Individuelle Ausstattung

Lasst uns spielen – Die individuelle Fahrrad-Zusammenstellung ist eine ungemein reizvolle, aber auch nicht ganz einfache Angelegenheit. Speziell für Laien ein oft verwirrendes Wagnis mit ungewissem Ausgang – nicht so bei Velotraum! Eine übersichtliche, seit dreißig Jahren bewährte und immer wieder verfeinerte Struktur führt im Dialog mit dem Berater zum passenden Fahrrad. Also, lehnen Sie sich innerlich zurück und genießen Sie es … ;-)

Üblicherweise wird in der Fahrrad-Branche das Produktportfolio mittels der Anwendungsbereiche (Reise, Alltag, City, Gravel …) bzw. der gewünschten Eigenschaften strukturiert, egal wie umfangreich und differenziert das Angebot ist. Aus Kundensicht wird das Ganze schnell zum Angebotsdschungel, in dem man schnell die Orientierung verliert.

Die Velotraum-Systematik

Wir haben uns aus guten Gründen komplett von diesem Ansatz verabschiedet – zum einen sind unsere Räder per se Universalisten und zum anderen versteht jeder unter Begriffen wie Alltags-, Reise-, Touren-, Cross- und Gravelrad usw. etwas völlig anderes. Auch Eigenschaften wie Haltbarkeit, Wartungsarmut, Bedienungsfreundlichkeit usw. lassen sich völlig unterschiedlich definieren und interpretieren und sind trügerische – da subjektive – »Entscheidungsfilter«. Freilich erschließt sich auch unser Angebot nicht auf den ersten Blick und bedarf einer zielgerichteten Navigation durch den Dschungel der Möglichkeiten.

Die Entscheidungsfilter

Als Filter ungleich objektiver und sinnvoller haben sich ein paar wenige, aber grundlegende technische Merkmale erwiesen, die wir in unseren «Fahrradwelten« und »Ausstattungsvorschlägen« verwenden. Konkret gemeint sind damit:

  • I. Lenkerform – Gerader Lenker oder Rennlenker?
  • II. Reifenformat – 26-Zoll, 27,5-Zoll oder 27,5-Plus?
  • III. Schaltung – Ketten- oder Getriebeschaltung?
  • IV. Bremse – Felgen- oder Scheibenbremse?

Für den Beratungsprozess und die Qualität des Ergebnisses ist es sehr sinnvoll, dass Sie sich im Vorfeld damit auseinandersetzen, welche dieser technischen Grundlagen Ihr Fahrrad haben könnte. Weiterführende Information finden Sie hier:

Die Velotraum-Matrix

Einen schnellen und vollständigen Überblick, welche technischen Merkmale in den Fahrradwelten bzw. Ausstattungsvorschlägen zu finden sind, bietet die untenstehende Matrix mit den vier Velotraum-Fahrradwelten und den zugehörigen Ausstattungsvorschlägen. Desweiteren können Sie der Matrix entnehmen, welche Lenkerform, Schaltung, Bremse und welches Reifenformat in der jeweiligen Fahrradwelt und dem je- weiligen Ausstattungsvorschlag zum Einsatz kommt. Kenner der Fahrradtechnik können sich ihr Rad natürlich mit unserem Konfigurator zusammenstellen.

Entscheidungsmuskel – Vorbereitung hilft! Dabei geht es nicht darum, dass Sie so grundlegende Entscheidungen wie Schaltungsart, Reifenformat usw. selbst treffen sollen. Nein, es geht vielmehr darum, dass Sie einen ersten Eindruck davon erhalten, was alles möglich ist und welche Entscheidungen es zu treffen gilt. Zusammen übersetzen wir Ihre fahrradspezifischen Bedürfnisse und Wünsche in die passende Fahrradwelt usw. Freilich schonen Sie mit etwas Einarbeitung in die Materie Ihren »Entscheidungsmuskel« und steigern das Einkaufserlebnis und Ergebnis.

