Finder Abenteuer und Alltag

Der »Finder« ist eine unkonventionelle und facettenreiche Mischung aus Abenteuer- und Nutzfahrzeug. Mit dem Finder bewältigt man so legendäre Offroad-Strecken wie die 4.600 Kilometer lange »Great Divide« oder auch nur die Pendlerstrecke zur Arbeit und natürlich so ziemlich alles, was dazwischen liegt.

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FD3

FD3
Finder mit Federgabel und Federstütze für sehr ruppige Wege und Strecken Sport, Bikepacking, Reisen Mehr erfahren
  • Rahmen FD-100
  • Größe M
  • Farbe RAL 3020
  • Systemgewicht 130 kg
  • Gewicht 16,0 kg

Ja, ja, Radfahren ist schön, nur nicht auf allen Wegen! Nicht jedes Reiseziel und jede Region verfügt über gute Radwege bzw. wenig befahrene Nebenstraßen. Wer, aus welchen Gründen auch immer, dem motorisierten Verkehr aus dem Weg gehen möchte, muss häufig auf holprige Pisten oder anderweitige Restflächen (können auch identisch mit einem Radweg sein …) ausweichen. Dieses Dilemma kann einen in der Agglomeration unserer Wohlstandsmetropolen genauso ereilen wie in der Toskana oder in der Mongolei. Allerdings ist es selbst in den fahrradfeindlichsten und exotischen Regionen meist so, dass sich Schlagloch-, Schotter- und Wellblechpisten mit guten Asphaltstrecken abwechseln.

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Dagegen gilt für die dicht besiedelten Regionen Mitteleuropas mitunter: Da wo eine asphaltierte Straße hinführt, ist es vorbei mit etwas Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit. Die kleinen und großen Abenteuer und Entdeckungen fangen unter Umständen da an, wo der Asphalt immer mal wieder endet. Kurzum, der breit gefächerte »Mischbetrieb« ist für nicht wenige Regionen und Einsatzbereiche die Regel, und ein dafür geeignetes Fahrrad sollte nach Möglichkeit den Spagat zwischen schwerem Geläuf und Asphalt leisten, also echte Offroad-Eigenschaften und hohe Effizienz (Leichtlauf) vereinen.

Gesucht ist also ein Fahrradformat mit den Gelände- und Nehmerqualitäten eines Fatbikes, gepaart mit der Funktionalität und Effizienz eines guten Reise- und Alltagsrads, also die klassische Quadratur des Kreises.

27,5-Plus: Offroad und Effizienz

Mit den klassischen Reifenformaten ist dieser Spagat jedoch nicht zu schaffen. Während es den Reifengrößen 55-559 bzw. 50-584 an Komfort und Traktion auf grobem Untergrund fehlt (insbesondere in der Verbindung mit Gepäck), ist das Fatbike auf Asphalt oder guten Forst- und Landwirtschaftswegen nicht effizient genug bzw. unterfordert. Ähnliches gilt für alle Reifenformate und Profile, die aus dem Downhill-Bereich stammen.

Mit dem sogenannten »27,5-Plus-Reifenformat«, welches zwischen Mountainbike und dem Fatbike liegt, lässt sich dieser Spagat meistern. Die 60 bis 70 Millimeter breiten Reifen kommen dem Ideal, Omniterra-Eigenschaften, Alltags- und Tourentauglichkeit sowie Effizienz (Gewicht, Rollwiderstand) unter einen Hut zu bringen, verblüffend nah. Insbesondere dann, wenn man hochwertige Modelle oder gar Tubeless-Technik verwendet.

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Allerdings ist das üppige Reifenformat nur die halbe Miete. Damit 27,5-Plus sein Potenzial entfalten kann, müssen diese Reifen zwingend mit breiten Felgen kombiniert werden. Erst die Kombination aus großem Felgenhorn-Abstand (35 bis 40 Millimeter) und breitem Reifen ermöglicht es, den Luftdruck auf unter ein Bar zu reduzieren ohne das Wegknicken der Reifen in Kurven oder im Wiegetritt.

Die wichtigsten Eigenschaften und Merkmale von 27,5-Plus

  • Komfort und Sicherheit — Das neue Reifenformat hat zirka 25 Prozent mehr Volumen im Vergleich zu Reifen mit 2,15 bis 2,3 Zoll Breite. Beim niedrigsten, noch fahrbaren Luftdruck haben die Reifen zirka 60 Prozent mehr Aufstandsfläche, wobei das Gewicht nur um fünf Prozent zunimmt. Für die Fahrpraxis bedeuten diese Werte: mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Traktion.
  • Rollwiderstand im Gelände — Je schlechter der Untergrund, desto geringer darf der Luftdruck sein. Damit nehmen der Komfort und die Sicherheit zu und der Rollwiderstand ab! Die Erklärung: Der Reifen muss die Unebenheit nicht übersteigen (Hubarbeit), sondern schluckt diese.
  • Rollwiderstand auf Asphalt — Je besser der Untergrund, desto höher darf der Luftdruck sein. Je nach Reifentyp haben B-Plus-Reifen bei 1,5 bis 2,0 Bar Luftdruck einen Rollwiderstand, der nur geringfügig über durchschnittlichen Rennradreifen liegt.
  • Gewicht — Sowohl die Reifen als auch Felgen bleiben ver­gleichs­­weise leicht. Mit einem Felgengewicht von 600 Gramm und einem Reifengewicht von 750 bis 1.100 Gramm liegt man im Bereich üblicher Reise- und Tourenrad-Bauteile.
  • Standardtechnik — Ein Vorteil des Plus-Formats liegt darin, dass man zumindest bis zur Reifengröße 70-584 Standard-Fahrradtechnik (Naben, Antrieb, Schaltung) sowie Zubehör verwenden kann.
  • Alltagstauglichkeit — Für »27,5-Plus« haben wir passende Schutzbleche und Gepäckträger fertigen lassen und es gibt inzwischen eine Vielzahl von Reifentypen – vom Allround- bis zum Spikereifen.
  • Ersatzteilversorgung — Sicher, wenn es um die weltweite Ersatzteilversorgung geht, ist 26 Zoll weiterhin das Maß der Dinge. Allerdings überall da, wo es hochwertige MTBs gibt, gibt es auch Ersatzteile für B-Plus.
  • Self steering — Je nach Untergrund, Reifenmodell, Profil und Luftdruck neigen die breiten Reifen zu einem milden Eigenlenkverhalten in Richtung Untersteuern.

