Kein Riemenantrieb bei Velotraum für 2010

17. November 2009  |

In den letzten Wochen haben sich die Rahmenbedingungen für den Einsatz des Gates Carbon Drive stark verändert.

Dabei ist »verändert« eigentlich der falsche Begriff. Es haben sich vielmehr neue Anforderungen und Unwägbarkeiten für die Kombination aus Riemenantrieb und Rohloff-Nabe ergeben, die uns dazu bewogen haben, den Gates-Riemenantrieb für 2010 nicht einzuführen. Das ist erstmal ebenso bedauerlich wie ärgerlich.

Mut zu Neuem oder Bananenpolitik?

Wer als Hersteller ein neues Produkt einführt, muss immer ein Stück ins Risiko gehen. Die unvermeidbaren Kinderkrankheiten gehören in einem gewissen Ausmaß einfach dazu und dafür muss der Produzent die Verantwortung übernehmen. Beim Gates-Riemenantrieb entwickelte sich das Ganze jedoch mehr und mehr zur berüchtigten Bananenpolitik, bei der das Produkt am Markt reift.

Inzwischen ist aber auch bei dem Carbon-Drive-Hersteller die Erkenntnis gereift, dass ein so anspruchsvolles und diffiziles Produkt mit großer Sorgfalt und Umsicht eingesetzt werden muss. Die Veröffentlichung des Carbon-Drive-Handbuchs war schon mal ein erster wichtiger Schritt zu noch mehr Seriosität (Vieles darin liest sich im Übrigen erstmal wie Antiwerbung).

Zu Haltbarkeit und Verschleiß ist da zu lesen:

Die Haltbarkeit der einzelnen Komponenten des Gates Carbon Drive Systems hängt stark von den äußeren Einflüssen und Umweltbedingungen ab. Die Lebenserwartung eines Riemensystems oder einer herkömmlichen Fahrradkette im Einsatz unter harschen Bedingungen (z.B. schlammiger Umgebung) ist immer geringer als deren Nutzung auf trockenen Wegen. Während sich eine Kette mit Schlamm zusetzt, bleibt der Gates Carbon Drive weitgehend frei von Verschmutzung. Bei mangelnder Schmierung verschleißt eine Kette schneller. Da ein Riemen jedoch keinerlei Schmierung benötigt, ist ein Vergleich zu einer Kette somit nicht statthaft.

Alles klar oder? – Ebenfalls ernüchternd sind die Ausführungen zu Beschädigungen:

Der Gates Carbon Drive Riemen ist immer dann zu ersetzen, wenn eine Beschädigung durch falsche Handhabung (siehe Abschnitt: Falsche Handhabung des Gates Carbon Drive) oder eine Beschädigung durch gravierende äußere Einflüsse vorliegt. Wenn zum Beispiel ein Stein, eine Wurzel oder ein Kleidungsstück vom Riemen erfasst und zwischen Riemen und Sprocket gezogen wird. Ein derartiger Einfluss kann dazu führen, dass die empfindlichen Carbonfasern im Inneren des Riemens beschädigt werden, auch wenn keine äußere Beschädigung des Riemens zu erkennen ist. Ein vorgeschädigter Riemen oder ein Riemen, der in Verdacht steht, Schäden genommen zu haben, ist in jedem Fall auszutauschen, da er im Fahrbetrieb unter Last unvermittelt reißen kann, was wiederum Unfälle und Verletzungen zur Folge haben kann.

Die Folge- und Unterhaltskosten sind auch nicht von Pappe:

Beim Verschleiß eines Antriebs, bei dem alle Komponenten gleichlang im Einsatz waren, wird grundsätzlich der Tausch aller Komponenten empfohlen, auch wenn erst eine Komponente die Verschleißgrenze erreicht hat.

Nun wird sicherlich nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird und ein neues Produkt will ja auch juristisch abgesichert sein. Begrüßenswert ist zudem, dass mit dem Handbuch der Wunderriemen auf den Boden der Tatsachen geholt wurde. Schließlich gibt es nichts undankbareres als ins Kraut schießende Produkterwartungen zurechtrücken zu müssen. Da gilt man schnell als Spielverderber.

