Gedenkfahrt zum zweiten Todestag von Andreas Mandalka, alias Natenom

Am 31.01.2026 traf sich eine große Gruppe von Radfahrenden bei uns im velotraum-Laden, um sich kurz aufzuwärmen, bevor es auf die Gedenkfahrt für Natenom ging. Organisiert wurde der Demo-Zubringer aus Renningen und Stuttgart vom ADFC Renningen und dem Zweirat Stuttgart.


Velotraum-Freund Matthias aus Renningen hat wieder einen sehr bewegenden Bericht geschrieben, den wir hier gerne teilen wollen.

 

Der Bericht von Matthias:

„441 Radfahrende kamen 2024 in Deutschland ums Leben. Oftmals bleiben solche Zahlen für viele vermutlich erstmal einfach Zahlen.

Einer von diesen 441 im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden ist Natenom, der vielen als Fahrradaktivist und Blogger ein Begriff war. Am 30.01.2024 wurde er auf dem Heimweg von einem Autofahrer gerammt und dabei getötet. Aus dem Anlass des zweiten Jahrestags gab es am 31. Januar 2026 erneut eine Gedenkdemo.

Ab Stuttgart gab es auch dieses Jahr wieder eine Zubringer-Demo nach Pforzheim. In Renningen bin ich zum Zubringer dazugestoßen. Kurz darauf konnten wir uns in Weil der Stadt bei velotraum aufwärmen und mit Brezeln stärken, bevor die Fahrt durch das Würmtal weiterging. Der Zubringer aus Stuttgart kam letztendlich mit 37 Personen in Pforzheim an.

Dort startete die eigentliche Gedenk-Demonstration zunächst mit einer Kundgebung. Dort meldete ich mich spontan als Ordner für den folgenden Demozug. Mit ungefähr 180 Personen ging es von der Staatsanwaltschaft Pforzheim aus los. Noch in Pforzheim gab es einen Bikedown und eine Schweigeminute mit Erklärung für das zu diesem Zeitpunkt umstehende Publikum. Dadurch hat das Thema nochmal ordentlich Aufmerksamkeit bekommen. Nach der Schweigeminute ging die Fahrt weiter in Richtung Unfallstelle aus dem Nagoldtal hinauf und durch Hohenwart und Schellbronn.

Dabei ist mir plötzlich ein schwarzes Velotraum-Rad aufgefallen. Auf Nachfrage hat sich mein Gedanke bestätigt: Es ist das Velotraum-Rad von Natenom (dieses Fahrrad war nicht das Unfallrad). Das Rad ist zwischenzeitlich in gute, neue Hände gekommen und wird nach wie vor bewegt.

 

An der Unfallstelle angekommen, gab es weitere Wortbeiträge. Darunter auch ein sehr rührender Beitrag seiner Mutter. Die L574 war dabei komplett für das Gedenken gesperrt.
Die Renninger und Stuttgarter haben sich von der Unfallstelle aus als spontane Critical Mass direkt wieder in Fahrtrichtung Heimat aufgemacht - jedoch nicht, ohne sich noch in Neuhausen mit Pizza zu stärken.

Insgesamt war es damit auch dieses Jahr wieder trotz traurigem Anlass ein guter Tag und eine gelungene Veranstaltung. Und wie es Natenoms Mutter sinngemäß sagte, hat sich auf seiner Wolke sicher auch Natenom gefreut und zu seinem Plüsch-Elefanten Kagube gesagt „Guck mal: Da engagieren sich so viele Menschen für den sicheren Radverkehr. Da können wir uns ausruhen“.“

Danke Matthias für den ausführlichen Bericht, danke an Karsten vom Zweirat Stuttgart und Martin vom ADFC-Renningen für die Organisation und an meine Kollegen von velotraum für die Unterstützung bei der kleinen Bewirtung.