Das Warten hat sich gelohnt – Die für den Pedelec-Einsatz konzipierte Suntour-Raidon-SF18 passt prima zum »E-Finder« mit Steps-8000-Antrieb.

Ja warten – Es ist es geradezu unglaublich, dass bei der unüberschaubaren Fülle an Federgabeln bisher nichts passendes für unser B-Plus-Pedelec dabei war …
Geschuldet ist dieser Umstand unserem ungewöhnlichen Anforderungsprofil an eine MTB-Federgabel: Pedelec- und MTB-Freigabe, steif, bezahlbar, B-Plus-geeignet und mit Anbringungsmöglichkeiten für Schutzbleche und Scheinwerfer. Anhand der Spezifikation und technischen Zeichnungen war zwar nicht mit letzter Gewissheit herauszulesen, ob die »Raidon SF18« unserem Pflichtenheft vollumfänglich entspricht, um so größer die Freude und Erleichterung beim Eintreffen der Federgabel: alles so wie es sein soll.
Federgabel und B-Plus-Bereifung
Als wir vor zweieinhalb Jahren den E-Finder entwickelten, haben wir den Einsatz einer Federgabel bewusst ausgeschlossen. Die voluminösen Reifen sollten für den angestrebten Omniterra-Einsatz ausreichen, und zudem wollten wir einen möglichst großen Abstand zum E-Moutainbike halten. Inzwischen wissen deutlich mehr um die phänomenalen und einzigartigen Möglichkeiten unserer Räder und sehen die Überschneidung mit den meist hochspezialisierten E-MTB gelassen. Unter rein pragmatischen und funktionalen Aspekten spricht einfach nichts gegen die Erweiterung durch eine geeignete Federgabel, trotz bzw. sogar wegen des B-Plus-Reifenformat’.
Mit der Federgabel legen Komfort, Sicherheit und die mögliche Fahrdynamik auch beim E-Finder nochmals spürbar zu. Speziell die ersten beiden Aspekte – Komfort und Sicherheit – sind schon auf vergleichsweise moderaten Strecken wie Forst-, Landwirtschaftswege oder Kopfsteinpflaster spürbar.



Dabei bleibt das Fahrverhalten nahezu unverändert. Auf den ersten Testfahrten bestätigten sich die bereits mit dem »Finder« gemachten Erfahrungswerte: auch ein E-Finder lenkt sich mit Federgabel neutral und wendig. Ebenfalls sofort erfahrbar,im schwereren Pedelec entwickeln Reifenformat und Federgabel nochmals mehr Vorzüge als in einem klassischen Finder, da sich deren größere Masse nicht so einfach um Hindernisse herum manövrieren oder drüber lupfen lässt.
Darüber hinaus ist eine leistungsfähige Federsattelstütze mit 50 bis 70 Millimeter Federweg wärmsten zu empfehlen und bergab gilt für so ein Gefährt mehr denn je: Hirn anschalten und das persönliche Fahrkönnen realistisch einschätzen …
Apropos Grenzen – Ganz explizit wollen wir darauf hinweisen, dass eine Alltagsausstattung, insbesondere ein fest montiertes Schutzblech, der Fahrdynamik Grenzen setzt. Auch spezielle Schutzbleche wie das A75-584 schwingen auf grobem Untergrund einfach zu stark und rappeln beängstigenden am Reifen. Für den regelmäßigen Semi-Mountainbike-Einsatz funktioniert nur vorübergehendes oder dauerhaftes Umrüsten auch kleine Schmutzabweiser wie abgebildet.
Da wir das Design des Rahmendreiecks bzw. Unterrohrs nicht für die Federgabel ändern wollten, kommt generell ein Block-Lock-Steuersatz von »Acros« zum Einsatz. Der verhindert zuverlässig, dass Federgabel und Unterrohr beim Umschlagen des Lenkers kollidieren.