Selbst den zwingend vorgeschriebenen »Snubber« (eine zusätzliche Rolle am Ausfallende, die das Überspringen des Riemens ausschließen soll) akzeptierten wir notgedrungen, auch wenn das Ganze dann wieder aussieht wie die allerersten Rohloff-Räder mit Kettenspanner (nebenbei geht dadurch ein Stück des Gewichtsvorteils wieder verloren).

Knackpunkt und Knockout-Kriterium: Der Rahmenbau

Mehr oder weniger durch Zufall haben wir vor ein paar Tagen erfahren, dass es in Zukunft konkrete Anforderungen und Tests für Gates-taugliche Rahmen geben wird, also nicht nur so wachsweiche Anforderungen wie »steifer Hinterbau«, die bisher in den »Bike Maker«-Unterlagen standen.

Die Voraussetzungen für die Freigabe und der Test sollen umfassen:

  • dass die für die optimale Funktion des Systems benötigte Rahmensteifigkeit nachgewiesen werden konnte;
  • dass die erforderliche Rahmengeometrie vorliegt (Geradheit des Rahmens im Toleranzbereich, exakte Riemenlinie, Messung der Riemenspannung);
  • dass das Ausfallenden-Design von den Firmen Rohloff und Universal Transmission freigegeben wurde;
  • dass der Radausbau ohne eine Nachjustage der Riemenspannung möglich ist.

Des Weiteren erhielten wir die Information:
Zu Punkt 1 und 2 werden wir ab dem 01.01.2010 geeignete Vorrichtungen/Lehren anbieten, damit die Rahmenhersteller selber in der Lage sind, die oben genannten Punkte nachzuweisen.

Eigentlich alles wunderbar und richtig – leider nur etwas spät. Diese Anforderungen hätten wir eigentlich schon vor einem Jahr bekommen müssen! Für unsere 2010er Rahmenproduktion kommen diese Kriterien eindeutig zu spät. Wir sind zwar ziemlich sicher, dass unsere Rahmen die ersten beiden Punkte erfüllen, aber es bleibt ein zu großes Restrisiko.

Zumal die Punkte 3 und 4 weiterhin ziemlich vage sind und der im Handbuch geforderte Verstellbereich von 16 bis 30 Millimeter mit einer Exzenterlösung nicht zu erfüllen ist. Aus unserer Sicht eine ziemlich fragwürdige Anforderung, da speziell der Exzenter viele Vorteile in Verbindung mit dem Riemen hat. Bei den uns bekannten Rädern mit Exzenter und Riemenantrieb war nie der Exzenter oder sein Verstellbereich das Problem, sondern immer die mimosenhafte Empfindlichkeit des Riemens oder Mängel und Fehler an den Zahnriemenscheiben.

Dieser ganze Hick-Hack ist nur vor dem Hintergrund zu verstehen, dass die Firma Gates Carbon Drive bisher nur als Zulieferer für die Automobil- und Motorradbranche gearbeitet hat. Mit dem Riemenantrieb fürs Fahrrad wurde Gates quasi zum »Hersteller«. Und als Hersteller ist Gates in der Pflicht, Vorgaben für den sicheren Betrieb seines Riemenantriebs zu erbringen. Das war den US-Boys wohl so nicht bewusst. Und nur auf massives Drängen der Firma Universal Transmission sowie der Rohloff AG wurde nun das erforderliche Budget für das oben beschriebene Prüfprozedere zur Verfügung gestellt.

Der Riemen-Schwanz wedelt mit dem Fahrrad-Hund

Weitere Recherchen haben zudem ergeben, dass Gates wohl versucht den Carbon-Riemen fahrradgerechter zu machen, der Riemen soll zukünftig besser mit den eigentümlichen aber auch bewährten Rahmenbedingungen des Fahrrads klar kommen. Denn unter Berücksichtigung der neuen Anforderungen ist es im Moment ja so, dass das Fahrrad quasi um den Riemen herum gebaut werden muss. Für ein untergeordnetes Bauteil ein etwas übertriebener Aufwand, da wedelt der Schwanz mit dem Hund.

