einhellig zustimmen :

  1. Die schönsten Fahrradrouten sind meist eine Mischung aus Asphalt- und Naturpisten.
  2. Hochwertige und hoch-volumige Reifen laufen leichter und bringen einen enormen Zuwachs an Fahrqualität – sowie mehr Flexibilität bei der Streckenwahl.

Kommentare

  1. RideBicycleMore am 19. März 2016:

    Panaracer ist zwar spezialisiert auf reichlich bescheuerte Reifennamen, fahren tu ich die Dinger aber trotzdem ausgesprochen gerne. Am Speedster hinten den RiBMo (Ride Bicycle More, wie es ausgeschrieben in schönsten JapEnglisch auf dem Reifen steht), in 32mm breite mit 340g leicht und trotzdem sehr langlebig (>5000km und noch kein Wechselbedarf) und pannensicher. Vorne den T-Serv (für was auch immer diese Abkürzung stehen mag), mit 260g in 32mm noch leichter und trotzdem pannensicher. Als Schlauch jeweils den superleichten R-Air, ebenfalls von Panaracer. Das fährt sich im Stadtalltag, auf Ausflügen und auf Touren mit Gepäck z.B. über die französchischen Alpenpässe für die Reifenbreite sehr komfortabel, für meinen Geschmack besser als der Schwalbe Marathon Racer in 40mm breite (den hatte ich zuvor). Feldwege gehen ebenfalls erstaunlich gut, für den wirklich groben Gravel wie z.B. auf der Carretera Austral würde ich dann aber doch lieber den Schwalbe Mondial nehmen.
    Von der Verarbeitungsqualität der Panaracer können sich auch die deutschen Premiumhersteller noch was abschneiden, bisher hatten alle Reifen perfekten Rundlauf und Pannen hatte ich noch nie; die eingesetzetn Schutzgewebe scheinen effizent zu sein und der dünne Schlauch erstaunlich zäh und luftdicht.
    Tobias

Ihr Kommentar