Speedster Mehrkämpfer & Schubladensprenger

Speedster – was für ein wunderschöner und so überaus suggestiver Begriff für Tempo und Dynamik, nicht nur in der Fahrradwelt. Seit 2003 steht der Name »Speedster« bei Velotraum für rassige Fahrrad-Generalisten mit Rennlenker

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SP1

SP1
SP1 »pur« in der größten Rahmengröße, mechanische Scheibenbremse und 3x10 Kettenschaltung Sport, Gravel, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen SP-200
  • Größe XXL
  • Farbe RAL 5008
  • Systemgewicht 140 kg
  • Gewicht 11,1 kg

SP2

SP2
SP2 mit Cane-Creek-Stütze für noch mehr Komfort, mechanische Scheibenbremse und 2×11-Kettenschaltung Sport, Gravel, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen SP-200
  • Größe XL
  • Farbe RAL 4002
  • Systemgewicht 140 kg
  • Gewicht 11,3 kg

SP3

SP3
SP3 mit Cinq-Shift-R-Road, hydraulischer Scheibenbremse und Riemenantrieb; Reifenformat: 57-584 Alltag, Gravel, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen SP-300
  • Größe L
  • Farbe 1021
  • Gewicht 13,5 kg

Primus inter Pares

Dabei hat das Herausheben dieser Lenkerform sehr gute Gründe. Der Rennlenker bietet nicht nur sehr unterschiedliche und einmalige Griffpositionen, er prägt wie kein anderer Lenkertyp das Fahrgefühl und Fahrverhalten eines Fahrrades, er ist schlichtweg der Primus inter Pares. Allerdings stellt seine weit nach vorn und unten ausladende Form sehr spezifische Anforderungen an die Fahrradkonzeption und an die Physis des Fahrers. Daher ist es unumgänglich, dem Rennlenker eine einige Fahrradwelt zu widmen, die konsequent auf seine Anforderungen abgestimmt ist.

Speedster

Jahrzehntelang war der Rennlenker auf die Verwendung in Rennrädern beschränkt. Allenfalls eine Handvoll von Randonneur-Herstellern, also Langstrecken- und Reiserädern, konnten und wollten vom Rennlenker nicht lassen. So war es nicht verwunderlich, dass wir 1992 mit unserem ersten komplett selbst entwickelten Cross-Over-Rad (Rennlenker, breiter 26-Zoll-Reifen und dafür konzipierter Rahmen) überwiegend auf Desinteresse stießen. Doch wir ließen uns davon nicht entmutigen und entwickelten unsere Vision eines vielseitigen Rennlenker-Rads mit kompakten und breiten Reifen kontinuierlich weiter.

Seit 2003 bezeichnen wir diese Art von Fahrrädern als SPEEDSTER. Aus einer verkannten Idee ist über die Jahre eine kleine, feine Fahrradwelt mit wachsender Fangemeinde entstanden. Unisono wird von den Speedster-Fahrern geschätzt, wie virtuos diese Räder vermeintlich Widersprüchliches vereinen: Rennradfeeling und Nut­zungsvielfalt, Ele­ganz und Robustheit sowie Tempo und Alltagstauglichkeit.

SP1 als Sportgerät mit nix dran, Reifenformat 42-584
SP1 als Reiserad/Randonneur mit Trägern und Blechen, Reifenformat 42-584

Inzwischen gibt es wieder mehr Fahrradtypen mit Rennlenker, die über ähnliche Merkmale wie der Speedster verfügen. Hinsichtlich Vielseitigkeit und Reifegrad ist der Speedster allerdings all den Gravel-Road- und Commuting-Bikes immer noch ein oder zwei Nasenlängen voraus.

Unser Anspruch ist, eine funktional und mental vielseitige Alternative zu den marktüblichen Lösungen zu bieten. Schließlich ist bei den meisten Fahrradgattungen mit Rennlenker der appelative Leistungsdruck – Distanz, Zeit, Höhenmeter – quasi systemimmanent, ebenso wie der schon zwanghafteOptimierungswahn und eine aus dem Ruder laufende Spezialisierung. Auch dazu wollen wir mit der Speedster-Welt einen Gegenentwurf anbieten. Einen erlebnisorientierten und zeitlosen Generalisten für die genussvolle Lust und Freude an der Leistung, im Sinne von: »Auf manche Räder steigt man – und will dann immer weiter fahren«. [Andrea Reidl, ZEITonline]

Das Reifenformat

Neben der Lenkerform ist das Reifenformat und ein darauf abgestimmtes Rahmendesign von grundlegender Bedeutung. Die Kombination aus Rennlenker, kompakten Laufrädern und breiten Reifen wurde von Velotraum erstmals 1992 auf den Markt gebracht und erschließt mehr denn je faszinierende Eigenschaften.