Ausstattungsvorschläge – Je nach Fahrradwelt finden Sie drei bis sechs Ausstattungsvorschläge, die als wohlüberlegte »Basisräder« fungieren. Grundlage für deren Zusammenstellung ist der Erfahrungsschatz aus über 20 Jahren Anwendungspraxis. Wir beziehen unsere Komponenten von den besten Herstellern und müssen somit nichts beschönigen oder überspielen. Daher ist jeder Vorschlag eine solide und handfeste Ausgangsbasis für Ihr persönliches Fahrradunikat.

Wahlmöglichkeiten – Jeder Ausstattungsvorschlag kann mit bis zu 80 Wahlmöglichkeiten auf Ihre Wünsche und Anforderungen angepasst werden. Eine weitere Besonderheit: Angesichts der herausragenden Bedeutung des Rahmens für das Gesamtergebnis, stehen innerhalb der jeweiligen Ausstattungsvor- schläge verschiedene Rahmenmodelle zur Auswahl. Die Wahlmöglichkeiten selbst umfassen eine kuratierte Auswahl an hochwertigen Komponenten, die wir Jahr für Jahr neu überdenken und so gezielt Bewährtes mit Neuem kombinieren. Trotz aller Individualität ist das fertige Rad eine erprobte und bewährte Lösung.

Wunschfarbe – Über 200 RAL-Farben stehen ohne Aufpreis in glänzend oder matt zur Auswahl. Für das Velotraum-Logo – groß und klein – bieten wir weitere 40 Dekorfarben an; auch der Verzicht auf den Velotraum-Schriftzug ist möglich. Alle Velotraum-Rahmen werden bei unserem langjährigen Beschichter in Stuttgart zweifach (Alurahmen) bzw. dreifach (Stahlrahmen) pulverbeschichtet. Insbesondere für den Entscheidungsprozess »Wunschfarbe« empfehlen wir eine gute Vorbereitung ;-)

Preisangaben – Die Preise der Ausstattungsvorschläge beziehen sich auf das Basisrad. Damit gemeint ist ein fahrbereites »nacktes« Fahrrad ohne Alltagsausstattung (Schutzbleche, Gepäckträger, Lichtanlage). Der Grund für diese Systematik: Das Basisrad umfasst alles, was fürs Fahren unabdingbar ist. Ab diesem Punkt werden die Ansprüche und Wünsche in aller Regel sehr individuell und können gezielter und passender über die Wahlmöglichkeiten ergänzt werden. Der Preis für die sogenannte Alltagsausstattung variiert, je nach Ausführung, zwischen 180 und 800 Euro.

LieferzeitenGut Ding will Weile haben, nämlich sechs bis acht Wochen. Schließlich sind alle Velotraum-Räder reine Auftragsfertigungen und es gibt keine Skaleneffekte. Seit unseren Manufaktur-Anfängen 1996 arbeiten wir unablässig an unserer Effektivität sowie Effizienz. Im gleichen Maße nimmt aber die Komplexität zu, so dass wir immer wieder konstatieren müssen: Der individuelle Fahrradbau ist zwar schön, macht aber verdammt viel Arbeit … Dabei verschlingt die eigentliche Montage noch die wenigsten Ressourcen, vielmehr müssen eine Vielzahl an Vorleistungen erbracht werden, bevor es »zur Tat« geht. Daher sind die Lieferzeiten aus unserer Perspektive quasi Lichtgeschwindigkeit.

Die Kundensicht ist natürlich eine andere … Wenn nach einem oft langen Entscheidungsprozess endlich der Entschluss gefallen ist, können sich die sechs bis acht Wochen ganz schön in die Länge ziehen ;-)

Grundlagen zur Fahrradtechnik

Die folgenden, kurzen Charakterisierungen der von uns verwendeten Schaltungs- und Bremsensysteme sollen Ihnen helfen, eine erste Einschätzung vornehmen zu können, welche Technik die passende sein könnte.