In Anbetracht dieser unsicheren Situation glauben wir, dass man als Hersteller wie auch als Kunde gut beraten ist, diese Technik noch etwas reifen zu lassen. Rückrufaktionen bei ausgelieferten Carbon-Drive-Rädern und Riemenriss bei einem zuvor mit »Super« beurteilten Testrad sind da nur weitere Indizien für die Richtigkeit einer abwartenden Haltung.

Prinzip Fahrrad: geniale Unvollkommen- und Einfachheit

Es ist ja nicht das erste Mal, dass der Techniktransfer von der (meist fossil betriebenen) Hochtechnik zur simplen aber völlig unterschätzten Fahrrad-Technik holprig verläuft oder schief geht. Fahrradtechnik ist zwar vergleichsweise einfach und kommt zum Teil mit enormen Toleranzen daher. Als Ganzes ist das Fahrrad jedoch schlicht genial. So ist die erforderliche Bewegungsenergie (Joule pro Gramm und Kilometer) relativ zur Masse bei keiner Fortbewegungsart so niedrig wie beim Fahrrad (Quelle Wikipedia).

»Die Fahrradtechnik« ist im Moment noch so etwas wie ein großer Märklin-Baukasten, mit dessen Grundelementen sich wunderbar individuelle und passende Lösungen zaubern lassen. Und das trotz hunderter, oft konkurrierender Teilehersteller. Und jeder Hersteller, der meint, aus diesem gewachsenen Organismus ausscheren zu müssen, holt sich in aller Regel eine blutige Nase. Selbst der Komponenten-Gigant Shimano hat das gelernt: Das neue technologische Flaggschiff der Japaner, die elektronische Rennrad-Hightech-Gruppe Di2, lässt sich im Prinzip an jeden popeligen Rennradrahmen schrauben ;-)

Dabei bleibt zwar die von Designern so gerne bemühte Systemintegration auf der Strecke, aber die wesentlich wichtigere Vielfalt bleibt erhalten (hinter der trendigen Systemintegration steht ja oft nichts anderes als eine Vereinfachung, die allein das Ziel der profitableren, industriellen Massenfertigung hat).

Doch zurück zum Riemenantrieb. – Auf Velotraum bezogen bedeutet dies, wir werden die Serienproduktion verschieben und erst mal abwarten, was da an Anforderungen und Kriterien noch so alles um die Ecke kommt. Die Zwischenzeit werden wir natürlich nutzen, um Rahmen testen zu lassen und gegebenenfalls zu optimieren. Und wenn sich die Anforderungen nicht weiterhin im Quartalsrhythmus ändern, dann steht mit großer Wahrscheinlichkeit ein serienreifes Velotraum-Rad mit Rohloff-Nabe und Riemenantrieb auf der Eurobike 2010. Ideal wäre es zudem, wenn bis dahin ein weiter entwickelter Riemen zur Verfügung stehen würde, der mehr dem »Prinzip Fahrrad« entspricht.

Wir hoffen, dass vor diesem Hintergrund unsere Entscheidung nachvollziehbar wird, auch wenn sich der Eine oder Andere im kommenden Frühjahr schon auf einem Velotraum-Rad mit Riemenantrieb gesehen hat.

Kommentare

  1. Matthias BO am 17. November 2009:

    »Der Märklinbaukasten« ist das, was auch mich am Fahrrad als Fortbewegungsmittel immer fasziniert hat. Systemintegration ist zwar oft schön und ästhetisch, vermeintliche Verbesser- oder -einfachungen entpuppen sich aber oft dann als problematisch, wenn etwas verändert werden soll – oder muss. Wenn ein Spezialteil nicht mehr zu bekommen ist, kann man manchmal das ganze Rad wegschmeißen, wenn die »Schnittstelle« zu nix anderem passt. Beispiel: Canti-Bremssockel mit Standard-Magura versus Firm-Tech-Magura. Auf die Sockel passt nichts anderes. Spart nicht viel Gewicht, bremst auch nur unwesentlich besser. (Wenigstens gibt’s noch Ersatz.).