Eine scheinbar ähnliche Konzeption findet man inzwischen auch bei »Bikepacking-Rädern« oder »Gravel-Road-Bikes«. Wir gehen beim Speedster jedoch deutlich weiter. Zum einen beschränken wir uns auf die Laufradgrößen 26 Zoll (559) und 27,5 Zoll (584), zum anderen ermöglichen wir Reifenbreiten bis 57 Millimeter (SP-300). Die Gründe dafür sind:

  • Fahreigenschaften — Das kompakte Gesamtdesign (Rahmen und Laufräder) vermittelt ein besonders definiertes und präzises Fahrgefühl, insbesondere die Kombination aus Stabilität und Agilität. Fahreigenschaften, die im Übrigen auch dann erhalten bleiben, wenn sich der Lenker mal nicht zehn Zentimeter unter dem Sattelniveau befindet.
  • Gewicht & Stabilität — Die kleineren Laufräder bestehen einfach aus weniger Material, sind somit leichter und lassen sich besser beschleunigen. Die günstigeren statischen Verhältnisse machen sie überdies noch belastbarer.
  • Komfort — Inzwischen haben selbst die beinharten Rennrad-Fachmagazine ihre Empfehlung unisono von den schmalen (23 Millimeter) auf breite (28-30 Millimeter) Reifenempfehlungen umgestellt. Kurzum, ein breiterer Reifen hat in der Summe überwiegend Vorteile. Die leichte Zunahme des Rollwiderstands (auf glattem Untergrund) wird dadurch ausgeglichen, dass der Radler ohne das Gerüttel leistungsfähiger bleibt. Aus diesem Grund werden selbst Profirennen auf schlechten Straßen inzwischen mit weniger Luftdruck gefahren. Die im Speedster möglichen Reifenbreiten (40 bis 57 Millimeter) ermöglichen einen Komfort-Luftdruck-Einsatz zwischen 1,0 und 3,0 Bar. Wichtig dabei zu wissen: Auf holprigen Strecken wie Kies- und Schotterwegen reduziert (!) ein angepasster Luftdruck den Rollwiderstand. Mit extrabreiten Felgen (Felgenhornabstand 28–30 Millimeter) lässt sich dieser Komfortaspekt und damit die Vielseitigkeit nochmals steigern.
  • Vielfalt — Die Auswahl an unterschiedlichsten Reifenmodellen und Ausführungen ist schlicht überwältigend. Garantiert findet sich so für jeden Einsatzbereich der passende Reifen.

Nutzergruppen und Einsatzbereiche

Natürlich kann eine Aufzählung der potenziellen Nutzergruppen bzw. Einsatzbereiche für einen Fahrrad-Mehrkämpfer nie vollständig sein. Sinn und Zweck des Ganzen ist es vielmehr, ein paar Anregungen zu geben:

  • Rennlenker-Liebhaber — Wenn alles passt, ist der Rennlenker der »König« unter den Lenkern und einzigartig hinsichtlich der Fahrdynamik und Ergonomie.
  • Pragmatiker — die bei Bedarf dem Straßenverkehr auf Nebenwegen ausweichen und sich von nassem Wetter (Straßen) nicht ausbremsen lassen wollen.
  • Pendler — mit dem Rad zur Arbeit – und zwar effizient, sicher und komfortabel. Der Speedster bietet rennradartigen Leichtlauf und die Option für breite Reifen und Felgen, Scheibenbremsen, Lichtanlage, Schutzbleche und Gepäckträger. Für den Ganzjahreseinsatz ist besonders der Speedster »SP3« mit Rohloff-Nabe prädestiniert.
  • Reiseradler — Nicht nur für ausgesprochene Bergziegen und Paris–Brest–Paris-Bezwinger (mehrfach mit einem Speedster gemeistert) ist der Speedster die leichtere und steifere Alternative zu traditionellen Randonneuren. Auch hier ist der Speedster SP3 – entweder mit Alu- oder Stahlrahmen – eine besonders wartungsarme, robuste oder auch belastbare Variante.
  • Gravel-Road- und Cross-Fahrer — Inzwischen entdeckt auch die Rennradwelt das Potenzial von »Rennrädern mit breiten Reifen« (TOUR 11/2015), allerdings ohne die Vielseitigkeit des Speedster zu erreichen. Insbesondere mit dem SP-300-Rahmen und Reifenformaten bis zu 60-584 tun sich da völlig neue Einsatzbereiche auf.

Die Rahmen und Gabeln

Kernstück sind zwei speziell für die Speedster-Welt entwickelte Rahmen und die dazu passende Gabel sowie eine »Rahmen-Leihgabe« aus dem KONZEPT.

