Unsere berühmt-berüchtigte Farbauswahl – bestehend aus 200 RAL-Farbtönen – lädt ein zum Farbenrausch oder zu Verzweiflungsanfällen …



Dabei kann man fast nichts falsch machen, denn selbst mit leisen und dezenten »Grundierungstönen« – welche die RAL-Palette ebenfalls beinhaltet – entstehen äußerst geschmackvolle Unikate für den zweiten Blick.
Hinter den Farbentscheidungen und Fahrrädern stehen natürlich immer Menschen und Geschichten. Vier aktuelle Petitessen haben wir hier versammelt.
Das Gesicht in der Menge – Den Auftakt macht ein elegantes, achatgraues Pedelec in Form eines E-Finder FD2E, das seinem Fahrer zukünftig staufrei und entspannt durch die »Feinstaub-Hauptstadt« Stuttgart bringen wird. Mehr denn je, empfinden wir unseren E-Finder als »Gesicht in der (sich ins monströse entwickelnden Pedelec) Menge« – formal wie funktional.
Das Fahrrad wird zum Nischenprodukt – Während das Gros der Branche sich im hochwertigen Fahrradbereich voll und ganz dem E-Bike respektive Pedelec verschrieben hat, bleibt bei Velotraum das klassische Fahrrad mit Abstand führend, trotz oder auch wegen unserer Bejahung des Pedelecs. Ein Aspekt für die ungebrochene Nachfrage nach Velotraum-Fahrrädern ist sicherlich die Disruption durch das Pedelec. Für Fahrrad-Enthusiasten wird es immer schwieriger, individuell angepasste und vielseitige Unikate wie dieses quarzgraue VK12 mit Pinion-Getriebe zu finden. So reimen zumindest wir uns das zusammen …
Schnellstarter – Nummer drei im Grundierungsfarben-Dreiklang ist der neue Speedster von unserem Auszubildenden Max – natürlich komplett von ihm selbst aufgebaut. Eigentlich ist die komplette Montage eines Fahrrads gewichtiger Bestandteil der Gesellenprüfung und Max noch im ersten Lehrjahr, doch keine Sorge – zumindest bei Velotraum gibt es noch genügend zu lernen. Der moosgraue Speedster ist überwiegend für seinen Arbeitsweg zwischen Böblingen und Weil der Stadt gedacht und daher – für einen Siebzehnjährigen! – sehr vernünftig aufgebaut.
Lautstarker Leisetreter – Alles hat seine Zeit. Mathias, unser IT-Experte und wichtige Stütze in der Produktion, ist das, was man einen stillen Typen nett. Mit seinem Bullit-Lastenrad erledigt und transportiert der autofrei lebende Fahrradfreak all das, wofür der Normalbürger heutzutage ein Zwei-Tonnen-SUV benötigt. Doch einmal im Monat mutiert der brave und leise Lastenesel zur rollend-groovenden Musikbox und befeuert die Stimmung bei der Stuttgarter Critical Mass ;-)
Kommentare
Stichwort Stuttgart = Feinstaub „Hauptstadt“
Durch ständiges Wiederholen wird Halbwahres nicht wahrer.
Da haben spezielle Leute mit dem Ziel, Maximalwerte zu messen, gewirkt. Was sie selber zugeben.
Und maximal Angst und Misstrauen erzielt.
Hat man ein bisschen Ahnung und Ortskenntnis und weiß wie dreckig früher (80er zB. Mit weniger Verkehr) die Luft war, kann man das (politisch) einordnen.
Tatsache ist: Würde man in S am Neckartor an gleicher Stelle – nur gegenüber an der anderen Straßenseite – messen (kein riesiges Gebäude, damit bessere Belüftung) wären die Werte 30% geringer! Und damit unter dem Grenzwert. Auch über den „Grenzwert“ müsste man informieren. Aber das führte zu weit an dieser Stelle.
Auch über Staubgehalte in U-Bahnen, Raucher- und Sisha Räumen wäre zu reden.
Stuttgart = Haupwirkungsstätte der Irreführer?
Liebes Velotraum-Team,
als Fahrer des eleganten achatgrauen FD2E auf dem ersten Foto bewege ich mich in der Tat seit einer Woche staufrei und entspannt durch Stuttgart – bevorzugt auf meiner täglichen Pendlerstrecke mit den Wegepunkten Aspenwald / Bürgerallee / Blauer Weg / Hasenbergsteige / Feuersee. Eine schöne Wald- und Gartenstrecke auf großstädtischen Nebenwegen mit einem fantastischen Fahrrad!
Herzlichen Dank für die wirklich überzeugende und beglückende Erweiterung meines Radfahrerhorizonts!
Hallo Anton, ich freue mich außerordentlich über Deinen Beitrag. Ich darf annehmen, dass Du ähnlich wie viele von uns ein Liebhaber hochwertiger Räder bist, aber das hält uns ja gerade deshalb vielleicht nicht davon ab, den “gesunden Menschenverstand” aktiv zu halten und politische Kritik zu äußern; denn diese hat nicht zwingend eine Farbe. Eine Überprüfung einiger Messungen der letzten Jahre ist dringend angeraten, nicht nur im Feinstaub- oder CO2- Bereich !
Hallo Stefan,
die Meßdaten sind doch bereits vorhanden, siehe hier:
https://www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?luft_messdaten_ueberschreitungen
Wie man sieht wird seit 2012 nur noch an einer einzigen Stelle in ganz Stuttgart nämlich am Neckartor der Feinstaubgrenzwert überschritten, mit absteigender Tendenz. Dort ist auch garantiert kein Radler unterwegs.
