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Echte Unikate und »form follows function«

Sobald man Fahrräder entsprechend den Anforderungen und Bedürfnissen des Kunden fertigt, entstehen regelmäßig interessante Ergebnisse.

Dabei entsprechen die Ergebnisse nicht immer den Kriterien von »Katalog-Schönheiten«, aber das tun wir Menschen außerhalb von Instagram & Co ja auch nicht ;-)

»Sagen, was man meint, und meinen, was man sagt«

Im Zeitalter von Alternativen Wahrheiten sind die oft vollmundigen Werbeversprechen für Produkte und Dienstleistungen geradezu Peanuts. Denn wer heute noch sagt, was er meint und meint, was er sagt, macht sich fast schon verdächtig. In einem erweiterten Sinne gilt das auch für das Produktdesign, welches frech behauptet, der Funktion zu dienen, aber häufig »nur« eine schicke Hülle liefert.

Die grenzenlose Hinwendung und Individualität gibt es freilich auch bei Velotraum nicht – an der Kunden und Hersteller eh nur scheitern können –, sondern durchdachte Fahrradwelten samt Wahloptionen, die ein klar umrissenes, aber nicht uferloses Spektrum abbilden. Das klingt für die meisten Leser wahrscheinlich noch ziemlich abstrakt und wenig konkret. Daher wollen wir anhand von zwölf Kundenräder einmal mehr aufzeigen, was wir mit »Qualität ist, was der Kunde braucht und möchte« meinen.

Noch ein Hinweis zu den Fahrradbildern: In der Großansicht – dazu einfach aufs Bild klicken – werden die Bildunterschriften mit weiteren Fakten zum Rad angezeigt.

KONZEPT-Lösungen

KONZEPT VK10 | Blaulila – Für einen Kunden aus Holland ist dieses sehr geschmackvoll zusammengestellte VK10 in Blaulila. Ungewöhnlich sind inzwischen Bauteile in silber wie die Rohloff- und die SON-Nabe und der IQ-XS-Scheinwerfer. Trotz der ungewöhnlichen Farbe changiert das Rad mit dem kleinen Velotraum-Schriftzug zwischen dezent und markant. Für ein Rohloffrad ist auch das Gewicht von 14,5 Kilogramm erwähnenswert, denn da kommen schnell mal 16 bis 17 Kilogramm zusammen. Die für Velotraum ungewöhnlichen kurzen Lenkerhörnchen haben wir fürs Fotografieren montiert, da unser Partner Horizon Bicycles das Rad ohne GP5-Griffe geordert hatte.

KONZEPT VK12 | Ozeanblau – Lösungen für Menschen mit besonderen Anforderungen anbieten zu können (Ausstattung, Größe, Proportion, Gewicht), war uns schon immer ein Anliegen. Das geometrisch fein austarierte VK12 mit Pinion-Getriebe in Größe »S« ist dafür zwar noch kein Extrembeispiel, aber auch keine Selbstverständlichkeit. Das wird schon allein dadurch sichtbar, dass hier völlig problemlos eine Cane-Creek-LT-Sattelstütze verwendet werden konnte. In Verbindung mit dem üppigen Reifenformat (55-584) lässt sich dieses Rad sehr vielfältig einsetzen. Mit 16 Kilogramm hält sich auch das Gewicht noch in Grenzen, trotz üppiger Bereifung, Federsattelstütze und dem Goldstandard-Cockpit mit GP5-Einheit.

KONZEPT VK12 | Rapsgelb – Bei dieser Kundenlösung liegt ein Schwerpunkt auf einer hohen Belastbarkeit. Dank der Stahlgabel und der besonders robusten DT-Swiss-Felgen reicht der Spielraum bis 160 Kilogramm. Wobei ein hohes Systemgewicht (Fahrrad, Gepäck, Fahrer) allein noch kein hochbelastbares Rad ausmacht, denn das Rad soll ja nicht nur nicht zusammenbrechen, sondern auch noch gut fahren. Für letzteres ist eine entsprechend hohen Rahmensteifigkeit unabdingbar, damit sich die Fuhre bei Vollbelastung weiterhin stabil und präzise steuern lässt. Eher ungewöhnlich in unserer Alltagspraxis ist der Verzicht auf Nabendynamo und Scheinwerfer, entspricht aber einfach den Vorstellungen des Kunden.