SP-200 für Kettenschaltung

Im SP-200 stecken ein Vierteljahrhundert Erfahrung und Auseinandersetzung mit Rennlenker-Rädern. Die Lenk- und Rahmengeometrie des SP-200 ist wendig und agil, aber nicht so nervös wie beim Rennrad. In Verbindung mit dem 43 bzw. 44 Zentimeter langen Hinterbau erreichen wir die unisono hochgelobten und ausgewogenen Fahreigenschaften. Selbstredend ist die Oberrohrlänge konsequent auf die geometrischen Anforderungen des Rennlenkers und der aktuellen Brems-/Schaltgriffe zugeschnitten und daher kürzer als bei anderen Velotraum-Rahmen.

Die hohe Rahmensteifigkeit (120 Nm/°) garantiert nicht nur die souveränen und präzisen Fahreigenschaften – sie ist die Grundvoraussetzung für die angestrebte, vielseitige Nutzung. Das maximale Systemgewicht (Fahrer, Fahrrad, Gepäck) von bis zu 140 Kilogramm bietet dazu die entsprechenden Reserven. Unscheinbar aber elementar sind die Anlötteile, Gewinde und Querstege an der richten Stelle und in der richtigen Anzahl.

Auch beim SP-200 gilt das Velotraum-Motto: »Nicht der Kunde passt sich dem Fahrrad an, sondern das Fahrrad dem Kunden«. Ein längeres Steuerrohr und die 330 Millimeter Länge der A-405-Speedster-Gabel ergeben viel Spielraum bei der Anpassung der Lenkerposition.

SP-300 für Ketten- und Nabenschaltung

Der SP-300 ist der erste »Plattform-Rahmen« für die Speedster-Welt und sowohl für Kettenschaltungen als auch für Getriebenaben geeignet. Noch mehr Vielfalt bietet der SP-300 beim Reifenformat. Es passt von 50- bis 60-584 alles rein, bis 57-584 sogar mit passenden Schutzblechen. Damit ist klar: Die Domäne eines Speedsters mit dem SP-300-Rahmen ist »off pavement« bzw. der flotte Mischbetrieb. Allein mittels Reifen- oder Laufradwechsel eröffnet der SP-300 hier vielfältigste Einsatzbereiche.

In der äußerst trickreichen Rahmengeometrie spiegelt sich unsere jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Rahmen- und Fahrradkonzeption. Aus dem Zusammenspiel der vier Rahmengrößen, dem Verstellbereich des Exzenters und der Steuerrohrverlängerung »Carlo« ergeben sich umfassende, ergonomische Anpassungsmöglichkeiten. Speziell der Exzenter ist für weitaus mehr geeignet, als nur die Kette zu spannen. Damit lässt sich der Sitzrohrwinkel und, sehr wichtig, die Tretlagerhöhe um 15 Millimeter variieren. Die flexible Zugverlegung für Schaltung und Bremse läuft komplett übers Oberrohr und garantiert eine optimale Zugverlegung für Scheibenbremse, Rohloff-Getriebenabe »Speedhub« und Kettenschaltungen.

Eine weitere Besonderheit des SP-300: Es steht eine Aluminium- oder Stahlgabel zur Auswahl. Während die Alugabel A-425 auf ein maximal zulässiges Systemgewicht von 120 Kilogramm beschränkt ist, erweitert die C-425 den Spielraum auf 150 Kilogramm.

VT-400 aus CrMo-Stahl

In den Ausstattungsvorschlägen SP1 und SP3 steht der VT-400 zur Auswahl. Dieser im härtesten Reise- und Alltagseinsatz bewährte Rahmen ist in Kombination mit der C-425-Stahlgabel bis 180 Kilogramm Systemgewicht belastbar und für Reifenformate von 55-559 bis 50-584 geeignet.

Anpassung und Ausstattung

Ganz speziell bei der Sitzposition stellt eine »Eier legende Wollmilchsau« differenziertere und somit höhere Ansprüche als zum Beispiel ein Rennrad. Damit der Paarung Mensch und Fahrrad auch auf langen Strecken Flügel wachsen, bedarf es eines wesentlichen Schritts: der Ermittlung der richtigen, »passenden« Sitz­position. Diese Aufgabe lösen wir mit unserer selbst entwickelten Mess­maschine, die es ermöglicht, alle individuellen Faktoren ganzheitlich und realitätsnah zu erarbeiten.

Ein vielseitig nutzbares »Rennrad« benötigt natürlich eine sorgfältige und individuelle Abstimmung. Schließlich werden die Ansprüche an das Brems- und Schaltungssystem, die Belast­barkeit sowie an die Alltags- oder Reisetauglichkeit sehr unterschiedlich sein. Den emotionalen Schlussstein des Ganzen bildet die Wunschfarbe mit 200 RAL-Farbtönen in matt oder glänzend.