Frauen in der Fahrradbranche:
Monika Schwarz von Fahrrad Claus, Trebur

Frauen in der Fahrradindustrie: Wir haben nachgefragt bei unseren velotraum-Partnerhändlern, speziell bei denen, von denen wir wussten, dass dort Frauen arbeiten – von der Geschäftsleitung, über den Verkauf bis zur Werkstatt.


Fahrrad Claus hat nicht nur Premiumräder wie die von velotraum im Sortiment, sondern auch Räder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Beratung auf Augenhöhe wird hier großgeschrieben, besonders für Frauen, wofür Monika persönlich sorgt. Ende März organisierte sie einen velotraum-Erlebnistag bei uns und brachte eine Busladung voller velotraum-Fans aus dem Rhein-Main-Gebiet mit.

Zur Person: Monika Schwarz

Stell dich kurz vor. Wie heißt du, was sind deine Aufgaben bei Fahrrad Claus?


"Monika Schwarz. Ich bin bei Fahrrad Claus zuständig für Reha- und Therapiefahrräder und deren individuelle Anpassung sowie Beratung und Verkauf."

 

Was war zuerst: die Liebe zum Fahrrad oder die Mitarbeit bei Fahrrad Claus?

Monika Schwarz: „Ich bin als Kind sehr ungerne Rad gefahren, da mir kein leichtgängiges Rad zur Verfügung stand. Mit meinem ersten vernünftigen Rad hat sich das dann geändert. Von da ab war dies mein liebstes und auch am häufigsten benutztes Fortbewegungsmittel.“

 

Was ist dein liebster Radfahrmodus: Pendeln, Radreise, Gravel, Rennrad, Touring?

Monika Schwarz: „Die Nutzung hat sich über die Jahre und auch die verschiedenen Lebenssituationen immer wieder verschoben: Pendeln, Alltag, Reise, Gravel (seit 30 Jahren, damals hieß das nur nicht so.), Kinder- und Lastentransport, Rehafahrten auf dem Pino.“

 

Fährst du auch allein Radtouren, kannst du eine Panne beheben?

Monika Schwarz: „Ja ich kann einiges (leider nicht alles) an meinen Rädern reparieren. Aber dafür habe ich meine Werkstatt.“

 

Hattest du jemals Probleme, in der „männerdominierten Fahrradwelt?“ ernstgenommen zu werden? Wenn ja, hast du ein Beispiel?

Monika Schwarz: „Probleme sind, wenn man es als Problem empfindet. Früher (angefangen habe ich in der Fahrradbranche vor 32 Jahren) gab es öfter fragende Blicke, wenn man den passenden Schlauch auf die Theke gestellt hat. Das passiert mittlerweile so gut wie nicht mehr. Ab und an gibt es immer noch die Männer, die unbedingt vom Chef bedient werden müssen. Wir (unsere Meisterin aus der Werkstatt und ich) geben die Kunden dann gerne an unsere männlichen Kollegen weiter…“

 

Hast du das Gefühl, dass sich für Frauen in der Branche in den letzten Jahren etwas geändert hat? Wenn ja, was?

Monika Schwarz: „Für uns Frauen (nicht nur in unserer Branche) hat sich in den letzten Jahrzehnten (oh man bin ich alt) einiges verändert, da ist aber immer noch Luft nach oben.“

 

Wünschst du dir mehr Frauen in der Branche? Wenn ja, warum?

Monika Schwarz: „Ich wünsche mir, dass jeder Mensch den Beruf ergreifen kann, der zu ihm passt.
Wir haben bei uns im Betrieb eine hohe Frauenquote. Auch haben wir ein richtig gutes Betriebsklima und das Arbeiten im Team macht Spaß.
Unsere Kundschaft profitiert auch davon.“

 

Was würdest du Frauen raten, die in der Fahrradbranche arbeiten wollen und denen, die als Kundin auf Augenhöhe beraten werden wollen?

Monika Schwarz: „Wenn Ihr für das Thema Fahrrad brennt, sucht Euch einen Betrieb der menschlich zu Euch passt und legt los.
Was würde ich KundInnen raten, die auf Augenhöhe beraten werden wollen:
Kommt zu uns, das machen wir, ganz egal wer von uns wen berät.“

 

Fazit von Monika: Bei Fahrrad Claus gibt es mehrere Frauen im Team, das Betriebsklima ist gut, allerdings musste sich Monika anfangs als Frau in der Branche besonders bei den männlichen Kunden beweisen. Das ist ihrer Meinung nach mittlerweile besser geworden, aber es gibt noch Luft nach oben. Monika liebt das Radfahren und ihren Job in der Branche.