KONZEPT VK10 | Schwarz – Ein echter Tourenbomber hinsichtlich Ausstattung und Gewicht. Die Kundin ist früher ein Utopia-Rad gefahren und wünschte sich nun einen moderneren, aber nicht unbedingt leichteren Nachfolger. Stahl als Rahmen- und Gabelmaterial war daher gesetzt, sowie das Maximum an Gepäckträgern. Dazu Parkstütze vorne und hinten, die AppCon3000-Powerbank und die famose Cane-Creek-Federstütze. Sehr selten bauen wir inzwischen Fahrräder mit Felgenbremsen, aber das war hier ein ausdrücklicher Kundenwunsch. Für ein absolut souveränes Fahrverhalten verhelfen – neben dem steifen VT400-Rahmen – die 62 Millimeter breiten Super-Moto-Reifen in 26-Zoll Laufradgröße.

SPEEDSTER-Lösungen

Inzwischen haben wir unsere Speedster-Halde abgebaut, und dabei sind auch die hier abgebildetes Beispiele entstanden.

SPEEDSTER SP2 | Verkehrspurpur – Als Fahrräder-mit-Schutzblech-Marke ist es uns nur selten vergönnt, Räder ohne diese praktischen Dinger zu bauen. Bei diesem SP2 mit SP200-Rahmen hat es mal wieder ein Kunde gewagt, auf die Schmutzschützer zu verzichten. Ob das von Dauer sein wird, wird sich zeigen, denn die Lichtanlage signalisiert, dass durchaus eine gewisse Alltagstauglichkeit gewünscht ist. Aber die performanten Elemente in diesem SP2 überwiegen, wie zum Beispiel die leichten und schnellen G-One-Speedreifen, die zudem helfen, das Gewicht unter zwölf Kilogramm zu halten. Für 2022 ausverkauft sind jedoch die mechanischen Scheibenbremsen in Kombination mit 105-Brems-/Schalthebeln.

SPEEDSTER SP2 | Perlbeige – Das Performante respektive Gewicht ist auch bei dem nächsten SP2 – ebenfalls mit SP200-Rahmen – ein wichtiger Aspekt. Trotz »allem dran« wiegt das Rad mit 50 Millimeter breiten Reifen nur 12,8 Kilogramm und fühlt sich durch die besonders leichten Laufräder wie ein Zehn-Kilo-Renner an. Eine weitere Besonderheit: Der Kunde wollte die Vorderradbremse auf der rechten Seite. Damit erklärt sich auch die für das Kennerauge ungewöhnliche Zugverlegung für die Hinterradbremse. Die Steuerrohrverlängerung Carlo und ein 30 Millimeter langer Spacer bringen trotz ordentlichem Sattelauszug den Lenker leicht über Sattelhöhe.

SPEEDSTER SP2| Olivegrün – Sehr geduldig mussten all jene Kunde sein, die sich bereits Mitte letzten Jahres für den neuen SP400-Stahlrahmen entschieden hatten. Jetzt endlich konnten wir die Räder ausliefern, wie dieses Beispiel in der stolzen XXL-Größe weeist. Der Kunde ist zwar nicht besonders groß und schwer, hat aber für seine Körpergröße eher lange Beine – D-Maß 85 Zentimeter. Des Weiteren war ein Rennlenker und eine entspannt-passende Sitzposition gewünscht, daher ist der Lenker auf Sattelhöhe. Keine einfache Übung bei der großen Sitzhöhe von 85 Zentimeter. Noch zwei Anekdoten am Rande, quasi die »Gnade des späten Liefertermins«: 2021 konnte man noch Gepäckträger in Rahmenfarben bestellen, und der Pirelli-Reifen stammt aus einer Musterlieferung, die eigentliche Bestellung ist bis heute nicht geliefert worden ;-)

SPEEDSTER SP2 | Capriblau – Das volle Reiserad-Programm war bei diesem SP2 mit SP400-Rahmen gewünscht. Hohe Zuladung, leichte Berggänge und autonome Stromversorgung. Mit seinen 180 Kilogramm Systemgewicht hat der SP400 da die entsprechenden Reserven auch wenn hinten 25 und vorne 15 Kilogramm zugeladen werden. Dank unseres GRX-Tunings mittels 11-40-Kassette lässt sich auch ein solcher Schwerlaster noch gut die Berge hoch fahren. Den Strom für die Navigation liefert der AppCon3000 genauso zuverlässig, wie völlig unabhängig von der Steckdose. Ein breiter und über Sattelhöhe montierter Gravel-Lenker sowie die bei Velotraum eher unüblichen Steckschutzbleche komplettieren das kundenspezifische Setup.