Fakten zur Raidon SF18
- Luftfedergabel mit Zug- und Druckstufendämpfung und Lockout mit Bedienung vom Lenker
- Federweg 120 Millimeter (wir haben 110 ermittelt)
- Gewicht 2.137 Gramm, Einbaulänge 520 Millimeter
- Gabelschaftlänge 270 Millimeter tapered, Steckachse 110/15
- Lieferumfang: mit Mini-Schutzfänger, ohne Pumpe
- Gabel kann in alle bestehenden E-Finder nachgerüstet werden
Kommentare
Gäääähn, also Federgabeln gibt es schon ewig, nichts neues. Aber hier wird nen ganzer Artikel dafür geschrieben… Und die Gabel dann in Schwarz… Sieht nicht sonderlich gut aus. Ich finde für ein Rad von über 5000,-€ sollte diese zumindest in Rahmenfarbe sein, aber das bekommt Velotraum seit Jahren nicht hin. Naja mittelmäßig. Auch wenn der Knick im Rahmen seinen Sinn hat, gut aussehen tut es nicht. Ich muss sagen früher sahen die Räder von Velotraum besser aus.
Kleiner Tip: Das Rücklicht macht echt ne dünne Nummer, das bekommt jeder Schrauber besser hin.
Wäre cool mal was neues hier zu lesen, als die vielen Schulterklopfertypen, die hier so schreiben (Gratulation zum 1. Platz! – weiter so)! Reflektiertes Urteilsvermögen? Fehlanzeige!
Hallo Floh,
in Deiner Kritik liegt sicher ein Fünkchen Wahrheit. Sie ist jedoch in dieser Breite nicht gerechtfertigt. Velotraum verkauft Fahrräder, die ein bisschen abseits des Mainstream stehen. Sie bieten auf der Homepage immer wieder Informationen zu ihren Fahrrädern an und versuchen damit ein Lebensgefühl zu vermitteln. Man sollte dies nicht aus den Augen verlieren, wenn man das “Velotraum” als sein Wunschfahrrad sieht.
Ich mag die Informationen von Velotraum und versuche dabei, die Brille auch einmal abzusetzen.
Naja, wenn sich Kritik auf die Optik des Rads und die Zwischenwerbung im Blog beschränkt, kann man damit glaube ich gut leben. Ersteres liegt im Auge des Betrachters. Naja die schwarze Federgabel beisst schon, aber Suntour wird wohl kaum auf Sonderwünsche von Velotraum-Kunden eingehen. Aber so ein schöner schwarzer Rahmen hat auch was. Den Knick findet wohl jeder Sitzriese hübsch, der endlich bequem radeln kann ohne sich Gedanken um seine Klöten machen zu müssen. Und das Rücklicht… jo mei… auch nicht mein Geschmack.
Der Velotraum-Blog ist aber bei mir gerne gesehen. Da schau ich immer wieder gerne rein. Dass da auch mal Werbung in eigener Sache drin ist, kann man nicht verübeln. Würde jeder genauso machen.
BTW… wie gehts eigentlich Pit nach seinem Unfall ???
Mal eine Bemerkung zum Thema Federgabel in Rahmenfarbe. Wie soll das denn eigentlich logistisch funktionieren, wenn die Federgabel in Fernost (oder den USA) zusammengebaut und nach Europa gesendet wird, dann kann sie wohl kaum zusammen mit dem Rahmen pulverbeschichtet werden. Selbst wenn man alles kritsche außen abkleben würde, dann würden aber immer noch die Dichtungen im Innern die Temperaturen beim Pulverbeschichten nicht überleben. Und die Gabel zu demontieren erscheint mir dann doch zu viel Aufwand. Es muss halt auch alles in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen. Ich finde schwarz noch relativ neutral und o.k..
Gruß Ralf
@ Rainer Harz: Pit geht es nach seinem Unfall wieder ziemlich gut: Er fährt wieder mit dem Rad zur Arbeit und wuppt wie zuvor ein gewaltiges Arbeitspensum :-)
Respekt, wie gelassen auf Flohs Kommentar eingegangen wurde.
@Frank, Rainer, Ralf, Raphael & Stefan usw.
Die Frage war: Wie soll das logistisch funktionieren? Ganz genauso wie das andere Hersteller auch machen. Jetzt kommt sicher wieder die Aussage: Ja Velotraum baut ja auch nicht 15 000 Fahrräder wie andere Hersteller. Antwort: Andere Hersteller verlangen auch nicht 2300€ für ein Deore Fahrrad. Ganz einfach wenn man so viel Geld ausgibt, dann kann man auch eine entsprechende Federgabel verlangen – ganz nach dem Motto: Velotraum baut dir kein Fahrrad von der Stange, sondern ein Individuelles.