  2. Markus am 18. November 2009:

    Was spricht denn für den Riemenantrieb beim Fahrrad? Wartungsarmut/Verschleiß, keine verschmutzten Hosenbeine und vielleicht noch das Gewicht.
    Beim Motorrad gibt es den Riemenantrieb schon über 20 Jahre und es gelten die gleichen Argumente. Zudem hilft es die Lastwechsel-Reaktionen zu dämpfen und man braucht beim Motorrad keine tragenden Teile mit Sollbruchstellen zu versehen. Wenn das alles so genial wäre sollte man meinen, der Riemenantrieb hätte sich beim Motorrad auf breiter Front durchgesetzt.
    Wie sieht die Realität aus? Nur Harley Davidson verbaut ihn in nennenswerten Stückzahlen. Der Rest setzt weiterhin auf Kettenantrieb oder Kardan.
    Also ruhig mal abwarten und sich den anderen die blutigen Nasen holen lassen. In jeder Branche sind Rückrufaktionen der schlimmste anzunehmende Geschäftsvorfall.

  3. Heiß G. Gessen am 19. November 2009:

    Alles schön und gut. »Nun wird sicherlich nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird…«, heißt es oben. Genau das vermute ich auch!

    Ihr hattet doch im Juli bereits verkündet, dass ihr ein Gates-Velotraum mit »cross 7005 EX Plus«-Rahmen aufgebaut habt. Was habt ihr denn in der Zwischenzeit für eigene konkrete Erfahrungen gemacht?, würde mich interessieren. Und vor allem: Hat der Kunde mit seinem Kraft-Esel (EX Plus) sich schon eine blutige Nase geholt?

  4. Stefan Stiener von Velotraum am 19. November 2009:

    Hallo »Heiß geGessen«,
    zwei Kommentare unseres »Testfahrers« (Klaus von Sapim) findest Du hier.

    Momentan sind Rad und Fahrer in Schottland unterwegs. Es gab bisher, soweit wir informiert sind, weder Probleme mit abspringendem, überspringendem noch gerissenem Riemen. Das ist gut so und lässt hoffen. Allerdings musste schon nach kurzer Zeit das erste Ritzel getauscht werden sowie der Ritzelträger.

    Des weiteren ist anzumerken, dass der Fahrer vom Fach ist, also entsprechend mit dieser Technik umzugehen versteht.

  5. Adrian aus Köln am 20. November 2009:

    Der »archaische« Kettenantrieb funktioniert eigentlich doch ganz gut, ist auch von »Laien« fernab von allen Werkstätten zu reparieren, bzw zu wechseln und ist vergleichsweise billig. Ein in den Raum gestellter Mehrpreis von ca. 600 € für den Gates Riemen mag für den Kunden einer Harley zu verkraften sein, für ein Fahrrad als »Lebensmittel« ist das aber sicherlich unvertretbar. M. E. hat Gerrit Gaastra auf der idworx Internetseite sehr überzeugend dargelegt, »warum es möglicherweise nie ein idworx mit Riemenantrieb geben wird«. Dem dürfte beim gegenwärtigen Stand der Technik wenig hinzuzufügen sein.

