Finder Abenteuer und Alltag

Der »Finder« ist eine unkonventionelle und facettenreiche Mischung aus Abenteuer- und Nutzfahrzeug. Mit dem Finder bewältigt man so legendäre Offroad-Strecken wie die 4.600 Kilometer lange »Great Divide« oder auch nur die Pendlerstrecke zur Arbeit und natürlich so ziemlich alles dazwischen.

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FD2

FD2
Finder mit Vollausstattung, schlanker Bereifung und 1x12-Kettenschaltung Alltag, Touren, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen FD-100
  • Größe M
  • Farbe RAL 6029
  • Systemgewicht 130 kg
  • Gewicht 15,0 kg

FD3

FD3
Finder mit Federgabel und Federstütze für sehr ruppige Wege und Strecken Sport, Bikepacking, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen FD-100
  • Größe M
  • Farbe RAL 3020
  • Systemgewicht 130 kg
  • Gewicht 16,0 kg

FD12

FD12
Finder FD12 puristisch mit Riemenantrieb und Tubeless-Bereifung Bikepacking, Reisen, Alltag Mehr erfahren
  • Rahmen FD-1300
  • Größe L
  • Farbe 6034
  • Systemgewicht 140 kg
  • Gewicht 15,5 kg

Wer, aus welchen Gründen auch immer, dem motorisierten Verkehr aus dem Weg gehen möchte, muss häufig auf holprige Pisten oder anderweitige Restflächen (können auch identisch mit Radwegen sein …) ausweichen. Allerdings ist es selbst in den fahrradfeindlichsten und exotischen Regionen meist so, dass sich Schlagloch-, Schotter- und Wellblechpisten mit guten Asphaltstrecken abwechseln.

Kroatische Radroute mit Überraschungen – 500 Meter davor ging’s noch über feinsten Asphalt …

Dagegen gilt für die dicht besiedelten Regionen Mitteleuropas mitunter: Da, wo eine asphaltierte Straße hinführt, ist es vorbei mit etwas Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit. Die kleinen und großen Abenteuer und Entdeckungen fangen unter Umständen da an, wo der Asphalt immer mal wieder endet. Kurzum, der breit gefächerte »Mischbetrieb« ist für nicht wenige Regionen und Einsatzbereiche die Regel, und ein dafür geeignetes Fahrrad sollte den Spagat zwischen schwerem Geläuf und Asphalt leisten, also echte Offroad-Eigenschaften und hohe Effizienz (Leichtlauf) vereinen.

27,5-Plus: Offroad und Effizienz

Mit den klassischen Reifenformaten ist dieser Spagat jedoch nicht zu schaffen. Während es den Reifengrößen 55-559 bzw. 50-584 an Komfort und Traktion auf grobem Untergrund fehlt (insbesondere in der Verbindung mit Gepäck), ist das andere Extrem, das Fatbike, auf Asphalt oder guten Forst- und Landwirtschaftswegen nicht effizient genug bzw. unterfordert.

Mit dem sogenannten »27,5-Plus-Reifenformat«, das zwischen Mountainbike und dem Fatbike liegt, lässt sich dieser Spagat meistern. Die 57 bis 70 Millimeter breiten Reifen kommen dem Ideal, Omniterra-Eigenschaften, Alltags- und Tourentauglichkeit sowie Effizienz (Gewicht, Rollwiderstand) unter einen Hut zu bringen, verblüffend nah. Allerdings ist das üppige Reifenformat nur die halbe Miete. Damit 27,5-Plus sein Potenzial entfalten kann, müssen diese Reifen zwingend mit breiten Felgen kombiniert werden. Erst die Kombination aus großem Felgenhorn-Abstand (30 bis 40 Millimeter) und breitem Reifen ermöglicht es, den Luft- druck auf unter ein Bar zu reduzieren, ohne das Weg- knicken der Reifen in Kurven oder im Wiegetritt zu riskieren.