Einsatzbereiche und Zielgruppen

Der Finder ist ein Generalist für Unternehmungen jenseits des Asphalts, also ideal, wenn unbefestigte und grobe Strecken im Alltag, in der Freizeit und auf Reisen dominieren. Für wen dieses Konzept interessant sein könnte, wollen wir hier kurz skizzieren:

  • Abenteurer — die im »Bikepacking-Style« (Minimalgepäck am Rahmen untergebracht) fern des Asphalts unterwegs sein wollen.
  • Mountainbiker — die ein unkompliziertes Reise-MTB suchen, das auch mit Gepäckträger, Schutzblechen und Packtaschen hinten und vorne ausgestattet werden kann.
  • Reiseradler — die sich auf Strecken wie dem Iron-Curtain-Trail-Radweg weder quälen (Pistenabschnitte) noch sich unnötig plagen wollen (Asphaltabschnitte).
  • Globetrotter — die auf den Pistenabschnitten dieser Welt sicher und komfortabel unterwegs sein wollen und die (noch) eingeschränkte Ersatzteilversorgung (Reifen, Felgen) dafür in Kauf nehmen.
  • Genießer und Entdecker — Es muss nicht immer das Extreme sein. Der Finder ist auch eine entspannte Entschleunigungsmaschine, die den Blick fürs Detail eröffnet.
  • Pendler — deren Alltagsstrecke über »Stock und Stein« geht.

Der Arbeitsweg wird zur Lebensqualität

Finder

Mit dem Finder haben wir ein Fahrrad entwickelt, welches voll und ganz auf alltagstaugliche 27,5-Plus-Reifen abgestimmt ist und dennoch über die so typischen Velotraum-Merkmale verfügt wie Vielseitigkeit, Kompaktheit, Belastbarkeit und umfassende Anpassbarkeit an persönliche Wünsche und Anforderungen. Salopp formuliert, kombinieren wir die 20-jährige Produktreife des Velotraum-Konzepts mit dem erweiterten Horizont durch das Fat-Tourenbike »Pilger«.

Herausgekommen ist ein Fahrradkonzept, dessen Alltags-, Reise- und Offroad-Eigenschaften deutlich über die Möglichkeiten eines üblichen Moutainbikes hinausgehen. In der Fachzeitschrift Trekkingbike 1/2018 bezeichnet der Chefredakteur Tom Bierl den Finder gar als »einen Idealtypen dieser neuen Generation Reiseräder«.

Basis für den Finder ist der »FD-100-Rahmen« und die dazu passende Gabel, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

  • Plattform-Rahmen — Durch den Exzenter und die multifunktionalen Ausfallenden ist der FD-100 für Kettenschaltung oder Rohloff-Speedhub geeignet.
  • Hinterbau für 3×10 — Für den Toureneinsatz kann der Übersetzungsbereich nicht groß genug sein, daher ist der FD-100-Rahmen für 3×10-Kettenschaltungen ausgelegt! Einzige Einschränkung: Wenn die Kette ganz innen läuft (leichtester Gang), kann es bei der Größe 70-584 – je nach Reifenrundlauf – zum (unkritischen) Kontakt zwischen Kette und Reifen kommen. Abhilfe: Rohloff-Nabe oder 2×11-Kettenschaltung!
  • Steuerrohr für Tapered — Mit dem konischen (tapered) Steuerrohr entspricht der Finder dem Standard moderner Moutainbikes und ist für Federgabeln mit 100 Millimeter Federweg geeignet.
  • Anlötteile — Es sind Gewinde für Schutzbleche, Gepäckträger, Lowrider (nur bis 62-584 Reifengröße), Flaschenhalter und Salsa-Anything-Cage vorhanden.
  • Standardzubehör — Je nach Reifenmodell und -breite kann das bewährte Velotraum-B65-Schutzblech in Kombination mit einem speziell für Velotraum gefertigten Tubus-Vega-Gepäckträger verwendet werden.
  • Robustheit — Der Finder ist auch ein sehr schönes Sportgerät! Allerdings haben wir den Fokus nicht auf den Leichtbau gesetzt, sondern auf eine hohe Belastbarkeit. Das maximale Systemgewicht des 2.600 Gramm schweren FD-100-Rahmen beträgt 140 Kilogramm (bald wird es sicher höher belastbare Felgen geben …).

Fazit

Der Finder ist eine neue Generation Reiserad, der den immer individuelleren Vorstellungen von Radreisen mehr Freiräume bietet, als dies momentane Reiserad-Formate vermögen. Seine Reserven für das Unerwartete – so was nennt man mitunter auch Abenteuer – sind dabei ein herausragendes Merkmal. Über die Dosis an Abenteuer und Wagemut entscheidet somit allein der Fahrer. Die Reserven des Finders sind zwar nicht unbegrenzt, aber je nach Detail-Ausstattung doch beachtlich.

Studie: Markus Mehigans Finder einmal mit Rennlenker und Starrgabel
Studie: Markus Mehigans Finder einmal mit Rennlenker und Federgabel