In den 90ern habe ich dort im Kessel studiert. Damals waren Feinstaub und Stickoxide noch mehr als doppelt so hoch wie heute. Die Menschen sind damals wie die Fliegen krepiert und nur mit Sauerstoffflasche habe ich mein Studiem beenden können (im Ernst: damals hat keine über Feinstaub und Stickoxide geredet).
Eine Farce, wie man mit völlig übertriebender Panikmache Fahrzeuge schlechtredet die wirklich sparsam und sauber sind und von Jahr zu Jahr sauberer werden, auch wenn zwischendurch mal geschummelt wurde.
Das tolle an den Pedelecs ist aber, das nun Stuttgarts viele steile Wege nicht mehr am Radfahren hindern und so wird die Luft bald noch sauberer und dann kann man z.B. auch einen Heuschnupfengeplagten tolerieren, der bei entsprechendem Wetter mit seinem Euro 5 Diesel mit Pollenfilter fahren muss, weil er sich lieber ein neues Velotraum, statt ein neues Auto kaufen will. ;-)
Anton, Henning und die Feinstaubmessung:
Im März 2018 hat Tichys Einblick eine fünfteilige Story veröffentlicht, die u.a. durch fotografische Dokumentation deutlich werden lässt, wie der Hase läuft.
Die offiziellen Regeln für die Aufstellung von Messstationen werden ignoriert. So kommt es zu „objektiven Daten“, die politisch genutzt werden.
Beginnen tut die Geschichte in Stuttgart:
https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/grosse-leseraktion-wie-manipulieren-messstationen-die-feinstaubmessung-in-ihrer-stadt/
Ist ganz interessant zu lesen was ihr bzgl. Messwertmanipulation schreibt. Das wusste ich noch nicht. Werde mir den Artikel hinter dem Link von Ute durchlesen.
Dass sich der kritische Unterton in den Texten auf dieser Seite Themen bedient, die evtl. über das Ziel hinaus schießen und politischen Interessen dienen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Automobilverkehr so wie er jetzt von der Mehrheit unserer gesellschaft genutzt wird ein absolut unannehmbarer Zustand ist. Wie wäre es, wenn wir dem Text hier die Erwähnung der evtl. nicht 100% angemessenen Kritik an speziell Stuttgart vergeben und den kritischen Blick auf das eigene Verhalten im Alltag lenken. Da findet jeder genug Verbesserungspotential.
Mein Sohn wird es jedenfalls nicht verstehen, wenn ich ihm erzähle, dass ich mich, in einer Zeit in der unser ökologischer Fußabdruck bereits im Mai verbraucht wurde, für manipulierte Messwerte der Automobilgegener eingesetzt habe.
Zum Thema: Wieder schöne Bikes. Besonders das Pinion VK 12 sieht super aus. Dies klare Optik mit der parallel verlaufenden Kette bringt mich immer wieder ins schwärmen.
… gegen* manipulierte Messwerte..
wollte ich wohl schreiben! Die Vorschau hat also doch einen Sinn grins
Ich sehe es nicht so, das wir durch den Automobilverkehr einen unannehmbaren Zustand hätten. Warum auch? Die Lebenserwartung ist so hoch wie nie und die Städte sind absolut lebenswert, auch Stuttgart, ist doch alles Jammern auf hohem Niveau.
Ich frage mich allerdings, was die Menschen ihren Kindern erzählen, die auf ihr Auto angewiesen und knapp bei Kasse sind und denen man dann einfach sagt: du darfst mit deinem gerade mal 3 Jahre alten Auto nicht mehr durch Stuttgart fahren, kauf dir halt ein neues und darum gehts bei der Diskussion. Das Thema mit den Grenzwerten ist in ein oder zwei Jahren eh erledigt, weil die neuen Autos immer sauberer werden, da kann man doch nicht solche enormen, finanziellen Schäden bei vielen Bürgern anrichten.
“Warum auch? Die Lebenserwartung ist so hoch wie nie und die Städte sind absolut lebenswert”
Für wen gilt das? Für uns Stuttgarter? Heute?
Wie sieht es global aus?
Wie sieht es mit unseren Kindern aus?
Die ehrliche Suche nach diesen Antworten ist meiner Erfahrung nach unkomfortabler als der Fingerzeig auf andere.
“Ich frage mich allerdings, was die Menschen ihren Kindern erzählen, die auf ihr Auto angewiesen und knapp bei Kasse sind”
Meine dreiköpfige Familie lebt in einer Zweizimmerwohnung, ohne Auto. Was soll genau das Problem sein? Wie Du gesagt hast sind wir hier priviligiert und können dies nutzen um uns anzupassen. Man muss nur wollen. Für die meisten Menschen auf dieser Erde ist das was meine Familie besitzt dennoch Luxus. Die Perpektive bestimmt das Gesehene.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.lebenserwartung-in-baden-wuerttemberg-wie-alt-wird-ihr-kind.434efed7-567b-4466-83bc-8b63000b5a7c.html
Die Lebenserwartung steigt weiter, auch in Stuttgart.
Weil für dich das Leben ohne Auto kein Problem ist, muss das für andere keinesfalls auch so sein. Einfach etwas mehr Verständnis für andere würde helfen. Toleranz statt Verbote. Leben und leben lassen.
Mit einem Diesel durch Stuttgart zu fahren ist kein Verbrechen, schon gar nicht mit den heutigen sauberen Modellen.
Wer eine Ahnung bekommen möchte, wie es früher gestunken hat, der sollte mal mit dem Rad nach Marrakesch fahren. Dort leben unsere alten Mercedes 123er Modelle weiter, das waren noch richtige Stinker.
“Toleranz statt Verbote. Leben und leben lassen.”
Darauf einigen wir uns ;)
Ich schlage vor, dass wir wieder dem Fahrrad die Bühne überlassen? Grüßle