Das 70-Millimeter-Format: Super-Moto-X und Rocket-Ron
Das 57-Millimeter-Format: Schwalbe G-One und Thunderburt
Schwalbe Almotion in 55-584, gemäßigter Alltagsreifen
Schwalbe Hurricane in 57-584, gemäßigter Allroundreifen

Allerdings – dies sei an dieser Stelle schon angemerkt – ist das Variieren des Luftdrucks kein Müssen, vielmehr ein Können. Sprich auch ein Finder kann mit konstanten »Lieblingsluftdruck« als alltagstauglicher Generalist genutzt werden.

Die wichtigsten Eigenschaften und Merkmale von 27,5-Plus

  • Komfort und Sicherheit — Das neue Reifenformat hat zirka 25 Prozent mehr Volumen im Vergleich zu Reifen mit 2,15 bis 2,3 Zoll Breite. Beim niedrigsten, noch fahrbaren Luftdruck haben die Reifen zirka 60 Prozent mehr Aufstandsfläche, wobei das Gewicht nur um fünf Prozent zunimmt. Für die Fahrpraxis bedeutet dies: mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Traktion.
  • Rollwiderstand im Gelände — Je besser der Untergrund, desto höher darf der Luftdruck sein. Je nach Reifentyp haben B-Plus-Reifen bei 1,5 bis 2,0 Bar Luftdruck einen Rollwiderstand, der nur geringfügig über durchschnittlichen Rennradreifen liegt.
  • Rollwiderstand auf Asphalt — Je besser der Untergrund, desto höher darf der Luftdruck sein. Je nach Reifentyp haben B-Plus-Reifen bei 1,5 bis 2,0 Bar Luftdruck einen Rollwiderstand, der nur geringfügig über durchschnittlichen Rennradreifen liegt.
  • Gewicht — Sowohl Reifen als auch Felgen sind ver­gleichs­­weise leicht. Mit einem Felgengewicht von 600 und einem Reifengewicht von 750 bis 1.100 Gramm liegt man im Bereich üblicher Bauteile.
  • Standardtechnik — Ein Vorteil des Plus-Formats liegt darin, dass man zumindest bis zur Reifengröße 70-584 Standard-Fahrradtechnik (Naben, Antrieb, Schaltung) sowie reguläres Zubehör verwenden kann.
  • Alltagstauglichkeit — Für »27,5-Plus« haben wir passende Schutzbleche und Gepäckträger fertigen lassen, und es gibt inzwischen eine Vielzahl von Reifentypen – vom Allround- bis zum Spikereifen.
  • Ersatzteilversorgung — Sicher, wenn es um die weltweite Ersatzteilversorgung geht, ist 26 Zoll weiterhin (noch) das Maß der Dinge. Allerdings überall da, wo es hochwertige MTBs gibt, gibt es auch Ersatzteile für B-Plus.
  • Self steering — Je nach Untergrund, Reifenmodell, Profil und Luftdruck neigen die breiten Reifen zu einem milden Eigenlenkverhalten in Richtung Untersteuern.
FD2 als pures Basisrad, Gewicht 13,9 kg
FD2 gleiches Rad mit Alltagsausstattung, Gewicht 15,3 kg

Einsatzbereiche und Nutzergruppen

Der Finder ist ein Generalist für Unternehmungen jenseits des Asphalts, also ideal, wenn überwiegend unbefestigte und grobe Strecken im Alltag, in der Freizeit und auf Reisen dominieren. Mit dem entsprechenden Reifen – respektive dem passendem Luftdruck – wird der Finder auch Asphalt-tauglich. Für wen dieses Rad interessant sein könnte, wollen wir hier kurz skizzieren:

  • Abenteurer — Die im »Bikepacking-Style« (Minimalgepäck am Rahmen untergebracht) fern des Asphalts unterwegs sein wollen. Natürlich gehen auch alle Mischformen.
  • Mountainbiker — Die ein unkompliziertes Reise-MTB suchen, das auch mit Gepäckträger, Schutzblechen und Packtaschen ausgestattet werden kann.
  • Reiseradler — Die sich auf Strecken wie dem Iron-Curtain-Trail-Radweg weder quälen (Pistenabschnitte) noch sich unnötig plagen wollen (Asphaltabschnitte).
  • Globetrotter — Die auf den Pistenabschnitten dieser Welt sicher und komfortabel unterwegs sein wollen und die (noch) eingeschränkte Ersatzteilversorgung (Reifen, Felgen) dafür in Kauf nehmen.
  • Genießer und Entdecker — Es muss nicht immer das Extreme sein. Der Finder ist auch eine entspannte Entschleunigungsmaschine, die den Blick weitet.
  • Pendler — Deren Alltagsstrecke über »Stock und Stein« führt.