  6. Riemenfahrer am 21. November 2009:

    Hallo zusammen,
    habe seit Juli ein Falk Bike (leider inzwischen insolvent, ist aber eine andere Geschichte…). Bisher gab es keine Probleme, der Riemen läuft tadellos mit der Rohloff-Nabe, weder abgesprungen, noch sonst irgendetwas. Es ist allerdings immer wieder ein leicht beunruhigendes Gefühl, wenn man die Negativ-Beiträge liest, obwohl die Schreiber weder den Riemen selbst probegefahren, noch einen besitzen.
    Das Gequietsche der Ketten der anderen Radfahrer ist jedenfalls Grund genug für mich für den Wechsel gewesen! Wenn man das ganze »Spezialöl« zusammenrechnet, das man im Laufe der Zeit versprüht, dann kann man sich etliche Riemenantriebe leisten! Ich hatte es einfach satt, nach jeder Regenfahrt die Kette nachzuölen und mir schmutzige Hosenbeine zu holen! Ich fahre JEDEN Tag mit dem Rad zur Arbeit.
    Wenn alle damals auf die Gegner der Dampfmaschine gehört hätten, dann würden wir heute noch mit dem Pferd zur Arbeit reiten! ;-)

    Nun noch Frage an velotraum: Wurde velotraum als Händler angeschrieben, dass ein Austausch nötig sei? Und wird hier dem Privatkunden bewusst etwas »verschwiegen«?

  7. Stefan Stiener von Velotraum am 21. November 2009:

    @ Riemenfahrer,

    die direkten Infos fließen im Allgemeinen etwas spärlich. Sprich man tut gut daran sich die inzwischen vielen Infos auf der Carbon Drive-Homepage genau durchzulesen und zu beachten.

    Für Hersteller gibt es im Moment noch weitere Anforderungen und Empfehlungen, die für uns letztendlich alle darauf hinaus laufen, von einem jetzigen Serieneinsatz des Riemens abzusehen.

    Dass Hersteller eine so heikle Technik im Versandhandel anbieten oder angeboten haben, muss wohl nicht weiter kommentiert werden ;-)

  8. Ralf am 22. November 2009:

    Hallo zusammen,

    ich sehe den Riemenantrieb auch als eine echte Alternative an. Aber wie mit allen Dingen, die neu sind und etwas vom Standard abweichen, braucht es Zeit und Einfühlungsvermögen für die Technik.

    Der teilbare Rahmen oder eine andere Hinterbaukonstruktion, sowie die »Maßhaltigkeit« der Bauteile braucht Konstruktions- und Praxiszeit. Wenn jedoch genügend Firmen bereit sind ihr KnowHow mitzugeben sollte das was werden.

    Die unmöglichen Produkthaftungsgesetze werden über kurz und lang alles Neue erstmal blockieren. Leider wird der gesunde Menschenverstand durch juristische Wortklauberei ersetzt. Nicht alles kann man vorhersehen und testen und prüfen… Unsere Rundumsicherungsmentalität wird hier zu einem Problem…

    Deshalb wieder mehr Freiheit für Menschen. Aufklärung, welche Probleme es geben kann und der Einzelne kann selbst entscheiden wie er es gerne hätte.

    Dann könnte auch Velotraum einen Rahmen anbieten und Rohloff auf das Risiko hinweisen und man kann trotzdem zu einem Fahrrad mit Gates Riemen und Rohloff kommen ohne etwas selbst zu bauen. Das Risiko liegt dann auf der eigenen Seite… Das muss man akzeptieren.

  9. MMn. am 23. November 2009:

    Völlig unabhängig davon, was die Weiterentwicklung bringen wird: Der Carbon-Riemen am Fahrrad ist und bleibt sehr empfindlich. Und damit wäre der allgemeine Einsatz einfach zu gefährlich.

    Meiner Meinung nach kann die sinnvolle Fragestellung nur lauten: Gibt es Fahrradtypen und Einsatzbereiche, wo der Carbon-Riemen ohne Gefahr eingesetzt werden kann?

  10. Stefan Stiener von Velotraum am 23. November 2009:

    @ Ralf,
    die zunehmenden Bedenken in Zusammenhang mit dem Carbon Drive-Riemen sind wirklich berechtigt und entspringen nicht einer übertriebenen »Rundherumsicherungsmentalität«.

    Der inzwischen sehr um Aufklärung bemühte deutsche Vertrieb schreibt z.B.: Es sind uns bereits Fälle bekannt, bei denen unsachgemäße Behandlung des Riemens bei der Montage zu einer Beschädigung mit nachfolgendem Riemenriss geführt hat.