FINDER-Lösungen

Auf die berühmte Frage, welches _Fahrrad; würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen, kann die Antwort eigentlich nur lauten: Einen FINDER, denn je nach Spezifikation ist diese Fahrradwelt schlicht für (fast) alles geeignet ;-)

FINDER FD3 | Pastellblau – Sehr konsequent nur das Beste hat sich diese Kundin für Ihren FD3 gewünscht. Neben den üblichen Verdächtigen wie Rohloff und SON setzen die Cross-King-Reifen von Conti und die DT-Felgen qualitative Ausrufezeichen. Die kleinste Rahmengröße »S« des Finders bleibt auch bei üppigem Reifenformat schön kompakt, und – besonders wichtig – die Überstandshöhe macht das überraschende Anhalten nicht zu einer schmerzhaften Erfahrung. Das wunderschöne Rad ist mit 16 Kilogramm vergleichsweise leicht und dank der Tubeless-Reifen sowohl pannensicher als auch leichtfüssig unterwegs.

FINDER FD2 | Himmelblau – In eine ganz andere Richtung weist diese Finder-Lösung für einen Kunden aus Böblingen. Im Velotraum-Kontext eher ungewöhnlich ist der Verzicht auf »Alles dran«, also Schutzbleche, Lichtanlage, Gepäckträger und Parkstütze. Schon eher zum Alltagsgeschäft gehört, dass Kunden bereits vorhandene Komponenten beisteuern wie in diesem Fall den Sattel, die Griffe und die Pedale. Bei dem himmelblauen FD2 kommen neben den mechanischen Scheibenbremsen ebenfalls leichte DT-Swiss-Felgen zum Einsatz und Tubeless-Reifen von Conti, also ein Rad, dass sich sicher sehr dynamisch bewegen lässt.

PEDELEC-Lösungen

Während sich die Generation Ü60 zum Teil immer noch schwer tut bei der Entscheidung Fahrrad oder Pedelec, hat die Generation Z da weniger Berührungsängste. Insbesondere bei Pedelecs fürs Pendeln wird da ganz pragmatisch die »bequemere« Fahrradgattung bevorzugt.

PEDELEC FD2E | Khakigrau – Zumindest die Sitzposition lässt erahnen, dass dieses FD3E für einen eher jüngeren Kunden ein (ein »Local« der Generation Z) gebaut wurde. In erster Linie zum Pendeln, aber auch mal für längere Tages- oder Mehrtagestouren (Akku mit 630 Wh) solle das Rad geeignet sein – also eine typische Eier-legende-Woll-Milch-Sau. Was dann oft als Kompromiss daherkommt ist bei dem FD3E eher das Beste aus allen Welten: Geringes Gewicht (22,5 kg), superber EP8-Antrieb, hohe Fahrstabilität, agiles Handling, große Reichweite und das Ganze noch ausgesprochen wartungsarm und zuverlässig.

PEDELEC FD2E | Karminrot – Dieses rote FD2E mit TD-Rahmen haben wir für eine Kundin (Ü60) gebaut, die die letzten 30 Jahre ein klassisches Mixte-Damen-Tourenrad gefahren ist, mit stark abnehmender Tendenz. Somit musste und durfte die Kundin gleich mehrere Fahrrad-Entwicklungsstufen überspringen. Denn von der Bremse, dem Reifenformat, der Beleuchtung, der Rahmenstabilität und natürlich dem Antrieb war nichts mehr vertraut. Da wir bisher keine Beschwerden gehört haben, gehen wir davon aus, dass die Adaption gelungen ist. ;-)
Eine weitere Herausforderung bei diesem Rad war: Die Kundin hat besonders lange Beine (Sitzhöhe D = 78 cm), einen vergleichsweise kurzen Rumpf und wollte zudem mit nicht zu viel Vorlage sitzen. Dank unserer langen Gabelschäfte in Verbindung mit der Steuerrohrverlängerung Carlo konnten wir auch diese Anforderung souverän und formschön lösen.

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