Shimano-Kettenschaltung

Inzwischen bieten alle hochwertigen Kettenschaltungen zehn, elf oder zwölf Ritzel am Hinterrad und ein bis drei Kettenblätter an der Kurbelgarnitur. Diese Vielfalt benötigt Können und Routine in der Bedienung sowie mehr Wartung und Pflege als ein Getriebe. Dafür bietet die 22- bzw. 30-Gang-Kettenschaltung das geringste Gewicht, einen großen Übersetzungsbereich (540/575 Prozent), ist weltweit verfüg- und reparierbar und hat – in gutem Wartungszustand – den besten Wirkungsgrad. Dabei ist immer wieder erstaunlich, wie gut Kettenschaltungen selbst unter widrigsten Bedingungen funktionieren. Speziell Viel- und Ganzjahresfahrer müssen sich aber auf einen erhöhten Pflege- und Wartungsaufwand einstellen. Auch die Kosten für verschlissene Ketten (alle 1.500 bis 3.000 Kilometer) und Kassetten (alle 3.000 bis 6.000 Kilometer) sind nicht zu vernachlässigen.

Für besonders leichte Räder ist die Kettenschaltung quasi alternativlos, insbesondere in der 2×11-Ausführung. Diese »schlanke« Kettenschaltung bietet sehr leichte Berggänge und ist einfacher zu bedienen. Dafür sind die Gangsprünge größer als bei 3×10 und es fehlen die »schnellen« Gänge. Für alle Kettenschaltungen gilt: Nur wer die Bedienung einer 22- bzw. 30-Gang-Kettenschaltung im Schlaf beherrscht, wird deren Vorteile auch nutzen können. Eine Ausnahme bildet die 1×12 Kettenschaltung: Weniger Wartungsaufwand, einfach zu bedienen, aber nur 500 Prozent Übersetzungsbereich.
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Rohloff-Speedhub-Nabenschaltung

Die Legende aus Kassel – Bereits seit 1998 am Markt, hat sich die Rohloff-Nabe einen Nimbus erarbeitet, der in der bisherigen Fahrradtechnik-Geschichte einmalig ist. Dabei ist auch die Rohloff-Speedhub nicht unkaputtbar und auch nicht absolut störungsfrei. Aber dennoch, keine andere Schaltungstechnik bzw. ähnlich komplexes Stück Fahrradtechnik, ist so langlebig, zuverlässig und robust wie die »Speedhub«. Laufleistungen von weit über 100.000 Kilometern sind keine Seltenheit, und selbst solche Langläufer werden bei einer Werksüberholung wieder tipptopp auf Vordermann gebracht. Somit bleibt die Rohloff die optimale Wahl für alle, die Wert auf Bewährtes legen. Besondere Ansprüche stellt die Rohloff-Nabe allerdings an die Speichen- und die Felgenauswahl. Wir verwenden ausschließlich von Rohloff empfohlene Kombinationen. Gegenüber einer Kettenschaltung muss ein Mehrgewicht von insgesamt 1.400 Gramm in Kauf genommen werden und zudem ein kleinerer Übersetzungsbereich (526 Prozent, Abstufung 14 Prozent). Auch das Getriebegeräusch in den leichten Gängen gehört einfach dazu.

Rennlenker-Lösung für die Rohloff — Die Zeiten der Improvisationen und Bastelllösungen sind vorbei. Wir bieten mit »CoMotion« und »Cinq-Shift-R-Road« gleich zwei feine Rohloff-Rennlenker-Lösungen an, die sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen..
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Pinion-Getriebebox

Zwei Ingenieure aus Stuttgart beschreiten mit einer spektakulären Getriebebox einen ganz neuen Weg in Sachen Fahrradschaltung. Das Spitzenmodell P1.18 bietet sagenhafte 18 Gänge und einen Übersetzungsbereich von 636 Prozent; das ist sozusagen Weltrekord. Fahren und Schalten tut sich das Ganze im positiven Sinne unspektakulär gut. In der Fahrpraxis genießt man einfach das immense Potenzial des Getriebes.