    Es wäre einfach zu schade, wenn dieses faszinierende Antriebskonzept durch den sorglosen und ungeduldigen Umgang wieder in der Versenkung verschwinden würde, bevor wir die Gelegenheit haben herauszufinden, wo und wie der Riemen am sinnvollsten einzusetzen ist.

    @ MMn.
    Damit wäre zumindest Deine Frage zum Teil beantwortet. Herauszufinden wo und wie der Riemen am sinnvollsten und mit einem vertretbaren Risiko einzusetzen ist, braucht einfach nur noch etwas Zeit und Geduld.

  11. Hans am 26. November 2009:

    Hallo Markus (@Markus am 18. November 2009):
    BMW fährt auch mit dem Riemen.

    Fahre seit Jahren mit Kette im chain-glider. Da quitscht nix. Einmal im Jahr schaue ich nach der Kette. Meist ist nix zu tun. Nicht mal nachspannen. Fahre damit im Schnitt 200 km pro Woche. Unter allen Witterungsbedingungen. Ich kann gut leben mit der Kette, wollte trotzdem auf den Riemen umsteigen, was ich mir aber wieder abgeschminkt habe: never change a runnig system. So brauche ich auch keinen neuen Rahmen.
    Gruß

  12. Jörg am 27. November 2009:

    So wie mein Rad grad aussieht, wünsche ich mir weniger einen Riemenantrieb als vielmehr einen voll gekapselten Antrieb für meine Rohloff Nabe, wie bei Katz Bikes aus der Schweiz. Da wird die Kette automatisch gespannt und man muß die Kette nicht mal zum Hinterrad ausbauen anfassen. Vielleicht habt Ihr ja jetzt freie Kapazitäten, antriebsstrangmäßig?

  13. Stefan Stiener von Velotraum am 27. November 2009:

    @ Jörg,

    deinen Wunsch kann ich gut nachvollziehen, da auch mein Rad (Kettenschaltung!) im Moment unter einer Schlammpackung fährt.

    Erstmal Chapeau, vor der Ingenieur-Leistung der Schweizer Tüftler. Dennoch, für den Katz-Antrieb gilt aus unserer Sicht ähnliches wie für den Riemenantrieb. Zu unflexibel (nur eine sehr kurze Übersetzung, nur Scheibenbremsen, nur drei Rahmengrößen), 5.000 Euro teuer, aber dafür sicher und erwiesen wartungsarm.

    Der Vorteil des kettenfreien Laufradausbaus will mir jedoch nicht einleuchten oder ist rein akademischer Natur. Denn, wann und wie oft baut man schon mal das Hinterrad aus, zumal bei einem Rohloffrad? Und auch die Reifen bleiben ja weiter schlammverkrustet. So oder so muss man sich im Fall der Fälle die Finger schmutzig machen.

    Aber Weihnachten naht und da darf sich jeder gerne mal was wünschen. Wir wünschen uns schon mal mehr Kapazitäten ;-)

  14. Ralf am 28. November 2009:

    Hallo Miteinander,

    @Stefan
    wenn du die ersten zwei Absätze von mir gelesen hast siehst du ja, daß auch ich der Meinung bin, daß man behutsam mit der Technik umgehen soll/muss.
    Ich bin immer etwas skeptisch wenn man etwas schnell hochlobt oder verdammt. Gerade heute braucht es mehr Zeit (weil viele Dinge schon »gut« sind) bis das Neue zur »Reife« kommt. Manchaml reift es auch erst beim Kunden ;-)
    So wollte ich verstanden werden ;-)

    Grüße
    Ralf

  15. AS am 2. Dezember 2009:

    Tach zusammen,

    es wird einfach zuviel geredet und dadurch werden sinnvolle Innovationen vom Menschen die keine Ahnung haben kaputt geredet.