Das ist aber von der Stange, wenn das nicht möglich ist. Zum Hintergrund:
Ja, ich fahre auch ein Velotraum und es fährt sich gut, allerdings der Service ist nicht der Beste. Mein Rad habe ich vor knapp 4 Jahren gekauft in Weil der Stadt – bestellt bei HERR STIENER. Lief alles gut.
Abholung dann NICHT bei Herr Stiener, das war dann bei einem Praktikanten oder ähnlichem – Abfertigung Ruk Zuk. Die Fehler bei der Fertigung wurden dann auch behoben. Genau war man aber nicht (4 falsche Bauteile) – ein Teil davon wurde dann ausgetauscht.
Mein Arbeitskollege hat das gleiche ebenfalls erlebt. Er hat sein Fahrrad vor knapp einem halben Jahr bestellt und ebenfalls Ungenauigkeiten erlebt bei der Produktion (Ein Finder). Sowas darf einem Hersteller nicht in Reihe passieren (Ich habe ihn vorgewarnt). Naja.
Dieses sogenannte „Velotraum-Fahrrad-Gefühl“ wird VOR der Bestellung berücksichtigt, NACH der Bestellung weniger…
Ich war damals eher unzufrieden, denn wenn ich ein Bastelrad will, dann kaufe ich mir ein VSF Fahrrad und lass mir Vorbau und Lenker ändern, dann habe ich das gleiche, ABER ich zahle keine 2300,-€ für ein Deore Fahrrad, an dem dann auch noch rumgebastelt wird!
Ich hatte danach Rücksprache gehalten mit Herr Stiener, aber kein „Es tut uns leid, wir bieten Ihnen 10% Preisminderung“ an oder ähnliches, damit sie auch Freude an Ihrem Fahrrad haben!?!? Statt dessen ein eher uneinsichtiger Herr Stiener. Das führt nicht zu guter Mund zu Mund Propaganda, sondern zu Unzufriedenheit.
Es fühlt sich nicht gut an beispielsweise die Shifter, Umwerfer von 2012 am Rad zu haben die Kurbel von 2013 – keine einheitliche Linie. Silber und Schwarz per Zufallstreffer…Die Schutzblechbefestigung am Gepäckträger zum Rücklicht ungekürzt – macht heute keiner mehr so!!! … Eine Schlampigkeit nach der anderen… Wer soviel Geld ausgibt möchte das aber klar haben und nicht sein Rad abholen und dann sowas…
Und wie gesagt so eine Arbeit übergibt dir dann der Praktikant… Ich denke jeder weiß warum…
->Mein Arbeitskollege hat sein Fahrrad ebenfalls bei einem 18 oder 19 jährigen Praktikanten abgeholt…
Und jetzt nochmal zurück zu meiner Kritik. Wenn so ein „Pups“ (aus meiner Sicht), wie eine neue Federgabel groß beworben wird, aber bei der Produktion so ungenau gearbeitet wird, der Chef uneinsichtig (Geld ist ja in der Tasche), dann kann man (ich) darüber nicht glücklich sein.
Und noch was. Ein guter Chef schreibt nicht ständig einen Artikel nach dem anderen (egal wie wichtig sie sind), sondern kümmert sich um seine Kundenzufriedenheit – sprich „Was kann ich tun, damit Sie als Kunde zufrieden das Geschäft verlassen? … Vielleicht über die nächste Federgabel schreiben…?“
@Floh: Ich kann einsehen, dass du deinen Frust hast. Aber bist du dir sicher, dass die Kommentarfunktion unter dem Artikel zu einer neuen Federgabel das richtige Forum ist, um deinen Frust zu verbreiten?
(Wobei ich mich gerade auch gefragt habe, an welcher Stelle man dies sonst tun würde. Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass die wesentliche Wirkung deiner Kommentare bei dir zu finden ist, weniger bei allen Lesern oder dem Velotraum-Team.)