Im direkten Vergleich mit der Rohloff-Speedhub sprechen für das P1.18-Pinion-Getriebe der Übersetzungsbereich, die feinere Abstufung (11,5 Prozent beim P1.18), die höhere Laufradflexibilität und das definiertere Schaltverhalten. Dagegen stehen nochmals 900 Gramm mehr Gewicht und der höhere Preis sowie die Notwendigkeit eines speziellen Rahmens.

Inzwischen gibt es die Pinion-Getriebebox mit sechs, neun und zwölf Gängen und in zwei Ausführungen (P- und C-Linie). Wir beschränken uns inzwischen auf die Modelle P1.18 und C1.12, und trotz des stolzen Preises ist das Spitzenmodell P1.18 das am meisten gewünschte Pinion-Getriebe – zumindest ohne E-Antrieb. In Verbindung mit dem Neodrives-Nabenmotor ist unser Favorit jedoch ganz klar das C1.12-Getriebe.
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Felgen- oder Scheibenbremse

Inzwischen ist die Scheibenbremse der Standard. Dennoch sollten auch bei dieser Entscheidung nicht Prestige- und Optimierungsüberlegungen im Vordergrund stehen, sondern – sofern es die technischen Rahmenbedingungen erlauben – der Einsatzbereich und die Handhabung.

Magura HS33 Felgenbremse, der Inbegriff der Null-Problem-Bremse
Hydraulische Scheibenbremse

Scheibenbremse

Für viele Fahrradgattungen und Reifenformate ist die Scheibenbremse inzwischen ohne Alternative. Ein Umstand, mit dem sich nicht nur sehr gut leben lässt, sondern der auch handfeste Vorteile bietet: so zum Beispiel gute Nassbremseigenschaften und geringerer Verschleiß im Winter- und Schlechtwettereinsatz. Nur die Scheibenbremse garantiert superbe Bremsleistung unter allen Bedingungen. Zumindest wenn die Bremssockel plan-parallel gefräst sind und der Bremssattel akkurat eingestellt ist. Ebenfalls ein großer Vorteil der Scheibenbremse: Es können verschiedene Laufradformate – z. B. 26- und 27,5-Zoll – in ein und demselben Rad verwendet werden.

Scheibenbremsen stellen jedoch höhere Ansprüche an die Stabilität von Rahmen, Gabel und Laufrädern und an das technische Verständnis des Nutzers. Beschädigungen durch den Transport in Bus, Bahn und Flugzeug oder auch durch Fahrradständer (!) können eine Scheibenbremse außer Funktion setzen, ebenso wie das versehentliche Verschmutzen mit Kettenspray und Pflegeöl. Etwas anspruchsvoller sind auch der Ein- und Ausbau der Laufräder. Diese verlangen mehr Umsicht und Sorgfalt als bei einer Felgenbremse. Systemimmanent sind zudem gelegentliche Schleifgeräusche, völlig unabhängig davon, ob Schnellspanner oder Steckachsen verwendet werden.
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Felgenbremse

Die Felgenbremse ist für manche Nutzer nach wie vor eine adäquate Lösung, auch für sehr hochwertige Räder. Allerdings kann die Felgenbremse bei einer Vielzahl technischer und konzeptioneller Weiterentwicklungen nicht mehr verwendet werden, da die Einbau- maße der Felgenbremse konstruktiv enge Grenzen setzen. Generell ist die Felgenbremse leicht, simpel (V-Brake) und einfach zu handhaben, wenn z. B. ein Laufrad aus- oder eingebaut werden muss. Seit Jahrzehnten als besonders unempfindlich, anwendungsfreundlich und pflegeleicht hat sich die hydraulische Felgenbremse Magura HS33 bewährt.
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