    Ich fahre selber ein Falk Bike Gringo seid sehr langer Zeit mit Riemen. Ich komme aus dem Downhill und nehme das Bike in der City und Trekking Wegen ordentlich zur Brust. Ausser das der Riemen mal leicht gespannt werden muss, gab es nie ein Problem. Es ist sauleise, schaut geil aus und hält und hält….

    Also Leute die das Ding nie über einen langen Zeitraum getestet habt: Haltet euch doch raus aus dem Thema.

    so long

    AS

  16. MMn. am 3. Dezember 2009:

    @AS
    Dir ist beim Lesen des obigen Artikels aber schon aufgefallen, dass die eingerückten Zitate nicht von unqualifizierten Deppen stammen, sondern dem Handbuch von Gates entnommen sind?

  17. AS am 3. Dezember 2009:

    Mag sein, Fakt ist doch es funktioniert!

  18. Jörg am 4. Dezember 2009:

    @AS
    Deiner funktioniert. Das muß nicht zwangsläufig über eine größere Stückzahl so sein.
    Was ist denn eine »..sehr lange Zeit mit Riemen«? Soweit ich weiß, sind die Räder Anfang diesen Jahres auf den Markt gekommen. Welche Strecke bist Du gefahren, auf welchen Wegen, bei welcher Witterung? Dein Anwendungsbereich muß nicht unbedingt mit denen der Velotraum-Kundschaft übereinstimmen.
    Es geht hier auch nicht darum, eine Innovation kaputt zu reden, sondern ob Velotraum den Riemenantrieb jetzt anbietet und sich möglicherweise mit Reklamationen einen Haufen Ärger einhandelt, oder eben noch etwas wartet mit der Einführung, bis mehr Erfahrungen damit im Alltagsbetrieb vorliegen. Ich halte die Entscheidung jedenfalls für nachvollziehbar und vernünftig.

    Take care,

    Jörg

  19. Erik Meyer Offenbach am 8. Dezember 2009:

    recht habt ihr!!

    die amis wollten schon immer den hammer ein zweites mal erfinden,aber auch deutsche kleingeniale hatten uns schon den thun beltdrive vor über 10 jahren beschert.mal gings mal nicht—besonderst schön wenn du grade mal die rücktrittbremse brauchst und der riemen nicht greift,haltbarkeit damals 1000km dann alles erneuern,ausser vorne.so stand das natürlich in keinem prospekt.von titanal (der werkstoff der zukunft) hat auch mal ein h.c.smolik geschwärmmt—kaum war die tour im handel »platzten« auch schon die ersten rahmen unsoweiterunsofort…

    schönen gruss aus bad offenbach

    erik »fahrradgesellschafter»meyer

  20. Hans aus LA am 9. Dezember 2009:

    Velotraum bleibt Velotraum und keine Bananenreiferei (die glaub ich gibts im Hamburger Hafen) ;-)

    Servus aus Niederbayern

  21. Adrian aus Köln am 28. Februar 2010:

    Now I am totally confused! Da schreiben Sie, dass Sie – aus sicherlich gutem Grund – 2010 kein Velotraum mit Gates Carbon Drive anbieten werden. Nun lese ich aber in aktiv Radfahren 3/2010, dass Ihr Velotraum Cross 7005 EX Plus mit eben diesem Antrieb mit »überragend« beurteilt worden ist.

    Gratuliere zu diesem x-ten Super-Testergebnis!!! Insbesondere die von Ihnen verbaute Rahmenteilung macht auf mich als Laien übrigens einen sehr guten Eindruck! Wird es nicht nun Leute geben, die ein solches Rad auch »schon« 2010 kaufen wollen, insbesondere, wenn ab »März« die neuen verbesserten Gates-Riemen geliefert werden? Oder sollen wir alles nur als einen kleinen »Teaser« verstehen?

  22. Stefan Stiener von Velotraum am 28. Februar 2010:

    Hallo Adrian,

    ich kann Deine Verwunderung gut verstehen. Spätestens am Montag setzen wir zu diesem Testbericht einen Artikel auf die Seite, der Deine Fragen beantworten wird. Also bitte noch ein klein wenig Geduld.