Der Arbeitsweg wird zur Lebensqualität

Fahrradwelt »Finder«

Mit dem Finder haben wir ein Fahrrad entwickelt, welches voll und ganz auf alltagstaugliche 27,5-Plus-Reifen abgestimmt ist und dennoch über die so typischen Velotraum-Merkmale verfügt wie Vielseitigkeit, Kompaktheit, Belastbarkeit und umfassende Anpassbarkeit an persönliche Wünsche und Anforderungen. Salopp formuliert kombinieren wir die 20-jährige Produktreife des »Konzepts« mit dem erweiterten Horizont durch das Fat-Tourenbike »Pilger«.

Herausgekommen ist eine Fahrradwelt, deren Alltags-, Reise- und Offroad-Eigenschaften deutlich über die Möglichkeiten eines üblichen Moutainbikes hinausgehen. In der Fachzeitschrift Trekkingbike 1/2018 bezeichnete der damalige Chefredakteur Tom Bierl den Finder gar als »einen Idealtypen dieser neuen Generation Reiseräder«.

Inzwischen hat der Finder genau dieses Produktversprechen vielfach eingelöst. Da sowohl Kettenschaltung als auch Rohloff-Speedhub und Pinion-Getriebe zur Verfügung stehen, bleibt auch technisch kein Wunsch offen. Basis für den Finder sind die Rahmen »FD-100« und »FD-1300«. Die wichtigsten Merkmale der beiden Rahmen sind:

  • FD-100 — Durch den Exzenter und die multifunktionalen Ausfallenden ist der FD-100 für Kettenschaltung (2×11, 1×12) oder Rohloff-Speedhub geeignet. Da wir dem Reifendurchlauf die höhere Priorität eingeräumt haben, ist kein Carbon-Riemen möglich.
  • FD-1300 — Für das Piniongetriebe konzipierter Finder-Rahmen, für Kette oder optional Carbon-Riemen.
  • Standardkomponeten — Beide Finderrahmen sind so konzipiert, dass gut verfügbare Standardkomponenten verwendet werden können. Damit ist eine problemlose Ersatzteilversorgung gewährleistet. Lediglich bei Schutzblechen und Gepäckträgern lassen wir uns spezielle Ausführungen fertigen.
  • Steuerrohr für Tapered — Mit dem konischen (tapered) Steuerrohr entspricht der Finder dem Standard moderner Moutainbikes und ist für Federgabeln mit 100 bis 120 Millimeter Federweg geeignet.
  • Anlötteile — Es sind Gewinde für Schutzbleche, Gepäckträger, Lowrider (max. bis 62-584 Reifengröße), Flaschenhalter und Salsa-Anything-Cages vorhanden.
  • Steckachse — Beim FD-1300 sind optional Steckachsen möglich, bei den Federgabeln obligatorisch
  • Robustheit — Der Finder ist auch ein sehr schönes Sportgerät! Allerdings haben wir den Fokus nicht auf den Leichtbau gesetzt, sondern auf die Belastbarkeit.

Fazit

Der Finder ist eine neue Generation Reise- und Alltagsrad, der den immer individuelleren Vorstellungen vom Unterwegssein mehr Freiräume bietet als dies momentane Fahrrad-Formate vermögen. Seine Reserven für das Unerwartete – so etwas nennt man mitunter auch Abenteuer – sind dabei ein herausragendes Merkmal. Über die Dosis an Abenteuer und Wagemut entscheidet somit allein der Fahrer. Die Reserven des Finders sind zwar nicht unbegrenzt, aber je nach Detail-Ausstattung doch beachtlich.

Finder-Studien von Markus Mehigan