  23. Kurt am 12. März 2010:

    Hallo,

    auch ich bin ein bergeisterungsfähiger Velophiler.
    Neue Konzepte(wie z.B. damals der Tria-Aufsatz für den Rennlenker von Jo Klieber/Syntace) tun es mir an! Die Lefty: anfangs staunte man, konnte sie nicht bezahlen, fiel darüber her und nun? Weltmeisterlich erprobt und oft gesehen!
    Ob diese Teile ebenso vom »Volk« getestet wurden, bevor sie auf dem Markt ihren Stellenwert einfuhren…weiss ich nicht.
    Doch die dazugehörigen Betriebsanleitungen kamen nicht ganz so aussließlich daher, auch wenn mein Beispiel doch eine sehr große Brücke schlägt zwischen Lenkeraufsatz und Federgabel…doch beide müssen halten, denn sonst gibt es schwerste Verletzungen etc…
    Zurück zum Carbon Drive. Tolles Ding. Cleaner Look, Doch halt: nachspannen muss sein. Wie bitte? Snubber auch noch? Schluß mit clean. Ausserhalb der OEM Fahrradhersteller darf der Riermen eh´ nicht verbaut werden, was den Testerkreis enorm einschränkt, bzw. die Bastler unter uns im Regen stehen lässt, denn sie verfügen nicht über Testeinrichtungen, Rahmenrichtbänke oder biegen den Riemen sogar entgegen der Betrriebsanleitung in die falsche Richtung…
    Das alles zusammen, plus die unglaublich eindringlich geschriebene Einbauanleitung machen es aus meiner Sicht derzeit unmöglich, den Riemen im »Test« zu hause einfach aufzuziehen und zu glauben, man hätte eine dauerhafte Lösung, auch wenn sie halten sollte!
    Das Bild mit dem Schuh auf dem Riemen sagt doch alles: wenn das darauftreten unterlassungswürdig ist, dann kann ich doch nie und nimmer im Gelände fahren! Wenn ich einen Sturz auf die rechte Bikeseite baue, dann muss ich zwangsläufig den Riemen wechseln…macht das jemand? Auch wenn ich an einem Busch vorbei düse und dessen Äste an den Riemen schlagen…etc. etc…
    Zudem ist der Rahmen ein, durch das einzubauende »Loch« für den Riemen und den Riemenspannen, für mich »unschönes« Bauteil geworden.
    »Noch« schade, das Ding wäre im KATZ das geeignetste Transmissionsteil und würde, Haltbarkeit vorrausgesetzt, vielen Leuten viele tolle Kilometer bescheren.
    Damit hat der Riemen für mich derzeit noch zu wenig Potenzial.

  24. Peter am 27. Juli 2011:

    Hallo, ich habe mir letzte Woche einen alten VW Polo Baujahr 97 gekauft. Ich habe keine Ahnung von Autos, aber ein Ölwechsel braucht das Auto schon. Ich habe mir bei frank doerr einige Infos zu Gemüte geführt, aber bin noch nicht so wirklich schlau daraus geworden, was für ein Öl der jetzt benötigt. Ich bitte um Antworten.

  25. Matthias aus BO am 4. August 2011:

    Schade, dass Katz schon wieder aufhört. War wohl etwas zu komplex, der Hinterbau. Bewährtes lebt länger… ;)
    @ Peter: Das ist hier so off topic, dass Du nicht unbedingt mit zielführenden Antworten rechnen solltest ;)

  26. Volker Ludwig Leipzig am 16. Februar 2012:

    Hallo Fahrradfreunde ! Ich fahre seit drei Jahren ein Fahrrad mit Riehmenantrieb.Bin sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs.Es gab nie Schwierigkeiten mit dem Zahnriehmen.Ob Schnee,Matsch oder Dreck.Leider hat man mir das Fahrrad gestohlen.Für mich kommt nur ein Fahrrad mit Zahnriehmen in Frage.Bin schon auf der Suche.

Ihr Kommentar